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Wieder einmal Event-Alarm in Düsseldorf: Rehkitze im Kö-Graben, ein Riesenrad am Burgplatz und jede Menge Promis standen in Diensten des Standort-Marketings. Zur Feier des Bambi-Tages raffte die Stadt sich sogar einmal zu einer fortschrittlichen Mietpolitik auf. Sie stellte dem Burda-Unternehmen als Veranstalter der ganze Sause die Stadthalle kostenlos zur Verfügung und verzichtete so auf 800.000 Euro Einnahmen. Die Rheinische Post leistete derweil aus Eigennutz medialen Begleitschutz. Sie konnte zu den zum Mega-Ereignis akquirierten Anzeigen gar nicht genug Werbeumfeld zusammenschreiben. Nicht aus Funk und Fernsehen bekannten Menschen gegenüber zeigte das Blatt sich deutlich ungnädiger. Es sah schon wieder eine „Asylant_innenflut“ auf das Land zukommen und forderte Gesetzes-Änderungen. Das war wahrscheinlich ganz im Sinne Thilo Sarrazins, der Neuss heimsuchte. Da braucht mensch gar keine Maja-Prophezeiungen mehr, um in Weltuntergangsstimmung zu geraten. „Dass es so weitergeht, ist die Katastrophe“, wusste schon Walter Benjamin.