Für ein angemessenes und würdevolles Erinnern auf dem neuen FH-Campus

Bekanntlich zieht die FH Düsseldorf – wenn auch im Zeitplan verzögert – auf das Gelände des ehemaligen städtischen Vieh- und Schlachthofes an der Rather Straße in Derendorf um. Bei der Planung des neuen Campus unter den Tisch zu fallen drohte in der Frühphase die Geschichte dieses Ortes zur Zeit des Nationalsozialismus. Ab Oktober 1941 mussten sich dort jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf am Vorabend ihrer Deportation einfinden. Zwischenzeitlich ist die Planung und Realisierung eines Erinnerungs- und Lernortes auf dem neuen Campus aber weit fortgeschritten, die Eröffnung wird in Kürze stattfinden.

Frühzeitig nach Bekanntwerden der Neubaupläne machte der AStA auf die seit langer Zeit bekannten historischen Hintergründe aufmerksam, traf aber anfänglich auf nur geringes Interesse. Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen und hierfür personelle Kapazitäten bereitzustellen, wurde eine AStA-Projektstelle für Erinnerungsarbeit eingerichtet. Später zog auch die Hochschule nach und stellte im Juni 2013 Dr. Joachim Schröder als Präsidiumsbeauftragten für den geplanten Erinnerungsort ein. Nachdem ein breites Bewusstsein für die Notwendigkeit eines solchen Erinnerungsortes geschaffen werden konnte, wurde auch die zweite Hürde genommen: Die zur Realisierung des Projekts nötigen Finanzmittel konnten seit Anfang des letzten Jahres beinahe vollständig eingeworben werden.

Wichtig war und ist dem AStA, dass Studierende und Lehrende ihr (Fach-)wissen einbringen und sich an der Entstehung und Fortentwicklung des Erinnerungs- und Lernortes beteiligen können. Unterschiedliche Projekte mit Studierenden verschiedener Fachbereiche konnten realisiert werden. Auch das Ausstellungskonzept ist von einem Studenten im Rahmen seiner Bachelorthesis in Zusammenarbeit mit Professor*innen und dem Exhibition Design Institute der FH erstellt worden. Dieser Entwurf beinhaltet drei Teile: Erstens das Außengelände mit einer Tafelausstellung zu dem historischen Ort. Zweitens ein Innenbereich mit einer Dauerausstellung, zugleich aber auch Wechselausstellungsbereich, in dem Portraits von Deportierten, Ermordeten und Überlebenden einen biographischen Zugang bieten sollen. Und drittens können über eine Medienstation im Untergeschoss vertiefende Informationen abgerufen werden. Ein weiterer wichtiger Teil, ein Bildungskonzept, wird von Mitarbeiter*innen des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus der FH erarbeitet. Gerade die Qualifizierung von Student*innen aus allen Fachbereichen ist in diesem Zusammenhang eine einmalige Möglichkeit. Der Erinnerungs- und Lernort „Alter Schlachthof“ auf dem Campus der FH Düsseldorf wird noch in diesem Jahr, am 74. Jahrestag des ersten „Transportes“ in das Ghetto Litzmannstadt (Łódz), eröffnet werden. Übergeben wird dann kein komplett „fertiger“ Erinnerungsort, sondern die Grundlage für ein Projekt, das sich ständig fortentwickeln soll.

Bis zu diesem Punkt aber war es ein langer Weg. Der AStA hat auf diesem Weg seinen Standpunkt immer deutlich gemacht: Die Erinnerung an die während der NS-Herrschaft verübten Verbrechen muss ein Anstoß zu einer Auseinandersetzung mit der Geschichte sein und immer wieder Bezüge zur Gegenwart herstellen. Wir möchte einen aktiven, sozio­kulturellen Erinnerungsraum schaffen, der Teil des Campus-Lebens und im Hochschulalltag sichtbar ist, keine selbstzweckhafte Gedenkstätte. Das ist bisher gut gelungen. Unsere konzeptionellen Ideen werden wir deshalb auch in Zukunft kontinuierlich in den Entwicklungsprozess einbringen.


Der AStA präsentiert für Studienanfänger*innen:

Do. 24. September um 15 Uhr: Stadtorientierungs-Rallye, Treffpunkt am Heine-Denkmal vor der Uni-Bibliothek (Campus-Süd), dann Preisvergabe und Vorglühen für die anschließende Party.
Do. 24. September um 21 Uhr: Fachhochschulweite Party am Standort Golzheim, vor dem Audimax, Josef-Gockeln-Str. 9
Di. 29. September ab 19.00 Uhr: Opening-Party des Café International (siehe https://www.facebook.com/cifhd), Cafe Freiraum, FH-Standort Golzheim, Josef-Gockeln-Str. 9

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Mittwoch, 30. September, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
INPUT – Antifaschistischer Themenabend:
„Dem Stammtisch zuhören“ – Die „Alternative für Deutschland“: Zerfall oder Neuformierung?
Referenten: Alexander Häusler (FoReNa, FH Düsseldorf) und Rainer Roeser (Freier Journalist), in Kooperation mit: AG Input, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, SJD – Die Falken Düsseldorf
Nach der Abwahl von Bernd Lucke steht die AfD unter ihrer neuen Vorsitzenden Frauke Petry vor einem Neuanfang mit ungewissem Ausgang. Während der neu gegründeten ALFA um Lucke ohnehin wenig Erfolgsaussichten zugeschrieben werden, muss die AfD beweisen, dass sie auch ohne ihr früheres „Zugpferd“ die rechtspopulistische Lücke in Deutschland erfolgreich besetzen kann. In dem Vortrag werden die neuen Entwicklungen und Themensetzungen der AfD beschrieben und deren Bedeutung für den (extrem) rechten Block hierzulande diskutiert.
Die Referenten Rainer Roeser und Alexander Häusler sind Autoren des Buches „Die rechten „Mut-Bürger“, das 2015 im VSA-Verlag (Hamburg) erschienen ist.