Der gigantische Fleischhunger

Im Januar 2014 erschien der aktuelle „Fleischatlas“ des „Bundes für Umwelt- und Naturschutz“ (BUND), der „Heinrich-Böll-Stiftung“ und „Le Monde diplomatique“. Er präsentiert neue Daten und Fakten über die Nutzung von Tieren als Nahrungsmittel.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Fleisch. So wird die Fleischproduktion bei gleichbleibendem Bedarf von aktuell 300 Millionen Tonnen auf 470 Millionen Tonnen im Jahr 2050 erhöht werden. Zwar nahm der Fleischverbrauch in Deutschland im Jahr 2012 um zwei Kilogramm pro Mensch und Jahr ab, lag jedoch im Schnitt immer noch bei 60 Kilogramm. Zum Vergleich dazu liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Afrika bei weniger als 20 Kilogramm Fleisch, weltweit sind es 43 Kilogramm. In Deutschland werden pro Jahr 754 Millionen Tiere geschlachtet, darunter sind 58 Millionen Schweine, 630 Millionen Hühner und 3,2 Millionen Rinder. Deutschland liegt damit europaweit an erster Stelle im Schweineschlachten. China ist weltweit der größte Schweinefleischproduzent mit 50 Millionen Tonnen Schweinefleisch im Jahr, noch stammt die Hälfte davon aus kleinbäuerlichen Betrieben. Mit den wachsenden Strukturen der Schlachtindustrie geht ein steigender Bedarf an Futtermitteln einher. Aktuell werden 70 Prozent aller Agrarflächen für die Produktion von Tierfutter verwendet. Allein der Bedarf an Sojafuttermitteln wird bis zum Jahr 2050 von 260 Millionen Tonnen auf 500 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Auch von der Getreideernte werden weltweit 40 bis 45 Prozent zu Tierfutter verwertet. Zudem kaufen reichere Länder gigantische Anbauflächen im Ausland ein. Beispielsweise nutzt die europäische Fleischproduktion pro Jahr ungefähr 13 Millionen Hektar Anbaufläche in Südamerika für Tierfutter. Die Folgen der ausweitenden Lust auf Fleisch sind fatal: Abgesehen davon, dass Fleisch mit Hormonen und Antibiotika verseucht ist, wächst das Tierleid durch die Massentierhaltung. Schlachtbetriebe verwandeln sich in Schlachtfabriken, in denen „Dumpinglöhne und katastrophale Arbeitsbedingungen“ die Regel sind. Kleinbäuer*innen werden vom Markt zurückgedrängt und/oder sogar enteignet (Landgrabbing), Regenwälder werden gerodet, um Anbauflächen für Tierfutter zu erhalten, der Boden wird mit Pestiziden verseucht. Durch die Verdrängung von Anbauflächen, deren Ernteerträge direkt für die Ernährung der Menschen gedacht sind, steigen die Grundnahrungsmittelpreise weltweit. Die Herausgeber*innen des „Fleischatlas“ warnen zudem davor, dass durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TIPP) auch in der BRD Fleisch, das mit Hormonen verseucht oder genmanipuliert sei, verkauft werden könne. Als Konsequenz für die drastischen Folgen der Fleischproduktion fordern die Herausgeber*innen, dass traditionelle Kleinbäuer*innen und Nomad*innen unterstützt werden sollen, Intensivmastanlagen keine staatlichen Hilfen mehr bekommen dürften und eine artgerechtere Tierhaltung mit weniger Tieren pro Fläche und mehr Eigenanbau von Futtermitteln betrieben werden soll.
Weitere Infos unter: http://boell.de/de/fleischatlas

Das AStA-Ökologiereferat

Um Menschen dafür zu begeistern, zur Abwechslung auch einmal vegan zu kochen und zu essen, wird das AStA-Ökologiereferat in Kooperation mit dem AStA-Referat für Interkulturelles im Laufe des Sommersemesters 2014 vegane Kochkurse anbieten. Termine und Infos werden rechtzeitig auf der Homepage des AStA bekanntgegeben.


Termine

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

24. Februar 2014 / 19.30 Uhr / Linkes Zentrum - Hinterhof
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Euro-Kritik von rechts. Die „Alternative für Deutschland“ vor den Europawahlen
Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)
Nur knapp hat die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) im September 2013 mit 4,7 Prozent den Einzug in den Bundestag verpasst. Dafür sind unmittelbar nach den Wahlen, die zuvor genug Druck erzeugt hatten, um die unterschiedlichen politischen Spektren in der Partei zusammenzuhalten, die Flügelkämpfe offen eskaliert. In NRW trat zunächst ein Großteil des Landesvorstands zurück, in Hessen war der Landesverband nicht mal zur Wahl eines neuen Vorstandes in der Lage. Ursache ist, dass der Rechtsaußen-Flügel nun endlich in die Offensive gehen möchte, während die Professorenriege um Parteichef Bernd Lucke genau dies zu verhindern sucht. Die Veranstaltung informiert über die AfD, ihr Binnenleben und ihre Flügelkämpfe vor den Europawahlen.
INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet aktuell jeden letzten Montag im Monat statt, zumeist im Zentrum Hinterhof, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) sowie wechselnden weiteren KooperationspartnerInnen.

31. März 2014 / 19.30 Uhr / Linkes Zentrum - Hinterhof
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Zwischen Opfermythen und Heldenkult. Erinnerungsorte der extremen Rechten
Referent: Michael Sturm (Historiker)

28. April 2014 / 19.30 Uhr / Linkes Zentrum - Hinterhof
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Die extreme Rechte in Europa vor der Europawahl 2014
Referent: Carsten Hübner (Journalist)

Nähere Infos: http://beta.linkes-zentrum.de/gruppen/input