25 Jahre Antifa-Arbeitskreis an der FH-D

Der AStA gratuliert

Exakt 25 Jahre waren am 4. Dezember 2014 vergangen, seitdem sich der Antifa-Arbeitskreis an der FH-D konstituierte. Von einigen durch personelle Veränderungen gekennzeichneten, weniger aktiven „Umbauphasen“ abgesehen, ist er bis heute kontinuierlich aktiv.

„Die sogenannten ‚Republikaner‘ werden von Wahl zu Wahl stärker, Burschenschaften und andere rechtsextreme Studentengruppierungen erfreuen sich immer größer werdender Mitgliederzahlen, Hetze gegen ausländische Mitbürger­Innen, auch an dieser Hochschule, gehört zum Tagesprogramm“, heißt es in dem Flugblatt, das im November 1989 Studierende der FH-D dazu aufrief, die „Gründung eines antifaschistischen Arbeitskreises“ mitzugestalten und sich an diesem zu beteiligen. Großen Wert legte der Antifa-AK von Anfang an darauf, unabhängig vom jeweiligen AStA zu agieren, der AStA seinerseits richtete 1992 zur Unterstützung der Arbeit des AK das bis heute existierende Antifa-Referat ein. Antifaschistische Arbeit wurde zu einem festen Bestandteil der AStA-Politik und gewann in den Folgejahren aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung immer mehr an Bedeutung.

Das Betätigungsfeld des AK reicht(e) von politischer Bildungs-, Aufklärungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit über die Unterstützung regionaler und überregionaler Projekte gegen rechts, bis hin zur Initiierung von und Beteiligung an Aktionen – nicht nur im Themenfeld extreme Rechte. Erste aktive Hochphase war die Zeit von Herbst 1991 bis Ende 1993, als der rechte Terror im wiedererwachten Deutschland mit den Pogromen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen seine ersten „Höhepunkte“ erreichte und sich weiteren – wie den Morden in Mölln (November 1992) und Solingen (Mai 1993) – näherte. Zeitgleich wurde von den Regierungsparteien mit Unterstützung vieler Medien mit der „Asyl(anten)-Debatte“ die wohl größte rassistische Kampagne nach 1945 durchgeführt und 1993 nach dem Einknicken der SPD mit der faktischen Abschaffung des individuellen Grundrechts auf Asyl erfolgreich abgeschlossen. 20 Jahre später – am 25. Mai 2013 – fand vor diesem Hintergrund in Solingen eine 2.000-köpfige Demo unter dem Motto „Das Problem heißt Rassismus“ statt, die der Antifa-AK mitorganisiert hat.

Ein wichtiges Thema für den AK war und ist natürlich auch die regionale extreme Rechte. Am 28. Oktober 2000 und am 3. Juni 2006 marschierten beispielsweise jeweils knapp 300 Neonazis in Düsseldorf auf, ihre Aktionen konnten jedoch durch massiven Gegenprotest stark behindert werden. Sowohl der AK als auch der AStA und diverse seiner Referate unterstützten die Gegenaktivitäten und nahmen an diesen teil. Auch an den Protestaktionen anlässlich zweier extrem rechter Kundgebungen am 25. Mai 2008 und am 27. Mai 2013 am Reeser Platz in Fußnähe des FH-Standorts in Golzheim haben sich AStA und AK beteiligt und zuvor innerhalb der StudentInnenschaft informiert und mobilisiert, ebenso wie bei einer Reihe weiterer extrem rechter Aktionen.

Im Vergleich zu den neunziger Jahren gehört der Antifa-AK aber insgesamt schon seit längerem nicht mehr zu den schwerpunktmäßig auf Aktionen orientierten Gruppen. Er steht mehr für eine kontinuierliche Informations-, Bildungs- und Unterstützungsarbeit. Von 1998 bis 2002 gab der AK z.B. eine eigene Antifa-Zeitschrift heraus. Die seit 2002 existierende Veranstaltungsreihe „INPUT – antifaschistischer Themenabend“ wurde von Beginn an und bis heute vom AK mitveranstaltet und -organisiert, in Kooperation mit weiteren Gruppierungen. In den 25 Jahren führte der AK dutzende Wochenendseminare zu antifaschistischen Themen durch. Und seit Jahren organisiert und/oder unterstützt der AK Fahrten zu NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorten, wie zum Beispiel Tagesfahrten zur ehemaligen NS-„Ordensburg“ Burg Vogelsang in der Eifel, zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg etc.

Der AStA der FH-D sagt allen bisherigen und heutigen AK-Aktiven Dank für ihr Engagement. Wir gratulieren herzlichst zum 25.!

AStA FH Düsseldorf


TERMINE

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 26. Januar, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
50 Jahre NPD. Eine Partei zwischen bürgerlichem Auftreten, militantem NS und nationalrevolutionärem Gestus.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit SJD – Die Falken Düsseldorf.
Unter ihrem neuen Parteivorsitzenden Frank Franz soll die NPD eine weitere Erneuerung erfahren. Nach dem Bundesparteitag im November gibt sich Franz kämpferisch. Aber offenbar steht es nicht gut um die Partei. Die Mitgliederzahl geht stetig zurück, und die NPD scheint pleite zu sein. Nach der Landtagswahl 2014 in Sachsen flog sie nach zehn Jahren aus dem Parlament. Eine Zeit, in der sie sich sowohl finanziell als auch personell breit aufgestellt hatte.
Aber was heißt das für die Zukunft der NPD? Was passiert mit dem Kaderpersonal des sächsischen Landtages? Ist die Partei tatsächlich pleite? Inwiefern kann die NPD von ihrem Sitz im Europaparlament profitieren? Versinkt sie in die Bedeutungslosigkeit, oder wird Franz es schaffen, die parteiinternen Konflikte zu lösen und die NPD wieder zu stärken?
Vom plumpen Nationalsozialismus hin zu einer angeblich „seriösen Radikalität“ hat die NPD ihre Metamorphose durchlaufen.
Was kommt jetzt?

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet aktuell jeden letzten Montag im Monat statt, zumeist im Zentrum Hinterhof, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten.
Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) sowie wechselnden weiteren KooperationspartnerInnen.