Die „GenderBänder“ ergreifen das Wort

In einer Gesellschaft wie der unsrigen bildet Sprache die Basis für Kommunikation und Denkstrukturen. Somit hat Sprache eine hohe Machtposition inne. Teilweise erscheint es so, als gebe erst die Existenz von Worten für bestimmte Sachzusammenhänge eben diesen eine Existenzberechtigung. Sachzusammenhänge, für die sich nur schwer oder gar keine Worte finden lassen, sind aus den allgemeinen Denkmustern verbannt.

Eine Gruppe von Menschen hat sich nun zusammengetan, um verbannten Auseinandersetzungen und Lebensweisen in der Zeitschrift „GenderBänder“ einen Raum zu geben. Die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen von Menschen, die sich mit der Frage nach dem sozialen Geschlecht und den damit einhergehenden Formen der Diskriminierung befassen, haben hier eine Plattform und die Möglichkeit, von vielen anderen gelesen zu werden.

„Mannsweib“, „Vollblutweib“ oder „Emanze“ sind Begriffe, mit denen ich seit meiner frühen Jugend konfrontiert wurde. Bis heute verstehe ich nicht in vollem Ausmaß, was mir diese Begriffe sagen sollten. Ich weiß jedoch, welchen Effekt sie auf mich hatten. Sie erzeugten die Unsicherheit, nicht dem normierten Bild einer „Frau“ zu entsprechen, was aber scheinbar verlangt wurde. Fast jede*r von uns kennt solche Situationen, in denen Menschen durch scheinbar wenig bedeutende Worte für ihre Abweichung bestraft und so darauf hingewiesen werden, wie sie als Mensch eigentlich zu funktionieren hätten. Leider setzen sich zu wenige mit dem Zusammenhang zwischen der Systematik der Zuschreibung von Geschlechtern und so genannten geschlechterspezifischen Eigenschaften auseinander. Dabei ist die Reflexion sowohl der eigenen Normvorstellungen als auch der daraus resultierenden Vorurteile und Zuschreibungen notwendig, damit die Unterdrückung vielfältiger Persönlichkeitsbilder abbaubar wird.

Eine Möglichkeit, Geschlechterbilder zu hinterfragen und diesen Prozess mit anderen Menschen zu teilen, bildet die neu entstandene Zeitschrift, die in regelmäßigen Abständen über aktuelle Themen, Theorieansätze, Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs sowie Veranstaltungen rund um Düsseldorf informiert. Ab diesem Monat könnt ihr die erste Ausgabe der kostenlosen Zeitschrift „GenderBänder“ an der Uni und FH sowie in zahlreichen Cafés und Bars erhalten.

Ich als Genderreferentin des FH-AStA unterstütze das Engagement der „GenderBänder“-Redaktion und kann nur empfehlen, die Zeitschrift durchzustöbern. Im Internet könnt ihr die Zeitschrift auch kostenfrei herunterladen:

Anastasia

http://genderbaender.wordpress.com/


Termine

Das AStA-Referat „Café International“ präsentiert:

Donnerstag, 15. November, 19.00 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9:
Kulturveranstaltung: Café International Ghana
Unter dem Motto „Zu Hause in Ghana und Deutschland“ findet eine Lesung eines ghanaischen Schriftstellers statt. Außerdem: ghanaische Musik und Erfahrungsberichte von deutschen und ghanaischen StudentInnen.

Der AStA präsentiert:

Freitag, 16., bis Sonntag, 18. November am Rande des Sauerlandes:
ErstsemesterInnenwochenende für alle interessierten StudienanfängerInnen
Leute kennenlernen, Tipps und Tricks, Infos, Party, Diskussionen und vieles mehr in netter Atmosphäre, 20,- Euro Eigenbeteiligung für Unterkunft und Vollverpflegung. Nähere Infos beim AStA und im Fachschaftsbüro SozKult.

Das AStA-Kultureferat präsentiert:

Samstag, 17. November, 20.00 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str.:
Schreiraum-Konzert
Malcolm Rivers - Kosslowski - Lavatch

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Mittwoch, 28. November, 20.00 Uhr, zakk, Fichtenstraße 40:
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Aufgeklärt und aufgearbeitet? Erkenntnisse, Reflexionen und Einschätzungen ein Jahr nach dem Bekanntwerden des NSU
ReferentInnen: Heike Kleffner (Journalistin und Referentin der Linksfraktion im Bundestag für den NSU-Untersuchungsausschuss) und Michael Weiss (apabiz e.V.).
Ein Jahr ist zwischenzeitlich vergangen, seitdem am 4. November 2011 in Eisenach Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in einem Wohnmobil tot aufgefunden und nach und nach die Existenz und das 13-jährige Wirken des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) bekannt wurden. Vieles ist seitdem recherchiert, veröffentlicht, diskutiert, reflektiert, aber auch verharmlost, vertuscht und verdunkelt worden. Untersuchungsausschüsse wurden eingesetzt, ungezählte Veranstaltungen organisiert, die Zusammenarbeit mit Betroffenen und Angehörigen von Opfern gesucht und aufwändige unabhängige antifaschistische Recherchen angestrengt. Doch was ist tatsächlich aufgearbeitet und aufgeklärt worden? Welche Erkenntnisse über den NSU und seine UnterstützerIn­nen sowie den Umgang mit der von ihnen ausgehenden Gefahr konnten gewonnen werden? Wie sind die Arbeit der Untersuchungsausschüsse, der Ermittlungsbehörden, der Verfassungsschutzämter, die Berichterstattung der Presse, die politischen Reaktionen von Bundesregierung und Länderregierungen sowie der Umgang mit Opfern und Betroffenen zu werten? Und welche Forderungen sind hieraus abzuleiten?
VeranstalterInnen: AG INPUT, Antifa-AK FH-D, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, in Kooperation mit: Antifaschistische Linke Düsseldorf, AStA der FH-D, Kulturzentrum zakk und Referat für politische Bildung des AStA der Heinrich-Heine-Universität