Wir sind keine Opfer, wir sind Kämpfer*innen!

„‚Kein Mensch ist illegal!‘ Menschen werden illegalisiert durch rassistische Gesetze basierend auf kolonialen Ideologien. Während Inhaber*innen eines Schengen-Passes frei reisen dürfen, wird anderen dieses Recht verwehrt. Gleichzeitig unterzeichnet Deutschland Verträge mit internationalen Konzernen, um sich Zugang zu Rohstoffen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu sichern. Das ist eine Fortführung kolonialer Praktiken: Ungleiche Machtverhältnisse bedingen Ausbeutung. Viele Menschen fliehen vor den wirtschaftlichen Verhältnissen, die durch diese Praktiken entstehen. Die Unterscheidung zwischen ‚wirtschaftlichen‘ und ‚politischen‘ Flüchtlingen ist somit ganz klar ein Instrument zur Festigung bestehender Machtverhältnisse.“
(aus dem Aufruf der refugees´ revolution Demo)

Selbstorganisierte Geflüchtetenproteste sind in Deutschland an der Tagesordnung. Immer wieder werden Protestzelte an öffentlichen Plätzen aufgeschlagen, Protestmärsche, Demonstrationen und Bustouren organisiert, Besetzungen und öffentliche Hunger-, sowie Durststreiks durchgeführt, um auf die Lebenssituationen (geflüchteter Menschen) in Deutschland aufmerksam zu machen, andere Geflüchtete zu unterstützen und die verantwortlichen Institutionen zum Umdenken und Handeln zu bringen.

Die Zielsetzung ist klar: „Gleiche Rechte für alle!“

„Abschaffung der Residenzpflicht“ (Gesetz aus der Kolonialzeit zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit), „Anerkennung als politische Geflüchtete“, „Stopp der Abschiebungen“, „Abschaffung der isolierenden Lagerunterbringung“, „Erteilung von Arbeits- und Studienerlaubnissen“, sowie weitere Forderungen werden von den Betroffenen immer wieder gestellt, um ihre elementarsten Rechte geltend zu machen, welche ihnen systematisch durch die deutsche und europäische Asylpolitik verwehrt werden.

Veranstaltung mit Refugee-Aktivist*innen aus Berlin

Vier Refugee-Aktivist*innen, die seit dem Protestmarsch und der Bustour von Würzburg nach Berlin im Protest auf der Straße sind, erzählen von ihren Erfahrungen in Berlin auf dem besetzten und später geräumten Oranienplatz und ganz ähnlichen in der Ohlauer Schule von dessen mehrtägiger Besetzung des Daches zum Teil international berichtet wurde. Auch die aktuellen Entwicklungen und weiteren Perspektiven der Proteste werden Thema der Veranstaltung sein.

Alle Refugees und Unterstützer*innen der Proteste sind eingeladen zu kommen, um Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven gemeinsam weiter zu entwickeln.

Fr., 17.10.2014 | 20 Uhr |
STAY! Atelier, Hüttenstr. 150
40215 Düsseldorf-Oberbilk
organisiert von STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative und weiteren Supporter*innen der Proteste


Vom Himmel gefallen

Alle Kommunen tun gerade so, als sei die steigende Geflüchtetenzahl vom Himmel gefallen. Einige, wie z.B. der Innenminister De Maiziere, kochen damit ihr rassistisches Süppchen, das begierig vom Volksmob aufgesaugt wird. Real geht es hier jedoch um Menschen, die unverschuldet in Not gekommen und dabei oft genug dem Tod nur knapp entronnen sind. Auch in Düsseldorf stieg die Zahl der Geflüchteten aus Kriegs- und Krisengebieten an, ohne dass die Stadt sich großartig darauf vorbereitet hat, obwohl viele Organisationen frühzeitig auf das Problem hingewiesen haben. Momentan befinden sich 1.500 Geflüchtete in Düsseldorf. 487 von ihnen sind provisorisch in Hotelzimmern untergebracht, in denen es keine Möglichkeit gibt, zu kochen oder ein Familienleben zu führen. Immerhin hat Düsseldorf genügend Hotelzimmer. Die Unterkunft in Geflüchtetenunterkünften ist nicht wirklich besser. In der Antwort einer Anfrage der Linksfraktion im Rat zeigte sich, dass die Stadt die Menschen unzureichend unterbringt und sie außer in Hotelzimmern nur noch in Ghettos an 18 verschiedenen Orten unterbringt. Als Alternative wird nun erwogen sie in der ehemaligen Bergischen Kaserne zu kasernieren. Die Kaserne liegt in Hubbelrath, weit weg von allem und nur unzureichend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Insofern sollte dringend ein Konzept zur Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten erstellt werden, wie es die Linksfraktion in einem weiteren Antrag fordert. Ziel sollte sein, die Menschen vorrangig dezentral in Wohnungen unterzubringen.