NO BORDER – NO NATION!

Wie eine Gruppe von Jugendlichen in Erzählungen und Songs ihre Geschichte von Flucht, Behördenwillkür, Kämpfen um Aufenthaltsstatus, Abschieden und Zukunftswünschen erzählt, dokumentiert das Buch-Projekt „NO BORDER“. Am 8. Januar 2014 wird das Buch der Refugees im Düsseldorfer ZAKK vorgestellt – und gefeiert. Mit der damit verbundenen Ausstellung „Nirgendwo ist hier“, die ab dem nächsten Tag, dem 9. Januar, in der Volkshochschule zu sehen ist, setzen die Macher*innen und Organisator*innen zum Jahresbeginn einen wichtigen Schwerpunkt: Refugees welcome!

„NO BORDER“, das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Düsseldorfer „Falken“ (SJD), der Geflüchteteninitiative stay! und dem Kulturzentrum ZAKK. Dort, im Kulturzentrum in Düsseldorf-Flingern, wird nun auch mit einem Konzert und einer Buchpräsentation vorgestellt, was „NO BORDER“ als erzählerischer Ausdruck, als musikalische Umsetzung oder in Zeichnungen und Grafiken von und für die Menschen bedeutet, deren Leben von Flucht geprägt ist. Die Menschen, die das Buch und die Songs gemacht haben, wollen – auch in der sich aktuell wieder zuspitzenden Atmosphäre rassistischer Anwürfe gegen Geflüchtete und Migrant*innen – ein Zeichen gegen „die rigide Asylpolitik Deutschlands“ und die erneut brandgefährliche Stimmung eines Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft setzen. Dieser Stimmung, so die „NO BORDER“-Projektgruppe, „wollen wir etwas entgegensetzen und für Solidarität, Respekt und Toleranz werben und Rassismus und Rechtsradikalismus bekämpfen.“ Die Idee zu dem Buch- und Musikprojekt entstand dabei aus der Wahrnehmung heraus, dass (struktureller) Rassismus und Strukturen von Ausgrenzung in Zeiten von Fluchten vor Kriegen und Auseinandersetzungen in Syrien, im Irak, in (Nord-)Afrika … – schließlich auch in Zeiten von Frontex und der europäischen Abschottungspolitik – mehr als virulent werden würden. Aus dieser nur allzu schlüssigen Prognose heraus haben die Düsseldorfer „Falken“ das Projekt schon vor über einem Jahr ins Leben gerufen und Fördergelder beantragt. Die viele Arbeit hat sich gelohnt – im Januar ist es soweit: Das Buch ist da.

Fünf Jugendliche mit Fluchtgeschichte haben zusammen mit der Autorin Pamela Granderath Texte über ihre Erlebnisse auf der Flucht geschrieben, die „umständliche[n] Weg[e] der deutschen Behörden“ geschildert und den „Jahre dauernden Kampf um eine ständige Aufenthaltsgenehmigung“ dokumentiert: „Zum Teil satirisch, mal fordernd oder schonungslos berichten die Jugendlichen über ihr Leben als Zuwanderer_innen und zeigen, dass Freiheit, Familie oder ein Pass wichtiger sein können als materielle Sicherheit.“

Am 8. Januar wird das Ergebnis der Projektarbeit nun im Düsseldorfer ZAKK vorgestellt. Präsentiert wird das Buch „NO BORDER“. Dazu darf live den drei Songs gelauscht werden, die die Jugendlichen gemeinsam mit dem Musiker Michio Woirgardt geschrieben und eingespielt haben. Im Buch lassen sie sich über einen QR-Code im Internet anhören. Für das Konzert der „NO BORDER Band“ haben sich außerdem die Bands Mighty Mammut Movement und Betrayers of Babylon angekündigt. Und nicht zuletzt werden auch die Fotografien und Zeichnungen präsentiert werden, mit denen das Buch illustriert ist. Die Arbeiten sind im Rahmen des vom Flüchtlingsrat NRW initiierten Ausstellungs-Projektes „Nirgendwo ist hier“ entstanden. Hier kommen 13 künstlerische Auseinandersetzungen zum Thema „Flucht und Asyl“ zusammen. Das besondere Augenmerk der Schau gilt dabei den Perspektiven der Geflüchteten, ihrem Erleben und Fühlen als Flüchtende, als Menschen zwischen „dort“, „hier“ und „nirgendwo“. Im Timing bestens organisiert, eröffnet die Ausstellung der Arbeiten der Künstler*innen – Dozierende und Studierende der Fachhochschulen und Designschulen in Bielefeld, Dortmund und Köln – genau einen Tag nach der Buchpräsentation, am 9. Januar, im Foyer der VHS am Hauptbahnhof.

Zum Jahreswechsel darf also getanzt, gelauscht und geguckt werden. Gemeinsam unter dem Motto: NO BORDER – NO NATION – Refugees Welcome!

„No Border“. Buchprojekt der Falken (SJD) Düsseldorf, von stay! und ZAKK, gefördert im Rahmen des Bundesprogrammes „Kultur macht stark“.

Buchpräsentation und Konzert im ZAKK, Fichtenstraße 40 in Düsseldorf. Beginn 18 Uhr. Der Eintritt zu Buchpräsentation ist frei, nach 20 Uhr kostet der Eintritt für das Konzert 7 Euro im VVK, 9 Euro an der Abendkasse.

Ausstellung „Nirgendwo ist hier“.
9. bis 27. Januar 2014, Mo–Fr 9–21 h, Sa/So 9–16 h im Foyer der VHS am Hauptbahnhof Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1