HipHopper zeigen Gesicht gegen Sexismus

Am 05.03. sprach K. auf der Kiefernstraße drei männliche Personen an, die dort ein Musik-Video zu einem HipHop-Stück mit sexistischen Texten drehten. Die Männer wohnen selber nicht auf der Kiefern und wollten sie anscheinend wegen der bunten Fassaden zweckentfremden. Den Aufforderungen, das Drehen abzubrechen, kamen sie nicht nach. Auch zeigten sie keinerlei Verständnis für die Kritik an den Texten. Während des Gesprächs mit den Rappern wurde K. gefilmt. Dieses Video, in dem hauptsächlich nur sie zu sehen ist, wurde eine Woche später ohne ihr Wissen und Einverständnis auf Facebook eingestellt. Die Musiker machten sich über K. lustig und riefen zum Teilen des Videos auf. Es bekam über 34.000 (!) Klicks, und in den Kommentaren standen teils schlimmste Beschimpfungen gegen K. (Shitstorm).

Das Video wurde auf K.s Intervention mittlerweile von Facebook inklusive aller Verknüpfungen und Kommentare entfernt. Es ist aber weiterhin abrufbar auf den Seiten Youtube und RapUpdate. Obwohl das Video gegen K.s Persönlichkeitsrecht verstößt, zeigte sich Youtube bei der Anfrage zur Entfernung dieses Films wenig kooperativ. RapUpdate reagierte bisher überhaupt nicht.

Da der besagte Rapper Ausschnitte von K. in seinem Musikvideo verwendet hat, ist sie jetzt auch wieder auf Facebook zu sehen.

Als Reaktion auf diese Geschehnisse hat sich eine kleine Arbeitsgruppe gebildet, die positiv mit dem Vorfall umgehen möchte.

Unter anderem wird es in Kooperation mit dem Kinderclub Kiefernstraße eine große Graffiti-Wandmalaktion geben. Düsseldorfer HipHopper können dort zeigen, dass sie ein anderes Menschenbild haben und sich klar dazu äußern, dass sie keinen Sexismus im HipHop tolerieren. Auch Live-Musik von ortsansässigen Rapper*innen wird es geben. Öffentlichkeitswirksam soll so Anwohner*innen und Besucher*innen – mit besonderem Augenmerk auf Kinder und Jugendliche – gezeigt werden, dass HipHop nicht gleichbedeutend mit sexistischer Kackscheiße ist.

Sexismus hat keinen Platz im HipHop, auf der Kiefernstraße, in ganz Düsseldorf oder sonstwo. Wir zeigen uns kämpferisch und fordern dazu auf, sich entschlossen gegen Sexist*innen zu stellen. Sucht euch Unterstürzung und bildet Banden. Ihr seid nicht allein.

Die Aktion wird in der zweiten Ferienwoche stattfinden (8.-11.4.). Unterstützt wird das Ganze vom Autonomen Frauenreferat der FH Düsseldorf.


hassle in hassels

Jahrelang ließ die Immobilien-Gesellschaft WVB Centuria ihre Häuser in Hassels-Nord verkommen. So mussten die Mieter*innen im Winter 2011 fast zwei Monate auf die Reparatur der Heizungsanlage warten. 2014 nun verkaufte die Centuria 1.500 Wohnungen. Und der neue Besitzer, eine nicht näher bekannte Investment-Gesellschaft, will jetzt mit dem Bestand richtig Geld machen. Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen kündigte das Unternehmen drastische Mieterhöhungen von fünf auf bis zu zwölf Euro pro Quadratmeter an. Die meisten Bewohner*innen können sich das nicht leisten. Die Stadt reagierte und schlug dem Investor vor, die Renovierungsarbeiten öffentlich fördern zu lassen und dafür Bestandschutz zu gewähren. Dies lehnte er jedoch ab. Für betroffene Hartz-IV-Empfänger*innen prüft das Jobcenter mittlerweile, ob es imstande ist, die Mehrkosten zu übernehmen. „Sollte dies nicht oder nur temporär möglich sein, ist ein Verbleib der Bezieher von Transfer-Leistungen in ihren Wohnungen nicht mehr möglich“, sagt Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. Der Stadt bliebe dann nur noch, die Betroffenen bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu unterstützen.

mieten steigen weiter

In Düsseldorf steigen die Mieten weiter. Nach Angaben des Immobilien-Verbandes IVD West legten sie bei den einfachen Wohnungen gegenüber 2013 um sieben Prozent auf 7,50 Euro pro Quadratmeter zu und bei den besser ausgestatteten um fünf Prozent auf 10,50 Euro. Und nicht nur die großen Immobilien-Gesellschaften haben kräftig zugelangt, sondern auch die privaten Hauseigentümer. „Haus und Grund“ zufolge verlangten sie bei binnen der letzten zwei Jahre geschlossenen Verträgen gegenüber den ortsüblichen Vergleichsmieten einen Aufschlag von 14,2 Prozent. Nur der „Ring deutscher Makler“ kommt zu einer anderen Einschätzung des Wohnungsmarktes. Er macht in einfachen Lagen eine Mietstagnation aus, und in mittleren, guten sowie sehr guten Lagen sogar günstigere Angebote.

stadt schraubt an wohnraum-konzept

Das städtische „Handlungskonzept Wohnen“ schreibt für Neubauten über 100 Wohneinheiten die Ausweisung von 20 Prozent Sozialwohnungen und noch einmal 20 Prozent preisgedämpfter Angebote vor. Aber das Rathaus hält sich nicht immer an seine eigene Vorgabe. So hat es sich mit dem Unternehmen Brack Capital, das in Grafental bauen will, auf eine Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen geeinigt. Die Grünen kritisierten dieses Vorgehen scharf. „Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie nach den Beschlüssen handelt. Dies sieht nicht vor, dass die Verwaltungsspitze durch individuelle Ausnahmen für einzelne Investoren eigenmächtig die Quote von 40 Prozent auf 30 Prozent senkt“, erklärte die Partei.

neues vom wixxer

An Immobilien wie den Kö-Bogen hatte Dirk Elbers ja schon in seiner Zeit als Oberbürgermeister sein Herz verloren. Jetzt will er seine Zeit ganz dem Geschäft mit Haus und Grund widmen. Anfang März hat „Dirk Elbers Immobilien Management e.K.“ offiziell den Betrieb aufgenommen. Das Unternehmen dürfte nicht wenig von den Kontakten profitieren, die Elbers während seines Amts hat knüpfen können.

reich an armen

2013 zählte Düsseldorf 16,7 Prozent Arme, also solche Menschen, deren Einkommen mehr als 60 Prozent unter dem statistisch ermittelten Durchschnittseinkommen von 892 Euro liegt; 2011 waren es sogar 18,7 Prozent. Hartz-IV bezogen 2013 13,1 Prozent der Düsseldorfer*innen (2011: 13,6 Prozent). „Armut ist ein Problem, dem wir uns stellen müssen“, kommentiert Sozialdezernent Burkhard Hintzsche die Zahlen.

viel lärm um geflüchtete

In den Wohnquartieren der Besserverdienenden, bzw. „den dörflich geprägten Bezirken“ (Rheinische Post) gibt es weiterhin erhebliche Widerstände gegen den Bau von Unterkünften für Geflüchtete. Nun haben sich auch in Lohausen Wutbürger*innen zusammengefunden, die wie ihre Ludenberger Klassenkamerad*innen natürlich alles andere als Rassist*innen sein wollen. Schoben diese unter anderem fehlende Infrastruktur und schlechte Lage als Argumente vor, so bringen jene jetzt Fluglärm in Anschlag. Das avisierte Grundstück liege in einer Fluglärm-Schutzzone und könne deshalb nicht bebaut werden, argumentieren 45 Anwohner*innen gutachten-bewehrt. Die Stadt verweist dagegen auf Sonderregelungen und zweifelt daran, ob das betreffende Areal sich wirklich in der Lärm-Bannmeile befindet. Mit einer Klage der Lohausener*innen hat das Rathaus aber wohl nicht zu rechnen. Dieser messen die willigen Jurist*innen der Aufgebrachten nämlich zu wenig Erfolgsaussichten bei. „Man hat kaum eine Handhabe“, lamentieren sie.

dicke luft

Im letzten Monat bewog die hohe Feinstaub-Belastung in Nordrhein-Westfalen das „Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz“ zu dem Appell, nur wirklich notwendige Auto-Fahrten zu unternehmen und den Kamin möglichst nicht anzumachen. Alle 56 Mess-Einrichtungen des Landes zeigten eine Überschreitung des Grenzwertes von 50 Mikrogramm an. Mit die schlechteste Luft herrschte in Düsseldorf. Mit einem Wert von 113 Mikrogramm nahm die Stadt hinter Köln (122) und Leverkusen (115) den dritten Rang in der Feinstaub-Tabelle ein. Bis zum 26. März kam es 2015 am Südring schon zu neun Überschreitungen des Feinstaub-Limits und in Lörick zu sieben. Die EU lässt im ganzen Jahr pro Mess-Station nur 35 Grenzwert-Verletzungen zu, das könnte also knapp werden für Düsseldorf.

hotel prellt zeche

Dort, wo früher das Landgericht seinen Sitz hat, ist offenbar ein rechtsfreier Raum entstanden. Das jetzt an der Mühlenstraße errichtete und Mitte März pompös mit A-, B- und C-Promis eingeweihte Hotel hat zahlreiche Handwerksunternehmen nicht bezahlt. Allein eine Kölner Haustechnik-Firma beklagt Außenstände von ca. drei Millionen Euro. Vier Betriebe haben wegen der laxen Zahlungsmoral der Luxus-Unterkunft schon Insolvenz anmelden müssen. Und die Herberge hat sich für einen solchen Coup offenbar gut gerüstet. Die Derag als Eigentümer hat sie in eine so komplexe Unternehmensstruktur eingebunden, dass die Gewerbetreibenden ihre Ansprüche nur äußerst schwer geltend machen und auch keine Hypotheken oder anderes als Pfänder einfordern können. Wer versucht hatte, sich solche „dinglichen Sicherheiten“ in Verträgen zusichern zu lassen, mit dem kündigte der Betreiber die Geschäftsbeziehungen auf. Die Derag begründet die Zahlungsverweigerung, die mittlerweile die Gerichte beschäftigt, mit Baumängeln.

schützen in der defensive

Die Schützen hatten es nicht leicht in letzter Zeit. In Oberbilk sah sich ihr Umzug von Feinden umgeben und Beschimpfungen ausgesetzt, was die wackeren Männer zu Bekenntnissen veranlasste wie: „Oberbilk wird immer mehr zum Schmelztiegel fremder Kulturen, Sitten und Gebräuche. Aber hier muss man dagegenhalten“. Auch die eigene Kultur fremdelt jedoch mit dem Brauchtum, weshalb die Vereine über Nachwuchs-Sorgen klagen. Darum gingen die Mannen jetzt in sich. „Sind wir nicht mehr cool“, fragt sich etwa der Sprecher der St. Sebastianus-Schützen und stellt selbstkritisch fest, „dass die Kommunikation darüber, was die Inhalte des Schützenwesens sind, welche Werte und welchen Auftrag wir haben, nicht immer ausreichend war.“ Nun soll es eine Image-Kampagne richten, mit einem auf Youtube geposteten Video und allem Drum und Dran. Damit nicht genug, wählten die Schützen mit Britta Damm sogar eine Frau an die Spitze der „Interessensgemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine“.