AStA-Projektstelle „refugeeproject“

Angrenzend an das neue, noch nicht bezogene Campusgelände der Fachhochschule gibt es seit kurzem an der Ratherstraße die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete. Die Hochschulpräsidentin sowie Lehrende und Studierende der verschiedenen Fachbereiche haben sich getroffen, um zu beratschlagen, was man für die neuen Nachbar*innen tun könnte. Gute und praktikable Ideen wurden gesammelt, die kurz- und langfristig umgesetzt werden sollen. Vertreter*innen des AStA waren auch bei dem Treffen und berichteten von der neuen Projektstelle „refugeeproject“, die gerade eingerichtet und besetzt werden wird. Die vorläufige Dauer der Projektstelle ist auf ein Jahr ausgelegt. Hauptsächlich geht es darum, den Kontakt zu den Geflüchteten herzustellen, die Angebote engagierter Studierender zu koordinieren und sie organisatorisch bei der Realisierung zu unterstützen.

Momentan gibt es bundesweit im Bereich der Unterstützung Geflüchteter zahlreiche gute Ideen und erstaunlich-erfreulich viel Motivation von vielen unterschiedlichen Seiten und Initiativen bzw. Vereinen. Dennoch sollte bei vielen Angeboten doch immer wieder kritisch hinterfagt werden, wer hier bewusst oder unbewusst in wessen Interesse handelt. Denn so groß der Handlungsbedarf auch ist, so weit ist es jedoch auch oft noch zu einem tatsächlich gleichberechtigten Miteinander.

Geflüchtete auf Augenhöhe einbeziehen kann nicht heißen, dass sie erst durch die Hilfe der Bevölkerung zu Handelnden werden. „Auf Augenhöhe“ muss heißen, die Geflüchteten als eigenständig Agierende mit eigenen Zielen und Vorstellungen auf dem Weg dorthin zu respektieren und akzeptieren. Dass sie nach den traumatischen Erlebnissen der Flucht und gerade nach der Ankunft in der Erstaufnahmestelle oder Notunterkunft nicht sofort in Handlung kommen, ist wenig verwunderlich. Daher bedeutet das für uns, dass „Einbeziehen“ zunächst erfordert, einen Kontakt miteinander auf einer ganz alltäglichen Ebene aufzubauen. Sei es durch gemeinsames Kochen, Sprachlerngruppen oder auch kulturell-künstlerische gemeinsame Aktivitäten, bei denen auch die verbale Sprache nicht mehr so im Vordergrund steht. Angesichts der widrigen Lebensbedingungen und den erfahrenen Traumatisierungen vor und nach der Flucht, ist es mehr als angebracht, den Geflüchteten für ihren Mut Respekt zu zeigen, ihnen zuzuhören und sie in ihren Wünschen und Plänen zu unterstützen, sie eben als Akteur*innen auf Augenhöhe einzubeziehen.


Der Antifa-AK an der FH präsentiert INPUT

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet in der Regel einmal monatlich statt, in der Regel am letzten Mittwoch im Monat im „Zentrum Hinterhof“, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk und im Buchladen BiBaBuZe. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Ankündigungen unter http://linkes-zentrum.de/gruppen/input/. Aktuelle Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken Düsseldorf.

Mittwoch, 14. Oktober, 19.30 Uhr, Linkes Zentrum - Hinterhof, Corneliusstr. 108: INPUT SPEZIAL – Antifaschistischer Themenabend:
„Düsseldorf Rechtsaußen – ein Grundlagenüberblick über (extrem) rechte und rassistische Umtriebe in Düsseldorf
Referent*innen: Anti­faschist*innen und Anti­rassist*innen aus Düsseldorf sowie Antirassistisches Bildungsforum Rheinland. In Kooperation mit „Stay! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative e.V.“.
Diese außerplanmäßige INPUT-spezial-Veranstaltung möchte denjenigen, die neu in der Stadt sind (z.B. zugezogenen StudienanfängerInnen) oder die aus welchen Gründen auch immer erst jetzt damit beginnen, sich mit den Themen extreme Rechte und Rassismus vor Ort zu beschäftigen, einen groben Überblick über (extrem) rechte Umtriebe und den Umgang mit Flüchtlingen in der Landeshauptstadt geben – und natürlich auch über antifaschistische und antirassistische Aktivitäten. Welche Rechtsaußen-Parteien und Gruppierungen sind vor Ort aktiv, was unterscheidet sie voneinander und wie handlungsfähig sind sie? Was hat es mit DÜGIDA auf sich, und wieso turnen die selbst ernannten „Abendlandretter“ immer noch auf Düsseldorfs Straßen herum? Was tut sich im Spektrum rechter Fußballfans? Wie ist der Umgang mit Flüchtlingen in Düsseldorf, welchen Anfeindungen und Bedrohungen sind sie ausgesetzt?

Mittwoch, 28. Oktober, 19.30 Uhr, Linkes Zentrum - Hinterhof, Corneliusstr. 108: INPUT – Antifaschistischer Themenabend:
Auslaufmodell „Autonome Nationalisten“? Voll im Trend, back to the roots oder auf der Suche nach Neuem?
Referent: Christoph Schulze (apabiz, u.a. Mitherausgeber von: J. Peters/C. Schulze: „Autonome Nationalisten“. Die Modernisierung neonazistischer Jugendkultur, Münster 2009)
Der große Klau als großer Hype. Vor zehn Jahren traten die „Autonomen Nationalisten“ auf die Bühne des deutschen Neonazismus. Scheinbar alles, was den Charme linker Rebellion versprühte, wurde plötzlich von militanten Rechten nachgeäfft: Parolen, Klamotten, schwarzer Block, harte Rockmusik und Hiphop-Beats. Was sollte das alles? Was ist daraus geworden? „Autonom“ nennen sich inzwischen immer weniger Neonazis. Zurück zu den Wurzeln also? Oder sind sie noch da, nur versteckter? Der Vortrag resümiert mit den „Autonomen Nationalisten“ die wichtigste Neonazi-Innovation der letzten zehn Jahre und schlägt den Bogen in die Gegenwart. Welchen Einfluss hat die Idee von rechten „Autonomen“ auf die aktuellen rassistischen Mobilisierungen?