Decolonize! – Performative Strategien für ein (post)koloniales Zeitalter

... ist eine internationale Koproduktionsreihe des FFT Düsseldorf, die im Januar 2014 beginnt und das ganze neue Jahr andauert. Decolonize! fragt nach Perspektiven des heutigen Rassismus und Kolonialismus in der westlichen Kulturgeschichte und versucht eine kritische Perspektive auf die kolonialen Grundlagen der westlichen Geschichte zu werfen, um etwas zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes beizutragen. Neben zeitgenössischen Theaterproduktionen von andcompany&Co, Gintersdorfer / Klaßen, Helena Waldmann und Claudia Bosse & theatercombinat werden Symposien und Vorträge stattfinden.

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kolonialismus.

Eröffnet wird Decolonize! im Januar mit den Vortrag Bis ins Mark: Die Gegenwart der kolonialen Vergangenheit von dem Politikwissenschaftler Joschua Kwebi Aikins. Er beleuchtet die Auswirkungen der Kolonialmacht Deutschland, die ihrer Schaltzentrale von 1884 bis 1918 in Berlin hatten, auf Identität, Kultur und Wirtschaft in der deutschen Gegenwart und fragt, inwiefern diese Kolonialzeit Deutschland tief geprägt hat.
FFT Juta 17.01.2014 | 19h | Eintritt frei

Im Januar bildet Black Bismarck von andcompany&Co Auftakt und frühes Highlight der Veranstaltungsreihe von Decolonize!. In dem Stück wird die verdrängte deutsch-afrikanische Kolonialgeschichte untersucht. Afrodeutsche Künstler-Aktivist*innen jagen mit den Ghostbusters von andcompany&Co in Berlin die Geister des Kolonialismus. Gartensiedlungen, Supermarktkette und U-Bahnhöfe werden von ihnen heimgesucht, um die Strukturen des alltäglichen Rassismus und die Standpunkte eines kritischen Weißseins aufzudecken.
FFT Juta 17 + 18.01.2014 | 20h | Tickets 15 / erm. 8 Euro (VVK), 18 / erm. 10 Euro (AK)

Den Abschluss im Januar bilden Mokoari Street Productions unter anderem mit Rheinland. „Rheinland“ erzählt die Geschichte von afrikanischen Soldaten aus den französischen Kolonien, die im Ersten Weltkrieg auf französischer Seite gekämpft hatten und danach im besetzten Rheinland geblieben sind. Sie und ihre Angehörigen wurden im Dritten Reich aus rassistischen Gründen verfolgt. Die Geschichte der sogenannten Rheinlandkinder wird durch die Augen des 12-jährigen Joachim geschildert.
FFT Juta 18.01.2014 | 18h | Eintritt frei

Weiter darf man sich vorfreuen auf Gintersdorfer / Klaßens La nouvelle pensée noir – Das neue schwarze Denken: Chefferie, das den aktuellen Panafrikanismus hinterfragt, auf ideal paradise von Claudia Bosse & theaterkombinat (Katastrophen 11/15) und schließlich auf Made in Bangladesh von Helena Waldmann.