„Beat It“

Eine Veranstaltungsreihe der „Düsselfalken“

„Bei den Falken passiert wieder was, wir sind da und wir wollen uns einmischen und in den Diskurs mit anderen politischen Gruppen treten, […] auch gerne Kooperationen eingehen [...] Und auf diesem Weg ist die Veranstaltungsreihe Beat it! ein erster Schritt“, so Torsten Nagel, Geschäftsführer der „Düsselfalken“ in der diesjährigen Februar-Ausgabe der TERZ. Nun ist sie gestartet, die zweite – deutlich ausgebaute – Staffel der „Beat it“-Reihe, mit der die „SJD – Die Falken Düsseldorf“ in Kooperation mit dem „Antirassistischen Bildungsforum Rheinland“ über „die Gefahren von rechts informieren und für Toleranz und Diversity eintreten“ möchten.
Einige Highlights

Zwölf Vortragsveranstaltungen, eine 19-tägige Ausstellung, ein fettes und zwei kleine Konzert/e: Das neue „Beat it“-Programm, das bereits im September mit drei Vorträgen zu den Themen „Die ‚Bündische Jugend‘ zwischen Reichsjugendführung und Edelweißpiraten“ (gemeinsam mit INPUT und dem zakk) sowie zu „Musikalische Grauzonen“ und „Die extreme Rechte in Düsseldorf“ (gemeinsam mit INPUT) startete, kann sich sehen lassen. Ein Highlight ist die Präsentation der Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“, erstellt vom „Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V.“ und erstmals präsentiert am 8. November 2013 in Nürnberg, also in derjenigen Stadt, in der der NSU drei der zehn bislang bekannten Morde beging. Eröffnet wird die bis zum 25. Oktober im Foyer der Volkshochschule am Hauptbahnhof zu besichtigende Schau am 7. Oktober durch einen Vortrag der Ausstellungsmacherin Birgit Mair.

Die Aufklärung der Versäumnisse und Leerstellen rund um die Ermordung des Dortmunder Kioskbesitzers Mehmet Kubaşık und die beiden Kölner Sprengstoffanschläge wird dann am 27. Oktober im Rahmen der mit „Beat it“ kooperierenden Reihe „INPUT – antifaschistischer Themenabend“ behandelt werden. Aktueller Anlass ist die erst kürzlich vollzogene Einrichtung eines parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses durch die NRW-Landtagsfraktionen. Heike Kleffner, bis 2013 Referentin der Linksfraktion im Bundestag für den NSU-Untersuchungsausschuss, und Antonia von der Behrens, Rechtsanwältin und Nebenklagevertreterin der Familie Kubaşık, werden sich im ZAKK zum Thema „Der NSU-Untersuchungsausschuss in NRW – Chancen, Anforderungen und Fallstricke“ äußern.

Weitere Vortragsveranstaltungen

Vier weitere Vortragsveranstaltungen werfen zum einen einen Blick auf die extrem rechte Wahlparteienlandschaft in NRW nach den Kommunalwahlen (6. November im Falkenheim Gerresheim) und geben einen Überblick über die verschiedenen Spektren der extremen Rechten in Deutschland (15. Dezember in der Gaststätte „Butze“, Weißenburgstr. 18), zum anderen werden einzelne Aspekte aus dem Themenfeld „Extreme Rechte“ behandelt, nämlich die „Geschlechterbilder in der Neonaziszene“ (12. November in der „Butze“) sowie „RechtsRock – Entwicklung und aktuelle Bestandsaufnahme“ (21. November im Falkenheim Gerresheim). Bei der Veranstaltung am 12. November soll ein „Überblick über Rollenbilder und das Verständnis von ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘“ gegeben, „Veränderungsprozesse“ aufgezeigt und „daraus entstehende Konfliktlinien“ beschrieben werden. Bei dem Termin am 21. November geht es darum, „mittels Sound- und Filmbeispielen einen Einblick in die Musik und Lebenswelt extrem rechter Jugendkulturen“ zu geben.

Nicht weit entfernt von der extremen Rechten bewegt sich eine Partei, die in letzter Zeit immer wieder für Schlagzeilen sorgt: die zumindest in Teilen rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD). Spätestens seit den Europawahlen und den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg dürfte klar sein, dass es sich bei dieser Partei leider nicht um eine Eintagsfliege handelt. Der Vortrag am 21. Oktober im ZAKK möchte eine Zwischenbilanz zur AfD nach den Wahlen ziehen.

Last but not least soll am 9. Dezember ein historisches Thema mit großer Aktualität behandelt werden. „Die Chance, einem Menschen zu begegnen, der ein Konzentrationslager überlebt hat, der sich retten konnte oder im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv war, wird immer geringer“, heißt es im Ankündigungstext für den Vortrag „Wenn aus Erinnerung Geschichte wird. Gedenken an den Nationalsozialismus am ‚Ende der Zeitzeugenschaft‘“ (9. Dezember im Falkenheim Gerresheim). In diesem Vortrag soll es darum gehen, „welche Rolle ZeitzeugInnen in Bezug auf das Wissen über den nationalsozialistischen Massenmord spielen, aber auch, wie sie die Erinnerung an den Nationalsozialismus prägen“.

Angebote für Schulen und Kontakt

Abgerundet wird die Reihe „Beat it“ durch nach Absprache abrufbare Angebote für Multiplikator*innen, beispielsweise Pädagog*innen (u.a. zum Thema „Codes, Symbole & Lifestyle der extremen Rechten) sowie für Schüler*innen (u.a. zum Thema „Geschichte des Antisemitismus“).

Weitere Infos und Kontakt:
http://duesselfalken.de/antifaschismus/

Torsten Nagel
torsten.nagel [at] duesselfalken.de

Anm. der TERZ kurz vor Drucklegung:
Leider muss das Egotronic-Konzert am 4. Oktober aufgrund einer Erkrankung des Sängers verschoben werden. Auch der Vortrag findet erst zu einem späteren Termin statt.
Bitte achtet auf Ankündigungen.