düsseldorfer uni ehrt alt-nazi

Die „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität Düsseldorf“ vergibt alle fünf Jahre den „Heinrich-Hörlein-Preis“ und ehrt damit einen Chemiker, der im Jahr 1954 für kurze Zeit Honorar-Professor an der Medizinischen Akademie Düsseldorf war. Sein bewegtes Vorleben lässt die Gesellschaft dabei allerdings außer Acht. Hörlein hatte führende Positionen bei BAYER und später bei den IG Farben inne und verantwortete unter anderem die Entwicklung der Giftgase Tabun, Sarin und Soman. Zudem saß er im Aufsichtsrat der „Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung“, die das Zyklon B für die Gaskammern lieferte, und bekleidete im Nazi-Regime ab 1941 das Amt eines Wehrwirtschaftsführers. Darum gehörte er auch zu den Angeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess. Das Verfahren gegen ihn endete 1948 allerdings mit Freispruch.

luxuswohnungen in bilk

Bunker werden immer mehr zu gefragten Rendite-Objekten. An der Pariser Straße in Heerdt wird ein Bunker mit Luxusappartments und integriertem Car-Loft in den Wohnungen ausgestattet. Und den Bunker an der Aachenerstraße kaufte Emscher Wohnbau GmbH, die den Bunker abreißen und dort 18 Luxuseigentumswohnungen errichten will. Dabei hätte auch die Stadt Düsseldorf den Bau für 515.000 Euro erstehen können, doch genauso wie vor ein paar Jahren in Flingern ließ sie diese Möglichkeit verstreichen. Bis 2009 wurde der zwischen 1942 und 1944 errichtete Bunker von der Kommune in Stand gehalten. Die Räume in dem fünfstöckigen Gebäude wurden bis zur Versteigerungsausschreibung im Jahr 2012 teilweise von Künstler*innen und von Musiker*innen genutzt. Es wäre also ein Leichtes gewesen, den Bunker zu einem kulturellen Treffpunkt zu entwickeln. Allerdings formiert sich Protest gegen den Abriss. Einerseits befürchten die Nachbar*innen Schäden an den direkt anliegenden Wohnhäusern, andrerseits ist es vollkommen ungeklärt, wie der Zugang zu der Schule, dem Kindergarten und der Kultureinrichtung gewährleistet werden soll, die hinter dem Bunker liegen.
http://www.bilk-pro-bunker.de

mehr kameras in der altstadt

Immer wiederkehrend wird von reaktionären Politiker*innen die Behauptung aufgestellt, dass Videokameras nötig seien, um Kriminalität zu verhindern. Gebetsmühlenartig wird dies von ihnen wiederholt, trotz aller gegenteiliger Studien. So kann die Düsseldorfer Polizei bis heute weder belegen, dass durch die Video-Überwachung von Teilen der Altstadt dort zu einer sinkenden Kriminalität führt, noch, dass mehr Straftaten aufgeklärt werden. Und natürlich war abzusehen, dass die Observierung ausgeweitet werden wird. Als Argument dafür musste herhalten, dass die angeblichen Straftäter*innen den Kameras ausweichen und sich in nicht überwachte Bereiche zurückziehen würden. Also wurde neben den vier Kameras an der Bolkerstraße eine weitere Kamera an der Mertensgasse installiert. Zudem wurden alle Kameras erneuert und mit noch besserer Überwachungssoftware ausgestattet. Dabei kam es allerdings zu Problemen, da die Software nicht in der Lage war, automatisch Fenster von Wohnungen zu schwärzen, um zumindest den dort Wohnenden ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu garantieren. Insgesamt werden die Aufnahmen sieben Tage verdachtsunabhängig gespeichert.

immer mehr alte menschen arm

Im Moment können 10.454 Menschen in Düsseldorf ihren Lebensunterhalt nur über eine zusätzliche Leistung des Sozialamtes, der so genannten Grundsicherung, bestreiten. Die Anzahl der Berechtigten liegt jedoch wesentlich höher, da viele aus Unwissenheit oder Scham erst gar keinen Antrag stellen. Drei Viertel der Antragsteller*innen sind Rentner*innen, davon die meisten Frauen, die mit ihrer Rente nicht auskommen.

fahrrad­schnellweg für düsseldorf

Die Situation für Fahrrad­fahrer*innen sieht bekanntlich nicht sehr gut aus. Immer noch viel zu wenig Geld wird für den Ausbau eines guten und sicheren Fahrradwegenetzes in Düsseldorf ausgegeben. Dazu kommt, dass CDU/FDP sich mit billigen Taschenspielertricks zu Fahrradwohltäter*innen aufspielen. Im Jahr 2011 haben die Parteien nämlich den Etat für Radwege von 1,0 Millionen Euro auf 750.000 Euro gekürzt. Diese Reduzierung haben sie auch für die Jahre 2012 und 2013 aufrechterhalten. Die so eingesparten 750.000 Euro sattelt Schwarz-Gelb nun 2014 wieder drauf, schließlich ist Kommunalwahlkampf. Eine tatsächliche Erhöhung der Mittel hat also nicht stattgefunden, dennoch wird sich der dicke Dirk als einzig wahrer Grüner darstellen. Dafür bekommt Düsseldorf nun einen Fahrradschnellweg vom Land spendiert. Er soll von Neuss aus über die Universität, Benrath, Garath und Langenfeld bis nach Monheim reichen, insgesamt 30 Kilometer. Die Fahrrad-Autobahn wird insgesamt vier Meter breit sein, ohne größere Steigungen verlaufen und an Kreuzungen Vorrang vor den Autos erhalten. Zusätzlich wird sie im Winter schnee- und eisfrei gehalten. Wichtiger wäre jedoch eine vernünftige Nord/Süd und Ost/West-Achsen durch die Düsseldorfer Innenstadt. Doch darauf kann man wohl lange warten, solange der Autoverkehr in Düsseldorf Vorrang hat.

pft und kein ende

Wie auch die Terz berichtete, sind große Teile insbesondere im Norden von Düsseldorf mit perfluorierten Tensiden (PFT) verseucht, vor allem – aber nicht nur – weil sich im Löschschaum der Flughafen-Feuerwehr PFT befand. Die Stoffe sind nicht biologisch nicht abbaubar, sie reichern sich im Körper an und stehen stark im Verdacht, Krebs zu verursachen. Obwohl die Stadt von der erheblichen Verseuchung wusste, ließ sie die Anwohner*innen im Dunkeln. Erst als dieses Jahr das ganze Ausmaß bekannt wurde, kam hektische Betriebsamkeit auf. Es wurde in Gerresheim eine Pilotanlage aufgebaut, die nach ersten Messungen den Anteil von PFT erheblich senken konnte. Es müssen jedoch noch weitere Versuche durchgeführt werden, so dass nicht vor Ende 2014 eine Ausschreibung für die Sanierung erfolgen kann.

frei.wild an tagen wie diesen

Das Firmen-Imperium der Toten Hosen im Allgemeinen und das ihres Managers Jochen Hülder im Besonderen ist bekanntlich reichlich undurchschaubar. In die öffentliche Diskussion geriet nun die „Rheinkultur Medien und Verlags GmbH“, dessen Gesellschafter Hülder ist, weil sie für die Band „Frei.Wild“ die Außenwerbung übernahm und die ganze Republik mit Plakaten zukleisterte. Die Südtiroler Band ist nämlich berühmt-berüchtigt für ihre Texte, die anschlussfähig für rechtsextremes Gedankengut sind. Im letzten Jahr wurde „Frei.Wild“ nach Protesten mehrerer Bands deshalb von der deutschen Musikpreisverleihung „Echo“ ausgeschlossen. Auch die Toten Hosen, die früher auf ihren Konzerten gerne mal mit einer Antifa-Fahne rumwedelten, äußerten sich damals kritisch. Hülder redet sich nun heraus, dass er ja am operativen Geschäft der „Rheinkultur Medien und Verlags GmbH“ nicht beteiligt sei. Ganz peinlich wird es jedoch, wenn man die Erklärung des Rheinkultur-Mitarbeiters Klaus Peter Weber liest. Demnach seien der Band keine strafrechtlich relevanten Aussagen nachzuweisen. Zudem distanziere sie sich zumindest vorgeblich vom rechten Milieu. Und wenn sie nicht plakatiert hätten, dann hätten das eben andere gemacht. Ergo hat man den Auftrag angenommen und die Einnahmen angeblich den Organisationen „Kein Bock auf Nazis“ und einer Opferberatung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt zur Verfügung gestellt. Eine etwas billige und vor allem saublöde Argumentation. Schon vor sehr vielen Jahren gab es auch in Düsseldorf Probleme mit einer der Firmen des Imperiums der Toten Hosen und Hülders. Damals rissen Beschäftigte einer ihrer Firmen zahlreiche Antifa-Plakate ab, um die Plätze für kommerzielle Zwecke zu reservieren. Man konnte der Firma aber klarmachen, dass es für sie besser sei, dies in Zukunft zu unterlassen.

cdu schon im karneval

Allen Ernstes behaupteten CDU und FDP bei der Einbringung des Haushaltes 2014: „In Düsseldorf geht es allen gut“. Man muss schon unter einer gehörigen Realitätsverblendung leiden, um so einen Blödsinn behaupten zu können. Liebe CDU und FDP, lasst doch mal euren Geisteszustand überprüfen. Alle Zahlen, selbst die offiziellen Daten der Verwaltung, sprechen nämlich eine ganz andere Sprache. Die Hälfte aller Haushalte in Düsseldorf hat einen Anspruch auf einen Wohnberechtigungssschein, über 4.000 Familien benötigen dringend eine Wohnung, über 10.000 Menschen bekommen Grundsicherung, über ein Viertel aller Kinder in Düsseldorf leben in einer Hartz-IV-Familie und die Mieten steigen immer weiter. Alles bekannt, aber offenbar nicht bei CDU und FDP, die sich lieber selbstgefällig in den Schaufenstern des Kö-Bogens spiegeln. Dafür halten die beiden Parteien krampfhaft an der Lüge der Schuldenfreiheit fest. Mittlerweile stellen auch verschiedene Wirtschafts-Institute sowie der Bund der Steuerzahler fest, dass CDU und FDP lügen wie gedruckt. Ihre angebliche Schuldenfreiheit ist schöngerechnet. Doch selbst die schöngerechneten Zahlen geben eines preis: Der Gewinner der Kommunalwahl wird ab nächstem Jahr kräftig sparen müssen, denn CDU und FDP haben die Stadt mit Subventionierungen der Besserverdienenden, mit überflüssigen Bauten und autogerechten Verkehrsplanungen runtergewirtschaftet. Das lässt sich kaum noch verschleiern. Die dicke Rechnung wird kommen. Und egal ob CDU oder SPD gewinnen – für die Ärmeren wird es noch härter werden. Insofern ist die Aussage „In Düsseldorf geht es allen gut“ eine Unverschämtheit. Man sollte den Ratsangehörigen von CDU und FDP, die so etwas behauptet haben, mal kräftig deren eigene Haushaltsrede um die Ohren hauen.

osd gegen tv-kommissar

Wer den Mitarbeiter*innen des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD), manchmal aus unerfindlichen Gründen auch „Servicedienst“ genannt, begegnet, weiss, dass diese sich oft selbstherrlich aufführen. Freundliche Nachfragen, Kritik oder auch nur das Beobachten von Aktivitäten des OSD sind nicht erwünscht und führen meist zu Auseinandersetzungen mit den Beschäftigten. Das musste auch der in Düsseldorf geborenen TV-Schauspieler Dieter Brandecker (z. B. „Adelheid und ihr Mörder“) erfahren. Im Juni beobachtete Brandecker einen Einsatz von zwei OSD-Angehörigen. Im Nachbarlokal wurden sie zwei Angetrunkenen gegenüber handgreiflich. Eine Person warfen sie laut Brandecker brutal zu Boden und legten ihm Handschellen an. Das ging Brandecker dann doch zu weit: Er kritisierte das Vorgehen der OSDler als unangemessenes Vorgehen. Das gefiel den beiden nicht, weshalb sie den Schauspieler aufforderten , sich auszuweisen. Eine rechtlich nicht zulässige Maßnahme, der sich Brandecker zu Recht verweigerte. Die OSDler fühlten sich nun herausgefordert, und es entspann sich ein Wortgefecht. Weil er angeblich auch noch eine Zigarettenkippe weggeworfen hatte, sollte Brandecker nicht nur wg der Verweigerung der Angaben zur Person, sondern auch noch wegen „Wegwerfens von Abfall“ Strafe zahlen – insgesamt 133,50 Euro. Am 16. Januar kommt es nun zum Prozess, da Brandecker Widerspruch einlegte. Offenbar mag der OSD keine Zivilcourage, wie sie doch immer wieder eingefordert wird.

mieten steigen weiter

Selbst der Mietspiegel für Düsseldorf, der jedes Jahr vom Mieterverein zusammen mit dem Hausbesitzerverein „Haus und Grund“ erstellt wird, muss feststellen, dass die Mieten in Düsseldorf weiter steigen. Der Mietspiegel hinkt den Realitäten immer weit hinterher und zeichnet kein realistisches Bild der Wohnsituation in Düsseldorf. Die Publikation stellt eine durchschnittliche Steigerung von 5,2 % bei den Mieten fest, allerdings bei den Bestandsmieten. Was Neuvermietungen angeht, haben keine Übersicht, wie beide Vereine feststellen mussten. Es wird also immer noch viel zu wenig preiswerter Wohnraum gebaut, auch wenn Baudezernent Bonin das Gegenteil behauptet. Großkotzig stellte er sich im Wohnungsausschuss hin und behauptete allen Ernstes, dass das Konzept „Zukunft Wohnen. Düsseldorf“ greifen würde, das bei Bauten ab 100 Wohneinheiten die Errichtung von 20 Prozent gefördertem Wohnraum und / oder 20 Prozent „preis­gedämpftem“ Wohnraum für zehn Euro pro Quadratmeter vorsieht. Zustande kam dieses Instrument von CDU und FDP, dem nachher auch die Grünen zugestimmt haben, überhaupt nur aufgrund des öffentlichen Drucks. Vorher hatten Elbers & Co. immer behauptet, feste Quoten würden Investor*innen verschrecken.
Allerdings reichen die Maßnahmen nicht. Die Stadt erstellte im Jahr 2013 1.000 Baugenehmigungen für Wohnungen. Gebaut werden müssten aber 4.000, um die angespannte Marktsituation zu beheben, wie selbst die Stadt in ihren Publikationen feststellt.

höhere vrr-preise und andere kleinigkeiten

Alle Jahre wieder erhöht der VRR die Preise, so auch zum 1. Januar 2014. Allerdings erschließt sich der VRR noch ganz andere Einnahmequellen, indem er den angeblich viel zu vielen Nichtzahler*innen das Leben schwerer macht. Der Verkehrsverbund plant elektronische Zugangskontrollen zu Bussen und Bahnen, so dass man ein- und auschecken muss. Mit der zugehörigen Karte wird dann die tatsächlich zurückgelegte Strecke abgerechnet. Die gespeicherten Informationen können dann auch dazu dienen, für besonders beliebte Strecken oder Fahrzeiten die Tarife zu heben. Mit einfachsten Mittel sind auch Bewegungsbilder möglich, der Datenschutz wird aushebelt. Ein gefundenes Fressen für alle Überwachungsbehörden.

und tschüss

Es wurde schon länger gemunkelt, aber nun ist es offiziell. Der Düsseldorfer Polizeipräsident Schenkelberg geht und wechselt im Februar ins Justizministerium. Nun folgen alle möglichen Lobhudeleien, denen die Terz sich natürlich nicht anschließt. Schenkelbergs Dienstzeit war insgesamt nicht von außergewöhnlichen repressiven Massnahmen geprägt. Dennoch gab es von seiten seiner Untergebenen immer wieder teils erhebliche Übergriffe, die er stets rechtfertigte und deckte. Sein erster Bewährungseinsatz war der Naziaufmarsch am 3.6.2006 in Düsseldorf. Er versuchte weder, den Naziaufmarsch gerichtlich zu verhindern, noch teilte er der Öffentlichkeit die Route mit. Der Einsatz der Düsseldorfer Polizei war geprägt von dem unbedingten Ziel, den Nazis ihre Demonstration zu ermöglichen. Dabei kam es zu Übergriffen der Beamt*innen, teilweise auch auf Unbeteiligte und dem illegalen Einkesseln von Antifaschist*innen. Alles natürlich im Sinne der Demokratie. Das wurde dann auch sozusagen der geflügelte Ausdruck von Schenkelberg. Nach dem Naziaufmarsch 2006 sah er auch weiterhin keine Veranlassung, angemeldete Nazi-Aktivitäten öffentlich zu machen. Alles im Sinne der Demokratie natürlich. Am racial profiling, also dem Durchführen von Kontrollen nach rassistischen Gesichtspunkten, fand Schenkelberg ebenfalls nichts Ehrenrühriges. So richtig ausleben durften sich seine Beamt*innen in dieser Hinsicht dann 2012 beim Geflüchteten-Camp, wo es massive Schikanen gab. Alles natürlich im Sinne der Demokratie. Als die Kritik an der Protest-Aktion zunahm, versuchte Schenkelberg das Camp gerichtlich verbieten zu lassen, da seiner Ansicht nach ein Camp keine Demonstration sei. Das Verwaltungsgericht Münster folgte ihm dabei zu seinem Bedauern aber nur teilweise. So ging es weiter mit den Drangsalierungen. Alles im Sinne der Demokratie natürlich. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Insofern: Hau doch ab! Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

nun doch geld für gedenkstätte

Klammheimlich wollte sich die Stadt aus der Verantwortung für die Finanzierung der Gedenkstätte am ehemaligen Schlachthof in Derendorf stehlen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden dort jüdische Bürger*innen aus Düsseldorf und dem Niederrhein zusammengeführt und dann vom nahegelegenen Güterbahnhof aus in die Ghettos von Lodz/Litzmannstadt, Minsik, Riga und Izbica bei Lublin sowie nach Theresienstadt und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert. Von den mindestens 6.000 Menschen, die von Derendorf aus abfuhren, überlebte nur eine winzig kleine Anzahl. Jahrzehntelang kümmerte sich die Stadt Düsseldorf überhaupt nicht um diesen Ort. Außer einer kleinen Gedenktafel erinnerte bis zum Schluss nichts an dieses Verbrechen, an der auch die Stadt selber und Düsseldorfer Bewohner*innen beteiligt waren.
Im Zuge des Neubaus der Fachhochschule sollte ein Erinnerungs- und Lernort mitten auf dem Campus erstehen. Allerdings war die Gedenkstätte von Anfang an vollkommen unterfinanziert. So mussten also unwürdige Bettelgänge bestritten werden. Bei der Vorstellung ihrer Pläne in der zuständigen Bezirksvertretung belehrte die CDU die Macher*innen der Gedenkstätte erst einmal, was sie zu machen hätten. Immerhin wurde dann ein Betrag von 20.000 Euro bewilligt. Allerdings fehlen damit immer noch etwa 200.000 Euro. Die LINKE brachte dann zur Haushaltssitzung einen Antrag ein und forderte die Bereitstellung der benötigten Mittel. Die Grünen brachten dann noch einen eigentlich überflüssigen Ergänzungsantrag ein, der die Übernahme von nur 120.000 Euro vorsah. Auf jeden Fall kamen CDU und FDP mit ihrer Haltung, prinzipiell alle Anträge der LINKEN abzulehnen, in die Bredouille, weil das sie jetzt als Gegner der finanziellen Unterstützung des Gedenkortes erscheinen ließ. Also wurde im kleinen Kreis beratschlagt, dass die Stadt, wenn der Antrag der LINKEN zurückgezogen wird, die letztlich fehlenden Mittel übernehmen wird.

spende für private schule

Dass CDU und FDP vor allem das Wohl der Reichen am Herzen liegt, zeigt sich immer wieder. Allerdings selten so massiv wie bei der Spende der Stadt an eine private Schule. Zwischen Lohausen und Kaiserswerth ist der Sitz der Internationalen Schule Düsseldorf (ISD), die neben ein paar wenigen subventionierten Plätzen vor allem den Kindern von Manager*innen und Diplomat*innen vorbehalten ist, denn den fünfstelligen Jahresbeitrag können sich nun mal nur wenige Familien leisten. Um die ach so armen Eltern bei Laune zu halten, spendiert Schwarz-Gelb der Schule einen neuen Kunstrasen-Platz, einen Basketball-Platz, Weitsprung- und Laufanlagen sowie ein Beachvolleyfeld. Die Kosten dafür liegen nach Schätzungen bei ca.1,5 Millionen Euro, davon zahlt der ISD ein Drittel und die Stadt den Rest, also mindestens eine Million Euro. Dabei zahlt die Bildungsstätte noch nicht mal für den Sportplatz Miete. Seit 1998 wird der ISD die Sportanlage am Nagelsweg unentgeltlich zu Verfügung gestellt. Währenddessen warten andere Vereine weiterhin auf einen Kunstrasenplatz – vornehmlich in den eher ärmeren Vierteln. Um für diese Luxus-Subventionierung in der Sitzung der Bezirksvertretung die notwendige Zustimmung zu bekommen, warben CDU und FDP damit, dass die Anlagen nach dem Umbau auch anderen Sportler*innen zu Verfügung stehen würden. Nur schade, dass die Kapazitäten schon jetzt ausgeschöpft sind.

tod in heiligenhaus

Am Sonntag, den 08.12. starb in Heiligenhaus der Geflüchtete Kallo Al-Hassan (genannt Hassan). Er wurde 43 Jahre alt. Mindestens zwölf Jahre hat er in Heiligenhaus im Flüchtlingslager gelebt. Wie die Geflüchteten aus Heiligenhaus berichten, ging es Hassan in der letzten Woche vor seinem Tod sehr schlecht. Er verlor immer mehr Gewicht. Am Sonntagmittag brach er schließlich zusammen und konnte sich nicht mehr bewegen. Sein Freund und Mitbewohner aus der Flüchtlingsunterkunft versuchte vergeblich, telefonisch Hilfe zu holen und einen Krankenwagen zu rufen. Um 13:16 Uhr rief er die Notrufnummer 112 an. Dort habe man ihn gefragt, was für eine Krankheit der Patient denn habe. Der Freund antwortete, er wisse es nicht, weil er ja kein Arzt sei, aber es wäre sehr schlimm, und der Mensch könnte sterben. Daraufhin habe man ihm nur geantwortet, er solle erst einmal einen Arzt anrufen. Der Freund rief dann eine Viertelstunde nach dem ersten Notruf beim Polizeinotruf an. Dort wurde ihm gesagt, man sei nicht zuständig; es sei nicht das Problem der Polizei, wenn jemand krank sei. Zwei Stunden lang, so berichten die Geflüchteten, kam kein Krankenwagen. Ein anderer Freund informierte schließlich telefonisch einen Notarzt. Der Arzt rief sofort, als er Hassan sah, den Krankenwagen an. Der Krankenwagen kam dann auch, allerdings erst mehr als zwei Stunden nach dem ersten Notruf. Die Geflüchteten berichten, dass Hassan erst zwischen 15:30 und 16 Uhr ins Krankenhaus Niederberg auf die Intensivstation gebracht worden sei. Am nächsten Tag wurde dem Freund dort mitgeteilt, dass Hassan gestorben sei. Der Arzt habe gemeint, dass Hassan wahrscheinlich noch leben würde, wenn er Stunden früher behandelt worden wäre. Auch die Heiligenhauser Geflüchteten erfuhren am darauffolgenden Montag erst durch die Polizei von Hassans Tod. Alle waren voller Trauer, weil alle Hassan sehr gerne hatten. Viele haben ihn „Papa Hassan“ genannt. Viele hatten – und haben – auch Angst, weil nicht klar war, ob Hassan an einer ansteckenden Krankheit gestorben ist. Die Polizei teilte ihnen mit, dass am nächsten Morgen jemand von der Stadt kommen und ihnen die Todesumstände erklären würde. Am nächsten Morgen kam aber niemand. Daraufhin wurde eine spontane Geflüchteten-Demonstration zum Heiligenhauser Rathaus organisiert. Die Geflüchteten berichteten über ihre Lebensbedingungen in der Schule, darüber, dass sie nur eine Dusche und viel zu wenig Toiletten für alle etwa achtzig Bewohner*innen haben, dass sie sich mit bis zu zehn Personen ein Zimmer teilen, dass es oft kein warmes Wasser gibt und die Heizung nicht richtig funktioniert. Die Wohnbedingungen machten sie krank.
http://soli-komitee-wuppertal.mobi