Scherbenhaufen Syrien?

Millionen von Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende verhaftet. Der Bürgerkrieg in Syrien wird immer auswegloser und erstickt den demokratischen Impuls des Aufstands. Eine Veranstaltung widmet sich der aktuellen Situation.

Vor über 2 Jahren begann der zivile Aufstand gegen das Regime Bashar Al-Assads in Syrien. Massenhaft gingen Menschen gegen politische Repression und die wirtschaftliche Situation in fast allen Landesteilen auf die Straße. Es gab die Hoffnung, dass der „arabische Frühling“ auch in Syrien einen Wind der Freiheit bringen würde. Im Nordosten Syriens vertrieben kurdische Kräfte regimetreue Polizei- und Militäreinheiten und schufen den Anfang einer lokalen demokratischen Selbstverwaltung.

Von Anfang an ging das Assad-Regime mit äußerster Gewalt gegen Demonstrationen und Versammlungen vor. Die Regionalmächte Katar, Saudi-Arabien und Türkei nutzten die Situation, um ihre Machtstellung auszubauen, bewaffneten den Aufstand, suchten sich genehme Oppositionsgruppen wie die Muslimbrüder und schleusten Djihadiste*innen ins Land. Gemeinsam mit der Propaganda der Assad-Regierung trugen sie zur konfessionellen und ethnischen Spaltung des Landes bei und eskalierten den Aufstand zum Bürgerkrieg. Mittlerweile wurden über 100.000 Menschen getötet, zwei Millionen Syrerinnen und Syrer mussten flüchten.

Die syrische Rebellion wurde von unterschiedlichsten Akteure*innen von Anfang an internationalisiert und beeinflusst auch die Nachbarländer. Syrien ist zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem sich auch die Zukunft der gesamten Region entscheiden wird.

Die Situation ist für viele Linke in der BRD äußerst unübersichtlich. Unabhängige und verlässliche Informationen gibt es wenige. Deshalb wollen wir mit dieser Veranstaltung versuchen, einige Fragen zu diskutieren. Wie sieht die Situation der oppositionellen Bewegung aus? Welche Rolle spielen die USA, Europa, Russland und die Türkei in diesem Konflikt? In welchem Interesse liegt ein Sturz der bestehenden Regierung und vor allem: Was folgt danach? Mit wem in Syrien sind wir als Linke solidarisch?

Martin Glasenapp koordiniert für die sozialmedizinische Hilfsorganisation medico international die Nahost- und Syrienarbeit.

Veranstaltung
03. Dez 2013 | 19:30 Uhr | Düsseldorf | Linkes Zentrum