VRR-Semesterticket weiter in Gefahr

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hält die „Verhandlungen“ um die Zukunft des Semestertickets für abgeschlossen. Die ASten hingegen fragen sich, wann denn bisher überhaupt verhandelt wurde.

Im Tauziehen um den Preis für das Semesterticket aller Studierenden im Bereich des VRR sind die Fronten verhärtet. Nach der Kündigung des alten Ticketvertrages durch die Verkehrsbetriebe, verbunden mit dem Angebot einer über mehrere Jahre gestreckten außertariflichen Preissteigerung, steht bezahlbare Mobilität für Studierende auf der Kippe.

Die ASten im VRR-Bereich sind sich nach wie vor einig, die als „Preisanpassung“ bagatellisierte Steigerung um 50 Prozent bis 2020 nicht hinzunehmen, folgerichtig hat auch noch kein AStA den neuen Vertrag unterzeichnet. Gleichzeitig waren die Studierendenvertreter_innen aber nicht untätig. Im Dezember wurde die öffentliche Sitzung des VRR-Verwaltungsrates in Essen dazu genutzt, den dort anwesenden Politiker_innen deutlich zu zeigen: Diesen Konflikt werden sie nicht einfach aussitzen können!

Während sich die Politik mit seichten Lippenbekenntnissen in die Debatte einbringt, trat insbesondere VRR-Vorstand José Luis Castrillo durch großspurige Äußerungen hervor: Die „Verhandlungen“ seien längst beendet, es sei nun Zeit, endlich zuzustimmen und den Widerstand aufzugeben. Viele Studierendenvertreter_innen zeigten sich überrascht, wurden sie doch nie zu Verhandlungen eingeladen, sondern lediglich über die Preiserhöhungen informiert. Stattdessen spulte Herr Castrillo im Verwaltungsrat die gleiche Platte ab wie auch in diversen Infoveranstaltungen an Hochschulen im VRR-Gebiet: Das Ticket bleibe ungeachtet der Erhöhungen günstig, und es gebe gar keinen Spielraum für Alternativen. Kein Wort dazu, dass das als Solidarmodell organisierte Semesterticket nicht mit anderen Ticketpreisen vergleichbar ist, weil alle Studierenden es kaufen, egal ob und wie sie es nutzen.

Um die widerspenstigen ASten endlich zur Vertragsunterzeichnung zu bewegen, wurden sogar vermeintliche Hürden abgeräumt: Der zunächst gefährdete Zusatznutzen der Personen- und Fahrradmitnahme wurde durch eine Vertragsergänzung nun zugesichert. Einzelne Verkehrsbetriebe ködern zudem mit einem verbesserten Fahrtenangebot für Studis, damit der neue Vertrag möglichst bald unter Dach und Fach ist. Flankiert wurde dieser steigende Druck auf die ASten durch die irreführende Öffentlichkeitsarbeit des VRR, in der die Erhöhungen geschickt kleingerechnet wurden und der auch die Verwaltungsspitze der Stadt Düsseldorf zunächst auf den Leim ging. Die ist jedoch jetzt alarmiert: Ein Verlust des Semestertickets sei eine Katastrophe für den Bildungsstandort Düsseldorf, so SPD-OB Geisel.

Die Studierendenvertreter_innen erwarten nun, dass Politik und VRR Verantwortung übernehmen und endlich auf die berechtigten Forderungen eingehen. Getreu dem Motto „Keine_r redet über das Semesterticket – wir schon!“ bleiben die ASten weiter am Ball. Denn wenn nicht schnellstmöglich eine für beide Seiten annehmbare Lösung gefunden wird, droht das Semesterticket dauerhaft zu scheitern.

AStA FH Düsseldorf


TERMINE

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Mittwoch, 25. Februar 2015, 19.30 Uhr im Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
Links blinken, rechts abbiegen.
Die Wege des Jürgen Elsässer und seines Projekts „Compact“

Referent: Volkmar Wölk (Grimma, Publizist)
Es ist ein weiter Weg vom Berufsschullehrer in Stuttgart zum Herausgeber einer Monatszeitschrift, Veranstalter von Kongressen und Wanderreisenden zu Demonstrationen in der gesamten Bundesrepublik. Es ist ein noch weiterer Weg von der Leitung des „Kommunistischen Bundes“ zum informellen Chefideologen der Antideutschen und schließlich zum bekennenden Fan der AfD. Das „Volk“ ist inzwischen die zentrale Kategorie in der Strategie des Jürgen Elsässer. Sein Denken knüpft direkt an die Abendland-Ideologie der „Konservativen Revolution“ an. Insofern ist es nur logisch, wenn er als Redner beim Leipziger PEGIDA-Ableger auftritt. In seinem Vortrag wird Volkmar Wölk Elsässers Weg nach rechts näher unter die Lupe nehmen und hierbei auch auf das „Mut zur Wahrheit“-Projekt „Compact“ eingehen.
Die Veranstaltung wurde wegen der montäglichen Proteste gegen die rassistischen DÜGIDA-Demos vorsorglich und frühzeitig vom 23. auf den 25. Februar verschoben. INPUT findet in der Regel an jedem letzten Montag im Monat statt.
Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken Düsseldorf

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Freitag, 6. Februar 2015, 19.00 Uhr im Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
Frauenrevolution und demokratische Autonomie in Rojava und Nordkurdistan
Anja Flach, Frauenaktivistin und Ethnologin, reiste im Mai 2014 mit einer Delegation der Kampagne „Tatort Kurdistan“ nach Rojava (Nordsyrien). Sie berichtet über den Aufbauprozess des alternativen Gesellschaftsmodells, der Rolle der Frauen darin und die aktuelle politische Situation in Rojava und Nordkurdistan.
Veranstalter: AStA-Referat für politische Bildung und Antifaschistische Linke Düsseldorf