Hilfe für Geflüchtete im Irak

...und auch das kurdische Rojava braucht Solidarität

medico international ist seit vielen Jahren, gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Haukari, in den kurdischen Gebieten des Nordiraks tätig und unterstützt dort seine lokalen Partner bei der Versorgung irakisch-arabischer Geflüchteter, die aus Städten, in denen ISIS die Kontrolle übernommen hat, geflohen sind. Auch in Syrien, in Syrisch-Kurdistan und im Libanon fördert medico international lokale Organisationen und steht den Geflüchteten in Not zur Seite. Besonders die kurdischen Siedlungsgebiete sind seit längerem der Bedrohung durch islamistische Milizen ausgesetzt. Sie verzeihen den Kurden weder ihr Experiment einer demokratischen Selbstverwaltung noch die garantierte Gleichberechtigung der Frauen.

Hilfe für die Geflüchteten im Nordirak

im NordirakNur 30 km entfernt von der aktuellen Frontlinie arbeiten die lokalen medico-Partner der Kurdish Health Foundation (KHF) in drei Geflüchtetenlagern nahe der Stadt Khanaquin.

Rund 6500 Iraker*innen suchen dort in Lagern Schutz vor dem Terror der IS-Milizen und den Kämpfen mit der Armee. Viele der überwiegend sunnitisch-arabischen und schiitisch-kurdischen Vertriebenen erzählen von ihren zerstörten Häusern und der enttäuschten Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. Einstweilen haben sie sich behelfsmäßig in einem bunten Meer von Campingzelten und Notunterkünften eingerichtet. Tausende weitere Binnen-Geflüchtete sind in Khanaquin bei Verwandten, in Pensionen oder in öffentlichen Gebäuden untergekommen. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Die Lage ist chaotisch. Trecks von Geflüchteten und Militärkonvois prägen das Stadtbild.

In den Geflüchtetenlagern unterstützen die medico-Partner die örtlichen Gesundheitsstrukturen bei der medizinischen Versorgung der Binnenvertriebenen. Diesen macht die große Hitze von nach wie vor fast 50 Grad schaffen. Die provisorisch in einer Lagerhalle eingerichtete Gesundheitsstation ist deshalb tagsüber Treffpunkt von vielen Menschen, vor allem Ältere, Schwangere, Kranke und Kinder finden sich ein – eben weil es dort kühl ist.

Die örtlichen Ärztinnen und Ärzte behandeln Hunderte Patient*innen pro Tag. Am häufigsten sind Durchfall und Hautkrankheiten. Daneben versorgt die Krankenstation auch chronisch Kranke und Schwangere.

Wegen der unklarer Verwaltungsstrukturen und um der Bereicherung von Clan-Strukturen nicht Vorschub zu leisten, führt KHF keine Einzelverteilungen durch, sondern unterstützt transparente Gemeinschaftsstrukturen, wie Gesundheitsstationen und Großküchen.

Eine Blutbank für Kobanê – Das kurdische Rojava braucht unsere Solidarität

Seit Wochen schon greifen die Dschihadisten der ISIS auch die kurdische Selbstverwaltung in Syrien an. Die syrische Grenzregion Kobanê liegt massiv unter Feuer.

In Kobanê können bislang keine Blutkonserven gelagert werden. Transfusionen gehen direkt von Mensch zu Mensch. Dadurch drohen zusätzliche Infektionen und Vergiftungen. Versorgt werden müssen an Leukämie erkrankte Kinder, Patient*innen mit chronischen Bluterkrankungen, aber auch eine täglich steigende Zahl von verletzten Zivilist*innen und all jene, die jetzt versuchen, ihr kurdisches Gemeinwesen im syrischen Rojava zu schützen. Mit Unterstützung der kurdischen Zivilgesellschaft in der Türkei hat medico jetzt einen Weg gefunden, die notwendigen medizinischen Geräte zur Lagerung von Blutkonserven nach Kobanê zu bringen. Eine Blutbank wird Leben retten.

Politische Unterstützung für die Jeziden und ihre kurdischen Verteidiger

Auch die meisten der rund 300.000 Jezid*innen, die noch vor wenigen Tagen an der 70 km langen Gebirgskette nahe der syrischen Grenze lebten, haben Zuflucht in den kurdischen Gebieten Syriens und des Irak gesucht. Die radikalreligiösen Terrorgruppen der ISIS versuchen aktuell einen Genozid an der religiösen Minderheit zu verüben. Die Massaker könnten das Ende der jezidischen Kultur im Nordirak bedeuten. Die Dschihadisten sprengen bereits ihre Kultstätten und heiligen Schreine. Aufgehalten werden können sie nur, wenn die internationale Politik den syrischen und irakischen Kurd*innen bei der Verteidigung der schutzlosen Jezid*innen Rückendeckung gewährt. Die Kurd*innen brauchen materielle und politische Unterstützung: Hier ist insbesondere die deutsche Bundesregierung gefragt.

medico fordert, dass diese Unterstützung unterschiedslos der kurdischen Regionalregierung im Irak und der Selbstverwaltung der kurdischen Kantone in Syrien (Rojava) gewährt wird. Es darf nicht sein, dass die einzigen, die sich wirklich für das Überleben der Jezid*innen und der anderen Minderheiten einsetzen, von der deutschen Außenpolitik weiter übergangen werden. Außerdem muss endlich Druck auf den NATO-Partner Türkei ausgeübt werden, damit das Nachbarland von Syrien und dem Irak nicht länger Transit- und Ruheraum von dschihadistischen Terrorgruppen bleibt, deren Mitglieder zunehmend auch aus Deutschland kommen.

http://www.medico.de

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