Für die deutsche Oma...

"Pro NRW"-Wanderzirkus in Düsseldorf

Gerade einmal 17 Mitglieder und Anhänger*innen der extrem rechten Partei "pro NRW" waren am 14. März auf der Lacombletstraße am Derendorfer S-Bahnhof erschienen, um gegen einen angeblich "massenhaften Asylmissbrauch und Asylbetrug" zu demonstrieren. Düsseldorf war hierbei eine von 22 Stationen innerhalb einer "Kundgebungsserie" vor angeblichen "Brennpunkten des Asylmissbrauchs". Antirassist*innen und Antifaschist*innen hatten zu einer Gegenkundgebung am Ort des Geschehens aufgerufen, die TERZ berichtete in ihrer letzten Ausgabe über die Hintergründe der "pro NRW"-Kampagne und die Situation der Flüchtlinge.

Letztendlich durfte die "pro NRW"-Kundgebung direkt vor der städtischen Notunterkunft für Flüchtlinge auf der Lacombletstraße stattfinden, die jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wurde. 15 selbsternannte Abendlandretter*innen reisten mit zwei Personentransportern an, zwei weitere Personen stießen per pedes hinzu, darunter der Düsseldorfer "pro NRW"-Landtagskandidat Falk Gebel, der allerdings – ebenso wie der Düsseldorfer Kreisverband – keine nennenswerte Bedeutung im "pro NRW"-Spektrum hat.

Die einstündige Kundgebung – die keinerlei interessierte Zuhörer_innen erreichte – wurde moderiert von Tony Xaver Fiedler, "pro Köln”-Fraktionsreferent und Vorsitzender des "Rings Freiheitlicher Jugend Deutschlands" (RFJ). Zum Mikro griffen zudem der "pro Köln"-Ratsherr Jörg Uckermann, der wieder einmal seine Parole "Geld für die Oma, statt für Sinti und Roma" in die Atmosphäre entweichen ließ, der Aachener Polizeibeamte und "pro NRW"-Kreisvorsitzende Wolfgang Palm, der ehemalige selbsternannte Chef der Kölner "Division" der "German Defence League", Sebastian Nobile, der Frankfurter Christopher von Mengersen, stellvertretender RFJ-Vorsitzender, sowie André Schindler, RFJ-Landesvorsitzender NRW aus Gelsenkirchen. Der "pro NRW"-Parteichef und frischgebackene "Dschihad-Überlebende" Markus Beisicht ließ sich vor Ort von seinen Parteivizes Uckermann und Palm vertreten und stieß erst einige Stunden später bei der Kundgebung in Leverkusen hinzu.

Unter dem Motto "Solidarität mit allen Flüchtlingen! Pro NRW vertreiben!" hatten antifaschistische Gruppen aus Düsseldorf, die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative STAY!, der AStA der FH Düsseldorf, die TERZ und viele weitere Gruppierungen zu Gegenprotesten aufgerufen, an der Kundgebung nahmen zirka 100 Personen teil, obwohl diese an einem Werktagvormittag stattfand.