idiotoreal

Da baut Deutschland Tag für Tag selbstlos am Europäischen Haus, erweitert den Ostflügel nach Kräften, schlägt sich mit griechischen Mietnomad*innen herum und schützt das ganze Anwesen mutig vor dem russischen Bären - und was ist der Dank dafür? Ann Sophie kommt beim „European Song Contest“ auf den letzten Platz, obwohl der „ESC-Experte“ Irving Wolter ihren Auftritt als „souverän“ bezeichnete, während ein russisches Flintenweib in „Ein bisschen Frieden“-Camouflage den zweiten Platz belegte. Wollten Jury und Anrufer*innen mit ihren Voten vielleicht gar nicht den Song bewerten, sondern Angela Merkel abstrafen? Der „Stern“ weist das zurück: „Nein, dieses Abstimmungsergebnis ist kein Statement, dass Europa die Deutschen hasst.“ Aber Fragen bleiben. Und auch sonst viel Unaufgeklärtes in dieser TERZ-Nummer. Zum Beispiel ist bis heute nicht klar, ob sich der NRW-Untersuchungsausschuss zu den NSU-Morden mit den drei Kölner Bombenanschlägen aus den 1990er Jahren befassen wird. Was die Messer-Attacke eines HoGeSa-Rechten auf einen Besucher des Wuppertaler Autonomen Zentrums betrifft, so hat die Polizei die Ermittlungen zwar abgeschlossen, hält aber, was die Art und Weise ihres Vorgehens dabei betrifft, mit so manchem hinterm Berg. Und Fragen werfen auch die Spuren auf, welche die italienische Resistenza in der Nachkriegsgeschichte des Landes hinterlassen hat - allerdings produktive.