festival contre le racisme
vom 2. bis 5. Juni 2014 an der FHD

Abschottung tötet!

Für eine humane Asylpolitik Deutschlands und der EU!

Zwar löst der Begriff der „Rasse“ im gesellschaftlichen Sprachgebrauch seit Ende des II. Weltkrieges Unbehagen aus, das ändert jedoch nichts an der Fortdauer der Praxen im institutionellen Rassismus oder der rassistischen Vorstellungen in den Köpfen der Menschen in unserer Gesellschaft.

Rassismus und Diskriminierung sind Formen der Ausgrenzung, die latent und manifest vorhanden sind. Institutioneller Rassismus findet sich u.a. im Bildungssystem, in den Medien oder auf dem Arbeitsmarkt, in sichtbarer oder – noch häufiger – in unsichtbarer, subtiler Form. Auch in der Sprache, wenn „Schwarzfahren“ gesetzwidriges Verhalten auf Kosten anderer meint oder in der Werbung, wenn karitative Organisationen auf ihren Spendenplakaten Menschen in Not ausschließlich in der Opferrolle darstellen, die nur durch die großzügige Hilfe der Weißen Menschen aus den industrialisierten Staaten Entwicklung erfahren können. Das zeigt, wie sehr noch immer koloniale (All-)Machtstrukturen vorherrschen, die das Bild im öffentlichen Raum und damit auch das Denken der Menschen beeinflusst. Auf diese Weise werden völlig verzerrte Identitäten von „Weißen“ und „Nicht-Weißen“ konstruiert. Es ist eine verantwortungslose Reproduktion einer langen historischen Kette gefährlicher und oftmals tödlicher Stereotypisierungen.

Wir fordern nicht nur Schritte vom Neokolonialismus hin zu einer Dekolonisierung in den einst offiziellen Kolonialländern, wir wollen diese Entwicklung auch in unserem Denken, Handeln und im gesellschaftlich sozialen Umgang miteinander anregen. Der Kampf gegen Rassismus muss Bestandteil eines Engagements für eine emanzipatorische Gesellschaft sein, die mit der Überwindung von Ausbeutung und allen Formen von Herrschaftsverhältnissen verbunden ist.

Mit den diesjährigen antirassistischen Aktionstagen wollen wir nicht nur einen Fokus auf die neokoloniale Beteiligung Deutschlands an der Ausbeutung und Destabilisierung verschiedener Länder des Südens zum Zweck der Profitmaximierung für multinationale Konzerne und der Zementierung einer deutschen Vormachtstellung richten. Ein Hauptthema ist die Situation der aus diesen Ländern geflüchteten Menschen. Menschen, die ihre Herkunftsländer nicht aus Reiselust verlassen und die oftmals bereits an den Außengrenzen Europas scheitern. Lampedusa wurde im letzten Jahr zum Symbol der inhumanen Migrationspolitik der Europäischen Union. Rassismus und Abschottung schlagen sich jedoch nicht nur in Asylgesetzen und entsprechender Politik nieder. Im öffentlichen Diskurs werden Flüchtlinge und Migrant*innen nicht vornehmlich als Menschen gesehen und beschrieben, sondern pauschal als Armutszuwanderer*innen. Politiker*innen individualisieren ihre Probleme, anstatt die Strukturen den Bedürfnissen anzupassen. Medien greifen dies auf und verstärken bestehende Ressentiments, so dass Rassismus in der Mitte der Gesellschaft anschlussfähig bleibt. Unbeachtet und verschwiegen wird, dass die Politik Deutschlands und der EU oft erst jene Fluchtursachen schafft, die Menschen zur Flucht nötigen.

Seit 2012 erstarken die Proteste der Flüchtlinge, die sich gegen die inhumane Asylpolitik Deutschlands sowie der gesamten Europäischen Union richten. Doch änderte sich bislang nichts. Das diesjährige festival contre le racisme soll ihren Forderungen mehr Aufmerksamkeit verleihen und sie unterstützen.

Näheres zum Programm: www.festival-fh-duesseldorf.de


Termine

Das AStA-Ökologiereferat präsentiert:

Dienstag, 17. Juni, ab 16 Uhr, großer Innenhof, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9
Verschenkbar
Die Verschenkbar geht in Runde 2, es heißt wieder schenken und geschenkt bekommen, bei einem kühlem Bier, Lifemusik und Snacks! Also, bringt alles mit, was Ihr nicht mehr braucht und erfreut euch an den Schätzen anderer.
Weitere Infos: asta-fh-duesseldorf.de

Das AStA-Referat „Café International“ präsentiert:

Donnerstag, 26. Juni, ab 19 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9
Café International Malaysia
Kulturelle Beiträge sowie Erfahrungsberichte von StudentInnen unter dem Motto „Zu Hause in Malaysia und Deutschland“. Zugang zum Café über die Außentreppe neben dem FH-Haupteingang Josef-Gockeln-Sraße. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem International Office.

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 30. Juni, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Casa Pound Italia: Mussolinis Erben
Referent: Heiko Koch (Buchautor), in Kooperation mit SJD – Die Falken Düsseldorf
Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre, ihre Anhänger nennen sich “i fascisti del terzo millennio”, die Faschisten des 3. Jahrtausends. Sie agieren mit aggressiv vorgetragenen Sozialforderungen, vordergründigem Anti-Kapitalismus und national-revolutionären Parolen. Dabei arbeiten sie bewusst mit den Folgen der aktuellen ökonomischen Krise und inszenieren sich als soziale Opposition von rechts außen. Mit einem breiten Angebot von sozialen, kulturellen und politischen Aktivitäten und unter Ausschöpfung moderner Kommunikationsmittel hat es CasaPound geschafft, sich von Rom aus über die ganze Apenninische Halbinsel zu verbreiten. Von Subkulturen und der radikalen Linken adaptierte Aktionsformen, jugendgerechtes Auftreten, popkulturelle Ästhetik und Lifestyle lassen von CasaPound das Bild einer vielfältigen und dynamischen Bewegung entstehen, die jedoch nach innen straff autoritär geführt wird. Vortrag und Diskussion. Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR)