festival contre le racisme

28. Mai bis 3. Juni 2015 an den FH-Standorten Uni-Campus und Golzheim

Kein Problem mit Rassismus in Deutschland? PEGIDA bündelt diejenigen, die sich vermeintlich oder tatsächlich vor einer angeblichen „Überfremdung“ und „Islamisierung“ fürchten und schafft es, tausende Menschen auf die Straße zu bekommen. Regelmäßig zeigt die Studie „Deutsche Zustände“ die breite Verankerung von Rassismus in dieser Gesellschaft auf. Fast die Hälfte der Befragten dieser Untersuchung ist der Auffassung, in Deutschland würden „zu viele Ausländer“ leben. So sind die Positionen von HoGeSa, PEGIDA, AfD und noch weiter rechts stehenden Spektren keineswegs Randerscheinungen, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, die auf Herrschaft und Ausgrenzung basiert. Dies schlägt sich nicht nur in Meinungen nieder, sondern auch im alltäglichen Handeln. Und ebenso in Gesetzen und Institutionen: Einwandernde Menschen werden nach ökonomischen Kriterien in wünschenswerten und unerwünschten „Zustrom“ kategorisiert, Grundrechte wie Bildung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Bewegungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz werden vielen abgesprochen, während gleichzeitig gewalttätige Angriffe auf Migrant*innen massiv ansteigen.

Das „festival contre le racisme“ ist ein politisches Festival gegen Rassismus und Diskriminierung. Seit 1993 wird das in Frankreich initiierte Event auch von Studierendenschaften in Deutschland, beispielsweise über den fzs („freier zusammenschluss von studentInnenschaften“) und den BAS („Bund ausländischer Studierender“) organisiert. Ein Hauptthema in Düsseldorf ist 2015 die Situation geflüchteter Menschen. Menschen, die ihre Herkunftsländer nicht etwa aus „Reiselust“ verlassen und die oftmals bereits an den Außengrenzen Europas scheitern. Immer wieder sterben Menschen auf der Flucht auf grausame Weise, weil es keine legalen und menschenwürdigen Wege gibt, das abgeschottete Europa zu erreichen, um Schutz und Asyl zu suchen. Dies ist die Folge der inhumanen Migrationspolitik der Europäischen Union. Rassismus und Abschottung schlagen sich jedoch nicht nur in Asylgesetzen und entsprechender Politik nieder. Im öffentlichen Diskurs werden Geflüchtete und Migrant*innen pauschal als Armutszuwanderer*innen angesehen. Politiker*innen individualisieren ihre Probleme, anstatt die Strukturen den Bedürfnissen anzupassen. Medien greifen dies auf und verstärken bestehende Ressentiments, so dass Rassismus in der Mitte der Gesellschaft anschlussfähig bleibt. Unbeachtet und verschwiegen wird, dass die Politik Deutschlands und der EU oft erst jene Fluchtursachen schafft, die Menschen zur Flucht nötigen.

Näheres zum Programm:
www.festival-fh-duesseldorf.de

AStA FH Düsseldorf


TERMINE

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Dienstag, 26. Mai, 20 Uhr, ZAKK, Fichtenstr. 40
15 Jahre Wehrhahn-Bombenanschlag in Düsseldorf – ein Rück- und Ausblick.
Veranstaltet von: AG INPUT, Antifa-AK und Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, in Kooperation mit SJD – Die Falken Düsseldorf, Jugendring Düsseldorf, zakk, FORENA FH-D, den ASten von FH und Uni, allen Mobilen Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus und diesbezüglichen Opferberatungsstellen in NRW, Stay – Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative, dem Landesintegrationsrat NRW, der Initiative „Keupstraße ist überall“ und vielen anderen
(siehe http://beta.linkes-zentrum.de/gruppen/input).
ReferentInnen (Stand 23. April 2015): Prof. Dr. Fabian Virchow (FORENA FH Düsseldorf), Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, nsu-watch NRW, weitere ReferentInnen sind angefragt.
Am 27. Juli 2000 explodierte auf dem S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn ein Sprengsatz, zehn Menschen, unter ihnen sechs jüdische AuswanderInnen aus Ländern der ehemaligen UDSSR, wurden – teilweise schwer – verletzt. Auch wenn damals – anders als bei den NSU-Anschlägen wie dem in der Kölner Keupstraße – bis in die Bundesregierung hinein ein extrem rechter Hintergrund für möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich angesehen wurde, sind die Hintergründe des Anschlags und die TäterInnen bis heute unbekannt. Der Ende Oktober 2014 vom Landtag NRW eingerichtete Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA) zum Themenkomplex NSU wird sich – wann auch immer – des Themas Wehrhahn-Anschlag annehmen und untersuchen, ob möglicherweise ein „Fehlverhalten nordrhein-westfälischer Sicherheitsund Justizbehörden“ vorgelegen hat. Die von Christine Brinkmann (zakk) moderierte Veranstaltung am 26. Mai möchte sich vor diesem Hintergrund mit dem Wehrhahn-Anschlag beschäftigen und zugleich deutlich machen, dass die Opfer des Anschlags nicht in Vergessenheit geraten sind und dass die Arbeit des NSU-PUA mit großem Interesse verfolgt wird. Was ist damals genau passiert, wer waren die Opfer, was ist über Ermittlungsergebnisse bekannt? Würde der Anschlag in neonazistische Terrorkonzepte passen? Was folgt aus all dem für die Behandlung des Themas im PUA?

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr, ZAKK, Fichtenstr. 40
Wechselnde Haustüren. Wie ein jüdisches Kind durch ein Wunder den Zweiten Weltkrieg in Holland überlebte
„Wechselnde Haustüren“ als Bild für sein Untertauchen und seine Flucht: Unter diesem Titel berichtet der Zeitzeuge Bert Woudstra über seine Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges. Er wuchs als Kind jüdischer Eltern in Enschede auf und erlebte hier als Jugendlicher den Einmarsch der Deutschen. Nach der Besatzung tauchte er mit seiner Mutter und seinem Bruder bei solidarischen Holländer*innen unter. Fast die Hälfte seiner Familienangehörigen wurde von den Nazis ermordet, sein Vater beispielsweise im KZ Mauthausen.
Das Referat für politische Bildung des AStA FH Düsseldorf veranstaltet dieses Zeitzeugengespräch im Rahmen des „8. Mai Bündnisses“ zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus.