idiotoreal

„Bleiben Sie bitte mehr an der Oberfläche“ – diese Ermahnung ging an einen Sachverständigen des NRW-Untersuchungsausschusses zu den NSU-Morden, als er in die Untiefen des Verhältnisses zwischen Polizei und Verfassungsschutz abtauchen wollte. So etwas mussten sich die Düsseldorfer Verwaltungsgerichtsrichter*innen bei ihren Entscheidungen zur Legitimität der DÜGIDA-Aufmärsche nicht zweimal sagen lassen. Mit leichter juristischer Hand räumten sie Dittmer & Co. den Weg frei. Ob sich ihre Kolleg*innen im Bundesjustizministerium bei der Reform des Vergewaltigungsparagrafen tiefsinniger zeigen und Verurteilungen nicht länger von objektiven Beweisen der Gegenwehr abhängig machen werden, steht auch noch in Frage. An der Oberfläche fühlen sich die Bewohner*innen der „dörflich geprägten Bezirke“ (Rheinische Post) wie Ludenberg ebenfalls ganz wohl, wenn sie die in Düsseldorf gestrandeten Geflüchteten nach dem Sankt-Florian-Prinzip lieber den städtisch geprägten Bezirken zuweisen möchten. Tiefgang legt heuer nur die Kunst an den Tag. Mark Polscher und Bernd Freytag brechen mit Elfriede Jelineks „Wolken.Heim“ ins Herz der deutschen Finsternis auf.