MADE MY DAY

by HONKER

Aua, Staatsanwaltschaft Ost, das tut ja langsam richtig und wirklich weh. Nicht nur die Verurteilung von Antifaschist_innen zu unbotmäßig harten Strafen, auch die beim Landgericht Stuttgart durchgebrachte Razzia bei den mehr oder weniger in Punkerwürde gealterten „Normahl“, die vor 31 Jahren den äh Gassenhauer „Bullenschweine“ komponierten, ist doch eine unglaubliche Farce. Leadsänger Besa, mittlerweile auch schon 47 Lenze jung und den väterlichen Sanitärbetrieb in Winnenden leitend, und seine ebenso alltäglich gealterten Mitmusiker wurden samt Familien früh morgens aus dem Bett gepfeffert, damit man das Stück, das nach wie vor ganz legal erwerbbar ist, konfiszieren kann. Mensch fasst sich an den Kopf: In Sachen NSU-Morde schlampen und ermitteln die Länder aneinander vorbei, aber bei harmlosen Altpunkern schlägt der Staatshammer geballt und gnadenlos zu. Geht’s eigentlich noch? Grundgesetz und BGB sind keine Spielzeugkästchen, die nach Gutdünken geöffnet oder geschlossen werden können. Für diese Rechte haben Antifaschist_innen einst ihr Leben gelassen, aber nicht dafür, dass jetzt damit derart durchgedreht wird. Und Staatsanwaltschaft Magdeburg, was ist mit dem 16jährigen, der wegen exzessiven Schwarzfahrens zu fast drei Jahren Haft verurteilt und umgehend in die JVA Magdeburg verbracht wurde? Drei Jahre Haft für einen Minderjährigen wegen Schwarzfahrens? Respekt, das gab’s ja noch nicht mal in der DDR. Dabei werden in diesem Lande Vergewaltigungen immer mal wieder nahezu als Bagatelldelikt durchgewunken, paar Monate plus Therapie-Auflage – wie gefragt: Geht’s eigentlich noch? Noch was Feines aus den letzten Tagen, diesmal aus dem goldenen Westen: CSU-Politiker und Ordnungsreferent Volker Ulrich fühlte sich von einem Forums-Nutzer der „Augsburger Allgemeinen“ beleidigt und forderte von der Redaktion den Klarnamen des Users. Diesen wollte die Redaktion nicht herausgeben, löschte aber dessen Eintrag. Ergebnis: Strafanzeige, Redaktions-Razzia, gerichtlich angeordnete Zwangsherausgabe des Namens. Bei Verurteilung des Users ist Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr möglich. Ulrich kündigte großzügig an, die Strafanzeige zurückzuziehen, wenn sich der User bei ihm entschuldigen würde. Ein Posting dazu ätzte: „Ehrverletzung bei Politikern? Dass so etwas überhaupt geht …“ Liebe Staatsanwaltschaft: mir reicht es jetzt auch. Ich hab es satt, werde degoutant und spiele mal den Denunziant. Klopft doch mal wieder bei „Slime“ an. Die haben da so ein Stück „Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure …“ Also unsterblich äh unglaublich so was – wirklich unglaublich! Werdet aktiv. Wer? Na ihr!
Ton ab.

MARK STEWART: EXORCISM OF ENVY (future noise music) Erinnert euch: Als „As the Veneer of Democracy begins to fade” 1985 erschien, hielten ihn nicht wenige für bonkers. Heute wissen wir, dass er damals nicht nur ins Schwarze traf, sondern noch untertrieb. Dass seine schneidend rasiermesserscharfen und kompromisslosen Sounds heute mehr denn je gebraucht und transformiert werden sollten, dürfte klar sein. Dass aber die Geister des 2012er Kracheralbums „The Politics of Envy“ bereits jetzt mit einer großartigen Rekonstruktion exorziert werden, hätte keiner erwartet. Stewarts Dekonstruktion in Dub greift tief in die Eingeweide der Originale hinein, zieht die Fäden neu, skelettiert das Ganze, elektrisiert und schickt die neuen Bastarde mit unwahrscheinlicher Energie auf die Fläche. Das Ding kickt wie Dulle. Dabei werden z. T. Titel verändert – der Euro-Trash-Bastard „Baby Bourgeois“ wird zu „Babycino“ oder die Primal-Scream-Kollabo „Autonomia“ zu „Gang Wars“ –, andere Biester wie „Gustav Says“ werden zu Monstern. Endlich kehrt Stewart auf den Plan zurück und übernimmt von allen Copycats und Luschengrantler_innen selbst das Ruder. So klingt zeitgemäßer politbewusster Industrial-Dub-Funk!

VLADISLAV DELAY: KUOPIO (raster-noton) Kuopio ist mit knapp 100.000 Einwohner_innen die achtgrößte Stadt Finnlands und flächenmäßig größer als London – und nun beschwert Euch nicht, dass ihr nix mehr lernt im Leben. Die Referenz zu dieser inmitten eines großen Seengebiets ziemlich isolierten aber vitalen Stadt ist ein möglicher Subtext für Sasu Ripattis zweites Album für raster-noton: konzeptionelle Eigenständigkeit, Klarheit und Energie sind Bereiche, die einem da einfallen. Das Album ist spitze. So etwas atmosphärisch Dichtes, Aufmerksam-Entspanntes und Vorwärtstreibendes (hört Euch das wunderbare „osottava“ mal an) habe ich in elektronischer Musik lange nicht mehr gehört. Verdammt gut, dass es ihn gibt!

ROEDELIUS + CHAPLIN: KING OF HEARTS (subrosa) Hans-Joachim Roedelius, einer der unspektakulär Größten, suchend-findend, bewusst, konsequent, risikoreich, schwerste Qualitätsarbeit. Für ein Pianokonzert der BBC wählte er sich 2011 Chaplin, den er zuvor nur einmal getroffen hatte, als Carte-Blanche-Remixer. Danach erarbeitete man innerhalb eines Jahres dieses Album, das durch eine unglaublich dichte und packende Atmosphäre überzeugt. Episch, surreal, sinister, bisweilen zäh und schwarzromantisch, wirkt es wie ein imaginärer Soundtrack für eine Fortsetzung von Louis Malles „Black Moon“. Musik, die man nicht beim Autofahren hört, sondern bei wachen Wandlungen.

BROADCAST: BERBERIAN SOUND STUDIO (warp) Passend hierzu ein düsterer echter Soundtrack: die 39 Miniaturen zu Peter Stricklands Indie-Film über einen britischen Tontechniker, der nach Italien reist, um einen Giallo-Schocker-Film zu betreuen und in eine Spirale aus Traumhorror und Real-Ängsten gerät, ist das letzte Duo-Audiowerk der großartigen Broadcast, deren Sängerin Trish Keenan 2011 verstarb. Bis zuletzt arbeitete sie mit James Cargill an dieser psychologisch dichten Hommage und Transformation von Hammer-Horror und Giallo. Großartiges markantes Ding, aber natürlich auch ein suspekter und seltsamer Abschied aus der Musikwelt. Never to be forgotten.

PHILIPPE PETIT & FRIENDS: COR-DOPHONY (home normal) Sapperlot – auch das klingt wie ein Soundtrack, aber ist es einer? Vielleicht, aber die Filme dazu sind im eigenen Kopf frei erhältlich. Der aus Marseille stammende Bip-Hop-Label- und musikalische Reiseleiter (Eigenaussage) ist nicht unbedingt ein Echtzeitmusikpurist, seine „Off to Titan“-Mahler-Bearbeitung atmete schließlich schwer elektronisch. Hier aber mussten es 20 Instrumente und 18 Musiker_innen sein, die sein bislang ambitioniertestes Projekt verwirklichten. Der Titel bezieht sich auf Saitenvibrationen, und obwohl Vinyls und Elektronik bei diesen wahnsinnsinteressanten 13 Stücken in traumhaft inspirierten Arrangements mitmischten, favorisiert er letztlich stets den human touch. Spitze.

ATTILIO NOVELLINO: THROUGH GLASS (valeot) Der kalabrische Klangkünstler, nicht umsonst auch Mitglied der „Sentimental Machines“, stellt seiner sehr schönen Scheibe ein sehr schönes Pessoa/Soares-Zitat voran: „The argonauts said that it wasn’t necessary to live, only to sail. We, argonauts of our pathological sensibility, say that it’s not necessary to live, only to feel.” Die audio-cinematografisch fließenden Drone-Texturen sind von der Dialektik aus Noise und Melodie sowie Melancholie und klarer Verlorenheit geprägt. Unwahrscheinlich reichhaltiges Audio, das seltsam irritierend-beglückende Momente und wunderbare Erfahrungen aus Kontemplation und Aktion erweckt.

FRANCISCO LÓPEZ: UNTITLED #284 (crónica) Wir bleiben bei den soundtrackartigen Reisen. Der spanische Klangkunst-Experimentalist ist für seinen regen Output bekannt. Dieses 43-Minuten-Stück wirkt in seiner postindustriellen Fragilität nahezu gasförmig, man muss den Klängen und ihren Verzweigungsbewegungen und Neuformungen nahezu wie in einem abgedunkelten Videogame folgen, dann wird mensch durch neue Wendungen und das Gefühl eines Trips belohnt. Das bereits 1992 nur mit found objects eingespielte Stück wirkt düster und spooky, und der Digi-Bass hängt tiefer als jede getunte Roadsterkarrosserie (Vergleich musste sein). Also, wer steigt ein?

EVO: EVA (songsurfer) Die Pest im Mittelalter war die Pest, die Pest der Neuzeit sind Mittelalterfeste und actionversessene und geschichtsvergessene Rollenspiel-Wahnsinnige. Abseits dessen nicht vergessen: Die Musik des Mittelalters war und ist oftmals grandios, es braucht nur mehr ebenso grandiose Köpfe und Spieler_innen, die das überzeugend aufzeigen und neu interpretieren. Der Valencianer Efrén López und seine Gruppe versierter Koryphäen spezialisieren sich als erste Band ausschließlich auf die Musik der Troubadore aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Klassiker wie Bernart de Ventadorn, der wahrscheinlich Sohn eines Burgofen-Anheizers war, oder Jaufré Rudel werden neu arrangiert und teilweise durch Eigenkompositionen ergänzt. Hier staubt nichts: es wirkt wie traditionelle Roots-Musik, interpretiert von einem leidenschaftlichen Haufen aus Valencia, dem kulturellen melting-pot aus maurischen, romanischen und südosteuropäischen Musikeinflüssen. Ausnahme.

SOUKIE & WINDISH: A FOREST (ursl) Das Petterson & Findus-kinderbuchartige Cover des Debuts dieses dollen Duos weist schon auf eine besondere Tatsache hin: ihr enorm ansprechender Chill-In-Deep-Dub-Tech ist nicht zuletzt aus der Atmo in und um versteckte Open-Air-Wald-Partys entstanden. Zusammengeschustert wurde dieses Werk – eines der bislang feinsten Chill-Tech-Scheiben des noch jungen Jahres – allerdings in urbanen Gefilden zwischen ihren Homebases Berlin und Hamburg. Heißer Scheiß und super Wintertschüß.

MOLLONO.BASS: REMIX COLLECTION (3000°) Wenn es um Tech-Open-Airs in weiter Landschaft geht, darf Molle natürlich nicht fehlen. Der Acker-Records-Mastermind hat mittlerweile nicht nur auf seinen eigenen Outputs genug Substanz und Kontinuität bewiesen, sondern auch eine ganz schöne Latte sauguter Remixe herausgebracht. Die hier alle auf einer Platte serviert zu bekommen, ist natürlich schon ein großes Geschenk. Charakterisiert durch seinen bassig-erdigen Stil, angereichert mit Echtzeitinstrumenten oder auch mal mit Vocals, entsteht hier ein stimmiges und großartiges Panorama, das jedem Treffen guttut. Ohne Scheuklappen und Genre-Talibans kommen die Leute dort immer noch zusammen, und wie sagte einer aus der Blase doch so schön: Du konntest entweder Nazi werden oder zu uns kommen. Way on, Meck-Pomm!

METABOMAN: JA/NOE (musik krause) Ein Teil Krause-Duo mit dem vierten Labelnachschlag seit Gründung vor 10 Jahren, die er damals ebenfalls einleitete – welcome back, Kicker! Was hat sich getan seitdem? Auf 10 Tracks wird eine einzige Digi-Groove-Tech-Prog-Hop-Party zelebriert, aber nicht solo, sondern mit Freund_innen und Geistesverwandten, die allesamt ihre instrumentale Note zu den Tracks dazugeben. Gutes dubbiges Ding, mitunter aber etwas zu chillig.

OLAF HUND: MUSIC IS DEAD (post-electronic) Hmja … also so originell ist deine Behauptung nicht, Bruder (HandaufdieSchulterleg): Vielleicht hast Du ja ein Problem mit deiner? Neben dem prätentiösen Titel erwartet uns behäbige Electro-Clash-Quatschschlagermusi, die vielleicht hip ’n’ big in Serbia sein könnte, Titel zum Weglaufen und unnötige Talking-Heads und Joy-Division-Cover. Dazu pampig-unüberlegte Elvis-Nick-Cave-Right-Said-Fred-Attitüden, die ideenlos, flach und klischeehaft sind. Wenn man dann hört, dass der Kollege mit Peaches und Gonzales macht, wundert nix mehr. Lass sein, Dude.

PHILCO FICTION: TAKE IT PERSONAL (something in construction) Dieser kristallklare und soulful-mysteriöse Pop aber, der in den ersten 6 Monaten des Jahres 2011, vom tiefsten dunkelkalten norwegischen Winter bis in den Frühling hineinproduziert wurde, lässt alles schmelzen: Schnee, Ärger, Herz. Das Osloer Trio um die charismatische Sängerin Turid Solberg schafft es, die Assoziation an eine Pop-Björk, bevor sie mitunter zu sehr ins Konzeptionelle abdrehte, zu erwecken und trotzdem zu transformieren. Experimentellen Pop haben die Skandinavierinnen von Bertine Zetlitz bis zu Karin Park immer noch besonders gut hinbekommen. Das hier ist völlig anders und eigen – und sehr fantastisch.

MR. VAST: GRIEVOUS BODILY CHARM (spezialmaterial) Ist Ian Dury auferstanden? Wenn der Frontmann des Dada-Musikkollektivs Wevie Stonder vom namensuniquen Label Cack Music sein Solo-Debut unters Volk wirft, darf man absurd-gelungene Wahnwitzigkeit erwarten. Exakt das wird auch geboten, nur dass der Cackmeister noch einen Tick verrückter ist als 99 % der geläufigen Joes der Musikgegenwart. Gut so – rara avis sunt gratis – oder so in der Art.

JACK NOVEMBER: JACK NOVEMBER (8mm) Wie bei Frl. Seifenhaut, die sie natürlich schon supportete: hier wie da provinzaufgewachsen und zu Schmerz ’n’ Pein hingezogen. Dann via Warhol/Factory-TV-Dokus zu einer Vorliebe zu Nico, und infolgedessen zu einer gar nicht mal so schlechten, aber letztlich doch – sic – kalt lassenden Kopierkatze geworden. Hört mehr Nico.

EVE’S FRUIT: NOT THAT EASY (timezone) Die Westösterreicher und Jetzt-Wiener zelebrieren auf ihrem Zweitling einmal mehr die Ära der zornig-zerrissenen Jeans und Holzfällerhemden. Ihr Neo-Grunge ist – bitte fest- und luftanhalten! – gut gemacht. Haben wir gelacht: Ist diese Band für Simon Reynolds erfunden worden oder um Licht in dunkle Provinzjugendzentren zu bringen? Wir wissen es nicht, aber in dubio pro deo. Nicht so ganz schlecht.

V.A.: DIE VERSAMMLUNG DER INSELN (text&ton) Gut, der Slogan „Stählin statt Stalin“ ist vor Gebrauch bereits abgegriffen, aber diese Verbeugung und Hommage hiesiger Songwriter_innen vor dem unspektakulär arbeitenden und in eigener Liga spielenden Philosophen, Poeten und Doyen der Waldeck-Szene ist schon markant. Die Teilnehmer_innen von Christof Stählins Sago-Liedermacherakademie haben ein wunderbar fragiles und schweres Album eingespielt, das einerseits voll aus der Zeit gefallen und andererseits komplett gegenwartsgesättig erscheint. Selten, dass Poesie so wechselt, wirkt und trifft.

MOPMOP: ISLE OF MAGIC (agogo) Bitte nicht vom etwas faden Band-/Albumtitel leiten lassen: Diese Musik ist stark! Das 4. Album der Italiener führt ihren einzigartigen tiefen, relaxten und groovigen VoodooJazz-AfroFunkSoul-Style auf ein neues und noch organischeres Level. Gnadenlos gute Gastbeiträge von Fred Wesley, dem in Trinidad geborenen Sänger und Lyriker Anthony Joseph sowie der finnisch-ägyptischen Sängerin Sara Sayed machen die Sache sehr rund. So sehr, dass die Band sogar Teil des Soundtracks von Woody Allens „To Rome with Love“ geworden ist. Trotzdem supergut. Snicker.

RDECA RAKETA: WIR WERDEN (godrec) Forderndes und komplett überzeugendes Audio des Wiener Duos Maja Osojnik und Matija Schellander, die neben ihren Arbeiten in Improvisation und zeitgenössischer Klassik sehr überzeugende und kontextuell hochspannende Elektroakustik produzieren. Die beiden langen Stücke „Wir werden“ und „andere Menschen“ beziehen sich auf die immer wiederkehrenden Abfolgen von Vergangenheit, Bewegung und Stillstand in scheinbar zerfallenden Gesellschaften und den Beziehungen der Menschen darin mitsamt ihren inneren Ängsten. Für mich ist dies auch ein nahezu prophetisch wirkender Subtext auf die Ereignisse in Slowenien: aus „Gotov je“ wird „Gotof si“. Go on!

THE LUZERN-CHICAGO CONNECTION: LIVE AT WILLISAU (veto) Die Exchange-Reihe des Luzerner Labels dokumentiert den steten Austausch der Improv- und Jazzszenen der beiden Schwesternstädte, hier beim Jazzfestival Willisau 2010. Das hat waghalsigen Drive und kratzbürstige Tiefe, und auch Isa Wiss’ Vocals finden zwischen Experiment und Swing auf wunderbare Weise ins facetten- und überraschungsreichhaltige Spiel. Dieses Sextett live zu erleben, dürfte enormen Spaß gemacht haben – zum Glück gibt es diese tolle Aufnahme!

OLIVER LAKE - CHRISTIAN WEBER - DIETER ULRICH - FEAT. NILS WOGRAM: ALL DECKS - LIVE AT UNERHÖRT! (intakt) Dieser satte Nachschlag präsentiert eines der besten und lebhaftesten Bandkonzerte, das je auf dem Zürcher Jazz-Festival „unerhört!“ zu hören war. Das bereits unerhört!-erprobte Trio, in dem das traditionstransformierende hochintelligent-beseelte Saxspiel Lakes mit dem frisch-präzisen und energetisch-sensitiven Drive von Ulrichs Drums und Webers Bass bestens korreliert, zog sich 2011 Wograms einmalige und inspirierte Posaune ins Boot. Diese Kaperfahrt war wohlgeplant und holte alle Beute heim, so dass auch beim tiefen Griff in die Kiste mit Ellington/Strayhorns „Johnny come lately“ alle Korken knallen können. Grande!

Und wie heißt es doch so schön: wer Recht heißt, muss Recht werden. Oder so.