Ausstellung über die Deportationen der Juden aus dem Rheinland

Seit Bekanntwerden der Pläne für einen FH-Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in Düsseldorf-Derendorf hat sich der AStA der FH-D für einen zukünftigen Lern- und Erinnerungsort für die ab Herbst 1941 von dort aus deportierten Jüdinnen und Juden ausgesprochen und ist entsprechend aktiv geworden. Im Januar 2014 wird nun in Zusammenarbeit mit dem Erinnerungs- und Lernort „Alter Schlachthof“ der FH-D und der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf die Präsentation der Wanderausstellung „Deportiert ins Ghetto. Die Deportationen der Juden aus dem Rheinland im Herbst 1941 ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź)“ in der FH präsentiert.

Im Herbst 1941 verließen drei Transporte das Rheinland in Richtung Polen. Von den Städten Düsseldorf und Köln aus wurden insgesamt 3.014 Juden aus der gesamten Region in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert.

In Düsseldorf mussten sich die Juden und Jüdinnen vor ihrer Deportation in der Großviehhalle des damaligen städtischen Schlachthofs in Derendorf einfinden – an der Stelle, wo heute der Neubau der FH Düsseldorf entsteht. Ein Teil der Deportierten starb im Ghetto, viele wurden von dort ins Vernichtungslager Kulmhof gebracht und ermordet. Diejenigen, die 1944 noch im Ghetto lebten, wurden im Zuge der Auflösung des Ghettos in verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Nur 36 Personen überlebten das Kriegsende.

Die Ausstellung befasst sich mit der Geschichte der Deportierten, mit ihrer Zeit vor der Verschleppung und schwerpunktmäßig mit dem Leben im Ghetto. Das Leben der Juden aus dem Rheinland im Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) wird anhand biografischer Zeugnisse und vieler Dokumente aufbereitet und erklärt. Die Vielzahl von abgedruckten Fotografien und Originaldokumenten geben den Deportierten ihre Identität und ihre persönliche Geschichte zurück.

Die Ausstellung, die von der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in Kooperation mit dem Staatlichen Archiv Łódź erarbeitet wurde, wird vom 6. bis 30. Januar im Foyer des FH-Erweiterungsbaus in der Georg-Glock Str. 19 zu sehen sein. Begleitet wird sie durch das Angebot öffentlicher Führungen, eine Eröffnungsveranstaltung am Abend des 8. Januars und ein aus vier Veranstaltungen bestehendes Rahmenprogramm – ab dem 9. Januar jeweils donnerstagabends – zu den Themen historisch-politische Bildung zum NS, „Zigeunerlager“ im Ghetto Łódź sowie den Fragen nach lokaler Erinnerungskultur sowie Opferentschädigung. Als Referenten stehen Michael Sturm, Frank Sparing, Dr. Bastian Fleermann und Dr. Marc von Miquel zur Verfügung.

Alexander Stockhaus, Projektleiter der AStA-Projektstelle „Erinnerungsort Alter Schlachthof Campus Derendorf“: „Es freut uns sehr, dass immer mehr Menschen, Institutionen und Organisationen dem Projekt ‚Lern- und Erinnerungsort Alter Schlachthof‘ einen großen Stellenwert einräumen und in Zukunft ein würdevolles und angemessenes Erinnern auf dem neuen Campus der FH-D in Derendorf möglich wird. Die Ausstellung nebst Begleitprogramm ist ein weiterer Schritt dahin, dieses Ziel zu erreichen.“

Nähere Informationen siehe
www.asta-fh-duesseldorf.de


Termine

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Mittwoch, 22. Januar, 19.00 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
In der Veranstaltungsreihe „Alles muss man selber machen – Ansätze der Selbstorganisierung“:
Anarchismus und Technologie
In Kooperation mit der Antifaschistischen Linken Düsseldorf
Uri Gordon, anarchistischer Theoretiker und Aktivist sowie Autor des Buches „Hier und Jetzt. Anarchistische Praxis und Theorie“ thematisiert in der Veranstaltung die Ambivalenz heutiger Anarchist*innen in ihrem Verhältnis zur Technologie. Auf der einen Seite sind Anarchist*innen an Kampagnen im Widerstand gegen die Einführung neuer Technologien beteiligt, andererseits findet bei Anarchist*innen einer der am weitesten entwickelten High-Tech-Bereiche, Computer Software und Internet, begeisterten Zuspruch. Uri Gordon wird die Frage zur Diskussion stellen, wie eine Technologiekritik formuliert werden könnte, die in sich kohärent und theoretisch haltbar und zugleich mit zentralen politischen Zielen von Anarchist*innen vereinbar ist.

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 27. Januar, 20 Uhr, zakk, Fichtenstr. 40
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Zwei Jahre nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds”: Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Münchner NSU-Prozesses
Referent*innen: apabiz/nsu-watch
Eine Veranstaltung der AG INPUT, des Antifaschistischen Arbeitskreises an der FH Düsseldorf und des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland, in Kooperation mit: zakk, AStA FH Düsseldorf, Falken Düsseldorf, DGB-Stadtverband Düsseldorf, Die Linke-Ratsfraktion Düsseldorf, Heinrich Heine Salon e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Kreisverband Düsseldorf, Buchladen BiBaBuZe, GEW-Hochschulinformationsbüro an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Stand 12.12.2013)
Im Vortrag wird eine Bestandsaufnahme gemacht und gezeigt, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Es wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu geben. Dabei geht es unter anderem auch um den staatlichen Umgang mit dem Rechtsterrorismus des NSU sowie die fragwürdige Aufarbeitung des Rassismus auf gesellschaftlicher Ebene.
Nähere Infos: http://beta.linkes-zentrum.de/gruppen/input