Aus dem Zwangskorsett!

Auch dieses Jahr wird am 08. März wieder der „Weltfrauentag“ gefeiert. Auf den Straßen werden lächelnd Prosecco und Rosen an die Damenwelt verschenkt. Blumenläden, Parfümerien und Schmuckgeschäfte sind auf erhöhten Absatz eingestellt. Endlich wird Frauen wieder Aufmerksamkeit zuteil, des Frauseins wegen. Sie dürfen sich besonderer Angebote in Schönheitssalons erfreuen, sich mal was Gutes tun, und die Männer sind ein Stückchen netter als sonst, mit etwas Glück sogar zuvorkommend. Am 08. März wird sicherlich die Sonne scheinen. Wer käme bei dieser gelebten Erfahrung auf den Gedanken, diesen idyllischen Tag mit dem Begriff des Kampfes in Verbindung zu setzen? Die Antwort ist unerheblich, denn auch heute brauchen wir nicht mit offenen Augen durch die Welt zu tingeln, um Ungleichbehandlung zu erkennen. Die Politik und die Medien (angesagt ist Gender Mainstreaming) haben längst erkannt, dass es Ungleichheiten zwischen Männern* und Frauen* gibt. Frauen* machen bessere Abschlüsse und verdienen dennoch weniger. Gleichermaßen werden unüberhörbar Stimmen laut, dass Frauen* viel zu stark bevorzugt würden. Schon die armen Jungs* müssten in der Schule hinten sitzen und würden immer ermahnt. Kein Wunder, dass in der Düsseldorfer Hochschulatmosphäre ein Hauch von autonomem Männer*referat liegt. Kein Wunder, dass Frauen* schuld seien. Wir weigern uns, Mitleid zu entwickeln, wenn sich ‚das starke Geschlecht’ in der Opferrolle wiegt. Da alle Menschen von Diskriminierung mindestens einfach betroffen waren (und viele es immer bleiben werden und/oder mehrfach sind), könnte es doch im Interesse aller* liegen, diese herrschenden Machtun­gleichgewichte aufzu… – ach, wir wissen doch, wie es läuft, und ein Gefasel von Frauen* und Männer* seien schon gleichberechtigt, ist sowieso ’n riesiger Humbug! Wir haben uns in ein Korsett von Erwartungen zu zwängen, das uns nach den Regeln einer ausgedachten Normierung angelegt wird, und damit sind alle Geschlechter gemeint! Und zu Recht sind nicht alle* bereit, sich dem hinzugeben, selbst wenn es ehrlich schwer ist. Deswegen gibt es den Weltfrauen*kampftag, weil Annahmen zu „natürlichen Gegebenheiten“ mutieren, und die Konsequenzen untragbar bleiben. Es bleibt notwendig für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sowie sexuelle Selbstbestimmung zu kämpfen.

Unter dem Motto: „Jetzt schlägt´s 13 – Wir bauen uns unsere Welt, wie sie uns gefällt“, werden Frauen* aus den verschiedensten Bereichen und Lebensumfeldern 20 Jahre nach dem bundesweiten Frauen*streiktag gemeinsam deutlich machen, dass sie nicht bereit sind zu ertragen.

Um 13 Uhr finden wir uns am 08. März auf dem Rathausplatz ein, um unseren Vorstellungen, Gedanken und Wünschen, aber auch unserer Wut über die aktuellen Zustände Raum zu verschaffen.


Termine

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 31. März, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Zwischen Opfermythen und Heldenkult. Erinnerungsorte der extremen Rechten
Referent: Michael Sturm (Historiker)
Für die extreme Rechte in Deutschland spielt der Umgang mit „Geschichte“ eine wichtige Rolle. Der historische Nationalsozialismus bildet in diesem Kontext nach wie vor einen zentralen Bezugspunkt. Die Verbrechen des NS-Regimes werden entweder geleugnet oder stark relativiert. Das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wird als „Schuld-Kult“ diskreditiert. Darüber hinaus versuchen die AkteurInnen der extremen Rechten jedoch auch, eigene „Erinnerungsorte“ zu schaffen, die nicht nur topografische Orte, sondern auch Erzählungen, Mythen und spezifisch gedeutete Ereignisse umfassen können. Sie müssen sich nicht zwangsläufig auf den Nationalsozialismus beziehen und pendeln zwischen Opfererzählungen und heroisierenden Narrativen. Erinnerungsorte sollen eine identitätsstiftende, vergemeinschaftende Funktion erfüllen. Sie finden ihren Ausdruck in Inszenierungspraktiken wie etwa Aufmärschen und Kundgebungen, beispielsweise in Magdeburg, Dresden und Bad Nenndorf, sie spiegeln sich aber auch in unter den AkteurInnen der extremen Rechten ständig abrufbaren Themen und Begriffen.
Der Vortrag beleuchtet die Argumentationsmuster sowie die in die Szene hineinwirkende strategische und identitätsstiftende Bedeutung extrem rechter Geschichtspolitik. Zudem soll aber auch die Frage diskutiert werden, ob und in welchem Maße die Erinnerungsorte der extremen Rechten anschlussfähig sind zu geschichts- und erinnerungskulturellen Debatten und Deutungsmustern in der „Mitte der Gesellschaft“.
Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken – Kreisverband Düsseldorf
INPUT-Vorankündigung:
28. April 2014, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof: Die extreme Rechte in Europa vor der Europawahl 2014, Referent: Carsten Hübner (Journalist)
Nähere Infos: http://beta.linkes-zentrum.de/gruppen/input

Das AStA-Kulturreferat präsentiert:

Samstag, 15.03.2014, ab 20 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9
Schreiraum Konzert
Foreverendstoday, Neberu, Deflected, Solaced

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
In der Veranstaltungsreihe „Alles muss man selber machen – Ansätze der Selbstorganisierung“:
Do., 06. März, 20 Uhr: Organisation im Prekariat
Mi., 19. März, 20 Uhr: Staatskritik
http://beta.linkes-zentrum.de/termine