Von der Fachhochschule zur Hochschule Düsseldorf

Seit der Umbenennung am 1. Mai heißt die Fachhochschule Düsseldorf (FH D) jetzt Hochschule Düsseldorf (HSD). Im Vorfeld der Umbenennung gab es zahlreiche Diskussionen, die zu insgesamt vier Abstimmungen im Senat führten. Erst die vierte Abstimmung brachte die hierfür benötigte Zweidrittelmehrheit. Die Namensänderung wurde begründet mit einer internationalen Anpassung und dem Trend zur Standardisierung aller Hochschulen. Sie geht einher mit der Umstellung des seit 1978 bestehenden Konzepts von Helmut Schmidt-Rhen auf ein neues Erscheinungsbild und einem neuen Webauftritt, was bereits heftige Diskussionen, vor allem im Fachbereich Design, auslöste, wie auf der Webseite designtagebuch.de nachzulesen ist. Die kritischen Stimmen im Senat der Fachhochschule Düsseldorf, darunter auch die der studentischen Vertreter im Senat, hatten jedoch andere Gründe gegen die Umbenennung als das hiermit verbundene Design. Dabei wurde u.a. angeführt, dass die Umbenennung der Fachhochschule Düsseldorf zu einer Aufweichung des Profils der Fachhochschule führe, da der Begriff Hochschule nach §1 HZG NRW ein Sammelbegriff für alle Arten von Hochschulen, wie beispielsweise Universitäten, Fachhochschulen und sonstige Hochschulen sei. Seit einigen Jahren haben sich viele Fachhochschulen umbenannt in „Hochschule“ oder „Hochschule für angewandte Wissenschaften“. Zahlreiche Studierende der umbenannten Fachhochschulen fragen sich, was ihnen der neue Name bringt – und ob sie den Zusatz „(FH)“ nun weglassen dürfen. Dies ist jedoch bei Diplom-Abschlüssen nicht der Fall, denn auch mit neuem Titel bleiben die neuen Hochschulen von der Kategorie her Fachhochschulen. Und es gibt auch weiterhin kein Promotionsrecht für Studierende der Fachhochschulen. Jedoch wird das eindeutige und die Fachhochschulen auszeichnende Profil der angewandten, praxisorientierten Ausbildung durch die Umbenennung verwässert. Für das Image und den Erfolg einer Fachhochschule oder Hochschule sollte schlussendlich aber nicht die Bezeichnung ausschlaggebend sein, sondern andere Faktoren, wie beispielsweise die Qualität der Lehre. Ebenso wie die FH-D haben sich auch zahlreiche andere Fachhochschulen mit ihrem neuen Namen ein neues Logo, einen neuen Internetauftritt und eine kostspielige Marketingkampagne geleistet. Das Geld hierfür wäre besser in die Ausstattung und die Lehre investiert worden.


TERMINE

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Mittwoch, 3. Juni, 19 Uhr, ZAKK, Fichtenstr. 40
Wechselnde Haustüren. Wie ein jüdisches Kind durch ein Wunder den Zweiten Weltkrieg in Holland überlebte
„Wechselnde Haustüren“ als Bild für sein Untertauchen und seine Flucht: Unter diesem Titel berichtet der Zeitzeuge Bert Woudstra über seine Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges. Er wuchs als Kind jüdischer Eltern in Enschede auf und erlebte hier als Jugendlicher den Einmarsch der Deutschen. Nach der Besatzung tauchte er mit seiner Mutter und seinem Bruder bei solidarischen Holländer*innen unter. Fast die Hälfte seiner Familienangehörigen wurde von den Nazis ermordet, sein Vater beispielsweise im KZ Mauthausen.

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Mittwoch, 24. Juni, 20 Uhr, Buchladen BiBaBuZe, Aacherer Str. 1
Antifaschistischer Themenabend: Erben der Erinnerung. Ein Familienausflug nach Auschwitz.
In Kooperation mit Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, SJD – Die Falken Düsseldorf, Buchladen BiBaBuZe und Arbeitskreis Gedenkstättenfahrt. Mit Philip Meinhold, Autor des Buches „Erben der Erinnerung“ (Verbrecher Verlag, Berlin 2015). Mit Unterstützung der „Kulturagentur Rahm“.
Es war ein merkwürdiger Wunsch, den Philip Meinholds siebzigjährige Mutter da äußerte: Auf die Frage, was sie in ihrem Leben noch machen wolle, antwortete sie, sie würde mit ihren drei Kindern und den großen Enkeln gerne nach Auschwitz fahren. Meinholds Mutter galt nach den NS-Rassegesetzen als „Jüdischer Mischling zweiten Grades“, ihre Verwandten wurden deportiert. Was dem Wunsch folgte, war die Auseinandersetzung dreier Generationen einer deutschen Familie mit dem Holocaust und ihrer Familienvergangenheit. Die einen sehen sich selbst als Kinder und Enkelkinder der Täter, die anderen als die der Opfer. In seinem vor diesem Hintergrund entstandenen Buch – und in der Veranstaltung – präsentiert Philip Meinhold eine sehr persönliche Erkundung der eigenen Geschichte, des Umgangs mit der NS-Zeit siebzig Jahre danach – und der Frage, was Auschwitz mit jedem von uns zu tun hat. Hinweis: Im Juli und August finden aufgrund der Schulferien und der Gedenkstättenfahrt nach Oswiecim/Auschwitz (nähere Infos über ak-gedenk[at]gmx[dot]net) keine INPUT-Veranstaltungen statt.

Das AStA-Referat für politische Bildung präsentiert:

Freitag, 3. Juli, 19 Uhr, Butze, Weißenburgstr. 18
Vier Jahre syrischer Bürgerkrieg
Seit vier Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien, der als Teil des „Arabischen Frühlings“ begann. Was als friedlicher Protest gesellschaftlicher Gruppen startete, hat mittlerweile zu über 220.000 Toten und über 9 Millionen Menschen auf der Flucht geführt. Der Konflikt ist aufgrund der Vielzahl an Akteur*innen schwer überschaubar. Die Journalistin und Sozialwissenschaftlerin Hannah Wettig wird in ihrem Vortrag auf die aktuelle Situation in Syrien eingehen, außerdem auf die verschiedenen Akteur*innen und fortschrittlichen Gruppen in diesem Konflikt. Sie arbeitet u. a. zu Feminismus und der arabischen Welt und engagiert sich bei „Adopt a Revolution“ (https://adoptrevolution.org). Die 2011 zur Unterstützung des friedlichen Protests gegen Bashar Al-Assads Regime von syrischen und deutschen Aktivist*innen gegründete Kampagne unterstützt lokale Koordinationskomitees, diese organisieren den friedlichen zivilgesellschaftlichen Widerstand in Syrien.