wanted: (frei-)räume für unersetzbare arbeit

Vor drei Monaten – im September 2014 – hat die TERZ ausführlich über die Geschichte und Gegenwart der frauenberatungsstelle düsseldorf e.V. berichtet. Der Verein, der heute auf über drei Jahrzehnte frauenbewegter Geschichte und Praxis zurückblicken kann, ist nach wie vor in Düsseldorf und Umgebung die einzige unabhängige Anlaufstelle für Frauen in Krisensituationen, für alle, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erfahren haben oder die Hilfe in konflikthaften Lebens- und Beziehungssituationen suchen. Seit 1986 ist der Verein in den Quergebäuden der Ackerstraße 144 beheimatet. Eine lange Zeit, in der die frauenberatungsstelle düsseldorf e. V. hier unersetzbare Arbeit leistet. Doch nun wird sich vieles ändern müssen. Denn der Frauenberatungsstelle ist der Mietvertrag für ihr Domizil in Flingern gekündigt worden. Der Gebäudekomplex, aus der Insolvenz heraus an einen Investor veräußert, soll entkernt werden. Die Beratungsstelle wird hochpreisigen Eigentumswohnungen weichen müssen. Die Suche nach neuen, geeigneten Räumen war bisweilen durchaus aussichtsreich – blieb leider aber bis heute noch ohne Mietvertragsabschluss. Dabei wird es langsam Zeit für eine Erfolgsmeldung. Noch im September hieß es, dass die Gebäude in der Ackerstraße 144 im April 2015 nicht mehr zur Verfügung stünden. So sucht der Verein weiterhin neue Räumlichkeiten um die 400 qm im Innenstadt-Gürtel mit guter Anbindung an den ÖPNV. Platz haben müssten vier Büros, ein Seminarraum und vier bis fünf Zimmer für Beratungen, mehrere Toiletten, eine Teeküche und ein wenig Raum zum Treffen und Ankommen (möglichst ebenerdig). Zwei Eingänge, und die Möglichkeit, auch als Rollifahrer*in oder Kinderwagen- oder Hackenporsche-schiebend zur Beratungsstelle zu kommen, wären ideal.
Für Hinweise, Ideen und Unterstützung hierbei ist die frauenberatungsstelle düsseldorf e.V. zu erreichen unter: 0211-686854 oder info[at]frauenberatungsstelle[dot]de. Die TERZ drückt die Daumen!

wahlversprechen gebrochen

Was musste man sich nicht vor der Kommunalwahl alles anhören von SPD und Grünen. Demnach sollte endlich etwas passieren in der Wohnungspolitik. Dass das alles wohl nicht so ernst gemeint war, zeigte sich schon in der ersten Sitzung Wohnungsausschusses am 03. November, als es um Haushaltsanträge ging. Die LINKE stellte einen Antrag zur Erarbeitung einer Zweckentfremdungsverordnung. Damit soll einerseits die Umwandlung von Wohn- in Gewerberaum verhindert andererseits der Wohnungsleerstand bekämpft werden, damit der Spekulation mit Wohnraum etwas entgegengesetzt wird. Dass dies dringend notwendig ist zeigt allein die Zahl von ca. 14.000 leerstehenden Wohnungen in Düsseldorf, die Ende 2012 gezählt wurden. Allerdings wurde nun in der Sitzung der Antrag der LINKEN von SPD und Grünen abgelehnt. Die LINKE schreibt in ihrer Pressemitteilung: „Noch im Wahlkampf zur Kommunalwahl im Mai haben sowohl die SPD als auch die Grünen die Einführung einer Zweckentfremdungsverordnung verlangt. Schon 2012 hatten die Grünen einen entsprechenden Antrag gestellt, der von uns und der SPD unterstützt wurde, allerdings gegen die Stimmen von CDU und FDP keine Mehrheit fand. Einen weiteren vergeblichen Anlauf unternahmen die Grünen im Rat in der diesjährigen Februar-Sitzung. Da wir mit der entsprechenden Zustimmung gerechnet haben, hat die LINKE bereits im August einen entsprechenden Antrag im Ausschuss gestellt. Sowohl in dieser Sitzung als auch im September wurde auf Verlangen der Grünen bzw. der SPD der Antrag geschoben. Jetzt wurde er mit ihren Stimmen abgelehnt. Damit haben SPD und Grüne ihre Ambitionen in der Wohnungspolitik auf dem Altar der Ampel-Kooperation geopfert, da die FDP sich seit langem gegen eine Zweckentfremdungsverordnung gewehrt hat.” Noch Fragen zu Grünen und SPD? Interessant wird es sicherlich nun auch im „Bündnis für bezahlbarem Wohnraum”, denn dort sind die Grünen aktiv und waren es bis zur Kommunalwahl auch die Sozialdemokraten. Die Betreffenden müssen sich nun wohl künftig kräftig verrenken, um ihre weitere Anwesenheit im Bündnis zu rechtfertigen.

mit red bull auf die skaterbahn

In der Oktoberausgabe berichteten wir zuletzt über die geplante Skateranlage in Eller. 2006 wurde zum ersten Mal Geld für eine Skater-Anlage in den städtischen Haushalt eingestellt. Im Jahre 2009 (!) fand man endlich einen Platz, den man allerdings beim besten Willen nicht zentral nennen kann. Bis heute wurde kein einziger Spatenstich an der Heidelberger Straße getan. Die geschätzten 3.000 Skater*innen und BMX-Fahrer*innen müssen weiterhin warten, denn natürlich soll in Düsseldorf die größte, schönste, bunteste und überhaupt grandioseste Bahn entstehen. Wenn schon, denn schon müssen Superlative her. Irgendwann fiel den Sandkastenplaner*innen der Verwaltung und den Hobbypolitiker*innen im Rat auf, das so etwas auch viel Geld kostet. Um den geplanten Bau von momentan 1,8 Millionen Euro zu realisieren, fehlen über 1,5 Millionen Euro. Nun gibt es mögliche Sponsoren. Red Bull, Adidas und Puma bieten sich als Finanzsponsoren an, allerdings unter der Bedingung, dass die Anlage als internationale Wettkampfstätte ausgebaut wird. Das heißt konkret, dass die Anlage noch teurer wird, es wahrscheinlich noch länger dauert bis sie fertig ist und vor allem, dass sie nicht immer den Skater*innen zu Verfügung steht, da es Wettkämpfe und Trainings gibt, die die Öffentlichkeit ausschließen.

guck‘ mal: ‘n leerstand

Das Düsseldorfer Bündnis Bezahlbarer Wohnraum plant in Bälde eine öffentliche Markierungsaktion von leer stehenden Wohnungen und Häusern in Düsseldorf. Dafür braucht es viele wache Leute: Das Bündnis bittet alle, die von einer Wohnung oder einem Haus wissen, die oder das schon seit längerer Zeit (mindestens drei Monate) leer steht, mit einer kurzen Info zu helfen. Adressen – und vielleicht ein Foto von dem Gebäude oder der Etage, um das oder die es geht – können per mail an info[at]bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf[dot]de geschickt werden. Die TERZ wird die Ohren offenhalten, wie es weitergeht!

afd buhlt um mittelstand

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) versucht verstärkt, mittelständische Unternehmer*innen für sich zu gewinnen. Mitbeteiligt am Aufbau des „AfD-Mittelstandsforums“ ist der Düsseldorfer AfD-Ratsherr Ulrich Wlecke, Ex-Republikaner und Noch-„Franconia“-Burschenschaftler. Als Gründungstermin hat die Partei den Januar 2015 ins Auge gefasst. „Da der deutsche Mittelstand bis heute auf europäischer, als auch auf nationaler Ebene eher zur Melkkuh degradiert wird, um die Wahlversprechen der Großen Koalition zu finanzieren, braucht es einen neuen Interessen-Verband, der sich aktiv gegen diese Entwicklung stemmt“, so der Gründungsvorsitzende Hans-Jörg Müller. Unter anderem soll das AfD-Gewächs die Gewerbetreibenden besser „gegen die Konzern-Lobbyisten in Brüssel“ in Stellung bringen. Und einen mächtigen Fürsprecher haben Wlecke & Co. in der Stadt bereits gewonnen: Heinrich Weiss. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Düsseldorfer SMS Group und ehemalige BDI-Vorsitzende hat die Partei im Wahlkampf durch Spenden unterstützt und will ihr künftig als Redner zur Verfügung stehen.

rüstungsgeschäft läuft wie geschmiert

Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt wg. Bestechung gegen Rheinmetall. Anfang der 90er Jahre sollen Schmiergelder in zweistelliger Millionen-Höhe an Militärs und Beamt*innen des griechischen Verteidigungsministeriums geflossen sein, um das 150 Millionen Euro schwere Geschäft mit dem Flugabwehr-System Asrad zu befördern. Insgesamt stehen zwölf Beschäftigte bzw. Ehemalige im Fokus der Jurist*innen. Auch ihre griechischen Kolleg*innen bereiten einen Prozess vor. Die Düsseldorfer Waffenschmiede hat ihre Aktionär*innen deshalb vorsichtshalber schon einmal vor sinkenden Rüstungsprofiten gewarnt. Das Unternehmen wolle „derzeit nicht ausschließen, dass es in diesem Zusammenhang zu Strafzahlungen kommt, die das Ergebnis belasten können“.