Grenzenlos solidarisch

für eine Demokratie von unten!

#democracy #commons #solidarity

Eine Woche vor den Wahlen zum Europaparlament ruft Blockupy für den 15. – 25. Mai 2014 in vielen Städten Europas zu internationalen Tagen des Widerstandes gegen die Politik von EU und Troika auf (mayofsolidarity.org).

Sie sind unsere Antwort auf das massive und beispiellose Verarmungsprogramm für die Menschen vor allem in Südeuropa. Denn was als „Krisenlösung“ oder „notwendige Reformen“ von den Regierenden verkauft werden soll, hat dort eine humanitäre, soziale und politische Katastrophe verursacht. Mit dem gleichen Argument der „Alternativlosigkeit“ wird auch in Deutschland vorgegangen: Die Maßnahmen haben zwar nicht dasselbe Ausmaß, aber dieselbe Richtung: Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer.

Deswegen sagen wir – als Teil eines breiten, transnationalen Bündnisses von Bewegungen und Organisationen aus ganz Europa und darüber hinaus: Wirkliche Demokratie entsteht von unten, aus unseren vielfältigen Kämpfen um Gerechtigkeit und Anerkennung. Sie bekämpft jeden Nationalismus und Rassismus, weil sie auf der grenzüberschreitenden Solidarität der Menschen und Bewegungen basiert. (aus dem Aufruf von blockupy zu den Aktionstagen • https://blockupy.org)

17. MAI - AKTIONSTAG IN DÜSSELDORF WARM UP FÜR BLOCKUPY IM HERBST 2014

Unsere Choreo für Blockupy 2014 steht!
Am 17. Mai 2014 wird es turbulent in Düsseldorf: Eine dicke Demo, bunte Blockaden, kleine und große Aktionen und vor allem viele, viele Aktivist*innen, die zwischen HBF, Kö und Flughafen unterwegs sein werden.

Der Düsseldorfer Aktionstag, zu dem I Furiosi (organsiert in der Interventionistischen Linken) mit dem Bündnis Blockupy NRW aufrufen, ist ein Teil der Internationalen Tage des Widerstandes und des zivilen Ungehorsams gegen das europäische Krisenregime, die vom 15.-25. Mai stattfinden. Soziale Bewegungen und Organisationen aus ganz Europa verstehen diese Aktionstage auch als Auftakt für die Proteste gegen die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt im Herbst. Sie haben sich auf ein gemeinsames Motto geeinigt: Grenzenlos solidarisch – für eine Demokratie von unten!

Mit einer Veranstaltungsreihe zu den Schlagworten des Blockupy-Bündnis - #democracy, #commons, #solidarity - thematisieren wir basisdemokratische Selbstverwaltung - als Alternative zu staatlichen Strukturen, als Idee des Gemeingutes und in Betrieben ohne Chef.


Termine:

29. April: #democracy Aufbau von demokratischer Selbstverwaltung in Türkisch-Kurdistan (zusammen mit Cenî und See Red)
19.30 Uhr im Linken Zentrum Düsseldorf, Corneliusstr. 108

7. Mai: #solidarity Vio.me – eine besetzte Fabrik in Griechenland
19.30 Uhr im Linken Zentrum Düsseldorf, Corneliusstr. 108

12. Mai: #Commons Ihr Kinderlein – Was ist commons?
19.30 Uhr im Linken Zentrum Düsseldorf, Corneliusstr. 108


# COMMONS IHR KINDERLEIN!
12. Mai, 19.30 Uhr im Linken Zentrum Düsseldorf, Corneliusstr. 108
Alles für alle klingt so gut und so einfach - und eigentlich ist genug für alle da! Doch der Zugang zu Ressourcen, die alle zum Leben brauchen, ist auf dem neoliberalen Markt durch Privateigentum beschränkt. Ob es sich um materielle Ressourcen wie Wasser, Saatgut oder Gesundheit handelt, oder um immaterielle Güter wie Bildung und Wissen - wer daran teil hat, bestimmen nicht die Produzent*innen und Konsument*innen selbst, sondern kapitalistische Interessen.
Commons sind dagegen die Idee sozialer Modelle, in denen Ressourcen zu Gemeingütern werden und nach selbst und vor Ort ausgehandelten Regeln kollektiv verwaltet, bewirtschaftet und genutzt werden.
Wir wollen uns mit den Grundfragen der commons-Idee auseinander setzen:
Was ist mit dem Begriff überhaupt gemeint?
Wo sind Fallstricke und Grenzen?
Wie sieht es aus mit Beispielen kollektiver Güternutzung aus dem hier und jetzt, sind Projekte wie z.B. das Mietshaussyndikat, Creative Commons oder Bürgerkraftwerke schon commons?
Sind commons nur kleine Seifenblasen im Falschen, oder taugen sie als praktisches Instrument in Kämpfen um tatsächliche gesellschaftliche Veränderung?

#democracy - Demokratie von unten ist möglich
Der Aufbau von demokratischer Selbstverwaltung in Türkisch-Kurdistan
29. April, 19.30 Uhr im Linken Zentrum Düsseldorf, Corneliusstr. 108
Eine Veranstaltung von I Furiosi, Cenî, See Red und Infocafé
Politik und Demokratie bedeutet mehr als die Beteiligung an Wahlen. Aber wie kann eine wirkliche Demokratie von unten innerhalb eines bestehenden Systems aussehen und praktiziert werden? In einer Veranstaltung im Rahmen von blockupy2014 wird das kurdische Frauenbüro Cenî über die Versuche berichten demokratische Autonomie in Türkisch-Kurdistan umzusetzen.
Seit einigen Jahren findet eine Neuausrichtung der kurdischen Bewegung statt. Anstatt auf Umsturz und Machtübernahme zu setzen wird ein Modell einer „demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft“ favorisiert. Den Worten folgten dann auch Taten. Einerseits ermöglichte die Teilnahme an der Kommunalwahl 2009 erstmals, dass tausende Menschen aus der Bewegung in kommunale Verwaltungen als Bürgermeister*innen, Abgeordnete und in die Verwaltung einzogen. Andererseits wurde der Aufbau von autonomen Räten, wie z.B. Frauenräten, Stadtteilräten, etc. begonnen als Parallelstruktur zu den staatlichen Strukturen.
Dieser Aufbau ist begleitet von massiver Repression seitens des türkischen Staates. Schon kurz nach der Kommunalwahl 2009 wurden mehrere tausend kommunale kurdische Beamt*innen, Bürgermeister*innen, etc. festgenommen und sitzen teilweise bis heute in den Knästen unter dem Vorwurf des Terrorismus. Trotz der einseitigen Ankündigung eines Waffenstillstandes seitens der PKK-Guerilla, ist Kurdistan von einer massiven Militarisierung durch das türkische Militär betroffen.
Dessen ungeachtet wird weiterhin am Aufbau autonomer Strukturen gearbeitet. Vorrangiges Ziel der Demokratischen Autonomie ist es, allen gesellschaftlichen Gruppen und Identitäten basisdemokratische Organisierung zu ermöglichen.
Dieser Demokratische Konföderalismus in Form einer „nichtstaatlichen, politischen Verwaltung“ oder als „Demokratie ohne Staat“, geht davon aus, dass Demokratie nur dort gedeihen kann, wo der Staat an Einfluss verliert.
Rätestrukturen beinhalten sowohl eine horizontale als auch eine vertikale Organisierung. Sie bedeuten eine Abkehr vom staatlichen Zentralismus, da Entscheidungen von der Basis aus getroffen werden. Diese Partizipation führt zu einer Politisierung der Gesellschaft, da jede und jeder zu einem autonomen politischen Akteur bzw. einer politischen Akteurin werden kann. Ziel der Selbstverwaltung ist der kontinuierliche Aufbau von Strukturen jenseits des Kapitalismus, von Strukturen, die sich aktiv gegen Patriarchat, Feudalismus und jede Form von Unterdrückung richten.
In der Veranstaltung soll einerseits dargestellt werden wie der Aufbau demokratischer Strukturen stattfindet sowie der momentane Zustand, insbesondere nach der Kommunalwahl Ende März. Andrerseits sollen auch, neben der Repression, Probleme, Schwierigkeiten und Erfolge zur Sprache kommen um zu sehen, ob die kurdische demokratische Autonomie ein Modell für hier sein kann.