Blutbank in Kobanê reicht nicht mehr

PKK-Verbot muss endlich weg

In der letzten Ausgabe dokumentierte die TERZ einen Aufruf von medico, in dem unter anderem zu Spenden für eine Blutbank in Kobanê aufgerufen wurde.

Mitte September spitzte sich die Lage in Kobanê extrem zu. Die Islamisten der IS verlegten einen Teil ihrer Kampfverbände, ihrer Panzer und der schweren Waffen, die sie bei der Eroberung von u.a. Mossul erbeuteten, nach Syrien. Grund waren die Luftangriffe unter Führung der USA im Irak zur Unterstützung der Verteidigung von Shingal durch die Peshmergas und den kurdischen Verteidigungskomitees aus Syrien, der YPG, die den Yeziden zu Hilfe geeilt waren. Diesen Waffen, darunter etwa 50 Panzer, hat die YPG kaum etwas entgegenzusetzen. Innerhalb weniger Tage rückte die IS bis auf wenige Kilometer an Kobanê heran. Nur unter schweren Verlusten der YPG konnte der IS aufgehalten werden. Mittlerweile ist die Lage so verzweifelt, dass es zu ersten Selbstmordanschlägen von YPG-Kämpfer*innen gegen Panzer gekommen ist. Die YPG, in der Männer und Frauen kämpfen, hat nur wenige erbeutete Waffen, um dem Ansturm effektiv begegnen zu können. Mittlerweile bittet der Sprecher der YPG, Rêdûr Xelîl, die USA um Luftangriffe der US-Armee auf die IS bei Kobanê, um die militärische Situation der kurdischen Stadt zu verbessern. Und um ein Massaker zu verhindern. Doch bis zum 26.9. wird die YPG in ihrem Kampf allein gelassen. Bisher gab es nur unbedeutende Angriffe aus der Luft. Währenddessen setzt die türkische Führung unter Erdoğan auf Zeit und treibt ein schmieriges Spiel. Sie setzt darauf, dass die YPG, die mit der PKK verbündet ist, in Syrien vernichtet wird. Sie sperrt die Grenze zu Syrien und lässt syrische Geflüchtete nur in kleinen Kontingenten durch, die minutiös durchsucht werden. Hilfslieferungen der Kurd*innen aus der Türkei werden aufgehalten oder gleich ganz vernichtet. Türkisches Militär greift immer wieder Menschen an, die die Grenze bewachen, damit nicht weitere IS-Kämpfer nach Syrien gelangen. Denn gleichzeitig unterstützt die Türkei den IS logistisch, aber auch mit Waffen, wie etliche Videos belegen. Verletzte IS-ler werden in türkischen Krankenhäusern behandelt, Sympathisanten des IS können ungehindert in Istanbul demonstrieren und Anti-IS Stände in der Istanbuler Universität angreifen. Mitschuldig macht sich aber auch Deutschland, denn immer noch besteht seit über 20 Jahren ein PKK-Verbot, das endlich weg muss.

Die Sitution in Kobanê ändert sich stündlich, deshalb ist hier kein Platz, um ausführlich über die Situation und die Gemengelage der äußerst schwierigen Aspekte der Vorkommnisse zu schreiben. Das muss später erfolgen.

Aktuelle Infos zur Sitution:

http://en.firatnews.com (englisch)
https://www.facebook.com/perspektivekurdistan (deutsch)

Weiterhin ruft medico zu Spenden für die humanitäre Nothilfe im kurdisch-syrischen Rojava und die Geflüchteten auf unter dem Motto:
Nein zu religiösem Terror und autoritärer Gewalt. Syrien braucht Frieden und Demokratie. Unterstützen Sie die humanitäre Nothilfe für die kurdischen Geflüchteten in der Türkei und kurdischen Gebiete in Syrien! Jede Spende zählt.

Spendenstichwort: „Rojava“
Spendenkonto:
medico international
Konto-Nr. 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ 500 502 01
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822