Nuklearkatastrophale Jahrestage, „Energiewende“ und (k)ein „Endlager“ in Sicht

Am 26. April jährt sich die Reaktorexplosion im Atomkraftwerk Tschernobyl zum 28. Mal. Die radio­aktive Wolke verstrahlte 1986 viele europäische Regionen auf unabsehbare Zeit. In Belarus, der Ukraine und Russland leben weiterhin fünf Millionen Menschen in radioaktiv verseuchten Gebieten. Die Atomruinen von Fukushima sind seit Beginn der Unfallserie am 11. März 2011 außer Kontrolle, hunderte Tonnen verstrahltes Kühlwasser strömen täglich in den Ozean, die Region um Fukushima wird nie wieder bewohnbar sein. Doch statt die nötigen Mittel für Reparaturen, Rückbau der Atomanlagen, medizinische Versorgung und Entschädigungen aufzubringen, plant die Regierung milliardenschwere Investitionen für den Bau von Sportanlagen zur Ausrichtung der olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. Sportler*innen aus aller Welt sollen den Pro-Atom-Kurs legitimieren, zugleich wird die „nationale Identität“ gestärkt – im Interesse des Kapitals.

Die „Energiewende“ – eine Farce

Doch welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus Fukushima gezogen? Neun Reaktoren sind in Deutschland noch am Netz, bis zum Abschalten sind es noch mindestens neun Jahre. Die bayerische Landesregierung will die Kapazitäten des AKW Gundremmingen sogar erhöhen, um aus dem Altmeiler noch einmal richtig Profit zu ziehen. Die Uranfabrik Gronau und die Brennelementefabrik Lingen laufen unbefristet weiter. Die Bundesregierung finanziert mindestens bis 2020 mit steigenden Milliardenbeträgen den Bau des Atomfusionsreaktors ITER in Cadarache (Frankreich). Zugleich sabotiert sie den zügigen Ausbau der neuen Stromnetze, die für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen nötig sind. Langwierige Genehmigungsverfahren, Lieferengpässe und technische Probleme werden als Gründe vorgeschoben, zugleich wird gegen erneuerbare Energien gehetzt, diese seien schuld am Strompreisanstieg. Die gesamte Infrastruktur im Hinblick auf den Ausbau der Stromnetze ist allein auf die Planungen der großen Stromkonzerne ausgerichtet, die mit Atomstrom ihre Profite einfahren. Und auch Offshore-Windparks können nur von den großen Stromkonzernen gebaut werden. Die erneuerbare Energie aus Sonne, Wind und Wasser mit dezentraler Infrastruktur ist vom Kapital und vom Staat nicht gewollt. Sie bekommen immer weniger staatliche Förderung, oder der Ausbau regionaler Stromnetze wird nicht vorangetrieben.

Im Juni 2013 beschlossen CDU/CSU, FDP und GRÜNE zudem ein Endlagerauswahlgesetz, eine Legitimation für etwas, was es gar nicht geben kann. Es gibt kein sicheres Atommüll-Endlager! Unklar ist, wo weiterhin Castoren gelagert werden sollen und auf welchem Weg der für 2015 geplante Castor-Transport von Sellafield nach Deutschland kommen soll.

Unsere Forderung muss deshalb nach wie vor lauten: Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen! Sie machen Menschen krank, zerstören ihr Immunsystem, erzeugen Krebs und töten schon im störfallfreien Normalbetrieb durch radioaktive Niedrigstrahlung. Atomausstieg bleibt Handarbeit!


Termine

Das AStA-Referat „Café International“ präsentiert:

Freitag, 11. April, ab 21 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9
Opening Party Café International
Semester-Eröffnungsveranstaltung mit Live-Konzert der Reggae-Funk-Band „Jamaram“. Die Münchener Band spielt eine Melange aus Reggae, Funk, Latin und Blues. Danach: Funk-Musik von DJ Pierre. Eintritt: 3,- Euro! In Kooperation mit dem International Office.

Der AK Gedenkstättenfahrt präsentiert:

Mittwoch, 23. April, 20 Uhr, Linkes Zentrum - Hinterhof, Corneliusstr. 108
Auschwitz in der Erinnerungs- und Gedenkkultur
Vortrag mit anschließenden Infos zur nächsten Gedenkstättenfahrt Im August 2014 findet die 8. Gedenkstättenfahrt des AK Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim/Auschwitz statt. Fünf Tage lang besteht hier u.a. die Möglichkeit, die ehemaligen Lager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau) zu besichtigen, die Stadt Oświęcim kennenzulernen, im Rahmen einer Exkursion nach Kraków an Führungen über die Gelände des ehemaliges Ghettos und des KZ Plaszów teilzunehmen, sich mit den Themen Widerstand und Selbstbehauptung sowie Zeitzeug*innenschaft auseinanderzusetzen und nach Möglichkeit auch an einem Gespräch mit einer/m der wenigen noch lebenden Zeitzeug*innen teilzunehmen. Auf der Veranstaltung gibt es Informationen zur diesjährigen Reise, die insbesondere an antifaschistischen Themen interessierte Menschen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren ansprechen soll. Zunächst soll aber der Versuch unternommen werden, die unterschiedlichen erinnerungskulturellen Interpretationen von Auschwitz zu skizzieren. Ebenso soll diskutiert werden, welche Formen das Gedenken an die Shoa künftig annehmen wird.

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 28. April, 19.30 Uhr, Linkes Zentrum - Hinterhof, Corneliusstr. 108
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Die extreme Rechte in Europa vor der Europawahl 2014
Referent: Carsten Hübner (Journalist)
Umfragen zeigen, dass die extreme Rechte in vielen Ländern Europas auf dem Vormarsch ist. Die anhaltende Euro-Krise, eine inhumane europäische Abschottungspolitik gegen Geflüchtete und die offene Ausgrenzung und Verfolgung der Roma-Minderheit bestimmen große Teile der europapolitischen Debatte. Das spielt dem antieuropäischen, nationalistischen und extrem rechten Lager in die Hände. Das Ziel der europäischen Rechtsparteien ist klar: Im kommenden Europaparlament wollen sie eine eigene Fraktion bilden. Schon jetzt werden die Netzwerke verstärkt und Verabredungen für einen Wahlkampf getroffen. Das wird auch in Deutschland spürbar werden, zumal 2014 erstmals keine Prozent-Hürde zu überwinden ist. Mehrere rechtspopulistische und extrem rechte Parteien rechnen sich Chancen aus. Eine Veranstaltung in Kooperation mit SJD – Die Falken KV Düsseldorf.