Refugeeproject des FH-AStA gestartet

Die Flüchtlingsdebatte betrifft uns alle. Aus dem Grund hat der AStA der FH-D beschlossen, sich diesbezüglich zu engagieren und eine Projektstelle „refugeeproject“ zu schaffen. Die Projektstelle ist mittlerweile besetzt und aktiv. Idee ist es, in erster Linie Studierende, aber auch Nichtstudierende dafür zu gewinnen, in Kontakt mit Geflüchteten zu kommen, für sie und mit ihnen Aktivitäten zu erarbeiten und umzusetzen. Das „refugeeproject“ hilft dabei, diesen Kontakt herzustellen, Angebote zu koordinieren und organisatorisch und inhaltlich bei der Realisierung zu unterstützen. Möglich wären beispielsweise Sprachangebote, aber auch kulturell-künstlerische Aktivitäten, bei denen eine gemeinsame Sprache nicht unbedingt notwendig ist.

Hierbei ist prinzipiell alles möglich, sei es, Du hast eine Idee und brauchst Hilfe, diese umzusetzen, oder Du suchst andere Interessierte, die sich beteiligen wollen. Oder aber Du möchtest dich bei bereits geplanten oder bestehenden Aktivitäten einbringen. Du hast viel Zeit oder auch wenig, möchtest dich kontinuierlich engagieren oder nur punktuell? Alles ist willkommen und definitiv mehr als nichts.

Eines der Projekte, das bald starten soll, ist das Musikprojekt. Zielgruppe sind Geflüchtete, die ein Musikinstrument spielen, und andere Menschen, die dieses Instrument gerne spielen lernen möchten. Wir werden uns darum bemühen, die benötigten Instrumente zu besorgen.

Wenn geflüchtete Menschen nach den meist traumatischen Erlebnissen in ihrem Heimatland und auf der Flucht in ihrem neuen Umfeld nicht sofort „aktiv“ werden, ist das wenig verwunderlich. Die oft beengten und widrigen Lebensbedingungen in den Unterkünften, Bürokratie und Beschränkungen laden auch nicht unbedingt dazu ein, gleich nach der Ankunft in einer neuen Gesellschaft und Kultur die Ärmel hochzukrempeln. Das bedeutet für uns, dass „Einbeziehen“ zunächst erfordert, einen Kontakt auf einer ganz alltäglichen Ebene aufzubauen. Hierfür sehen wir es als notwendig an, Geflüchteten erst einmal zuzuhören, um zu erfahren, was ihre Wünsche, Pläne und Bedürfnisse sind. Für uns steht das gleichberechtigte Miteinander im Vordergrund. Unser Anspruch ist es, geflüchteten Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sie als eigenständig Agierende mit eigenen Zielen und Vorstellungen zu respektieren.

Auf unserer Webseite, die gerade aufgebaut wird, wird nach und nach eine Übersicht über die bereits realisierten sowie geplanten Projekte entstehen, inklusive Kontaktmöglichkeiten und weiteren Informationen. Wenn Du dich engagieren möchtest, komm‘ im AStA-Büro vorbei, schreib‘ uns eine Mail an mail[at]refugeeproject[dot]de oder besuch‘ unsere Webseite: www.refugeeproject.de. Weitere Infos zur Unterstützung von Geflüchteten gibt es hier: https://fluechtlinge-willkommen-in-duesseldorf.de

ASTA-VORSITZ FH DÜSSELDORF


DÜGIDA 2.0 am Ende?

Nach sieben Demonstrationen im Rahmen der Mitte September 2015 gestarteten zweiten Staffel der PEGIDA-Abspaltung DÜGIDA scheinen Anmelderin Melanie Dittmer und Co. erneut Abstand zu nehmen von ihrer Praxis, so oft wie irgend möglich in Düsseldorf Kundgebungen und „Spaziergänge“ zur Rettung des „Abendlandes“ durchzuführen. Nach zwei Demonstrationen mit Start am Hauptbahnhof (die eine auf der geplanten Route, die andere aufgrund von Blockaden nur bis zum Stresemannplatz), zwei vom Worringer Platz zum Oberbilker Markt, einer stark behinderten Kundgebung auf der Schadowstraße und zuletzt zwei planmäßig verlaufenden Minidemonstrationen durch Unterrather Wohngebiet war klar, dass die Zahl der Teilnehmenden stetig unter 40 bleiben würde. Zudem gelang es dem DÜGIDA-Orgateam nicht, das von der Polizei verhängte Rede- und Versammlungsleitungsverbot für Dittmer außer Kraft setzen zu lassen. Mit der Folge, dass Dittmer als geltungssüchtige Hauptakteurin – ähnlich wie Ende April zum Ende der ersten DÜGIDA-Staffel – den „Spaß“ an der Sache zu verlieren scheint. Hinzu kommt, dass vielen potenziellen DÜGIDA-GängerInnen die montäglichen PEGIDA-NRW-Demonstrationen in Duisburg deutlich attraktiver und politisch relevanter erscheinen, immerhin nahmen an diesen Mitte November um die 350 Personen teil. Und so kündigte DÜGIDA-Ersatzversammlungsleiter Frank Borgmann bei der letzten DÜGIDA-Demonstration am 20. November an, dass keine weiteren Aktionen bis Jahresende geplant seien. Damit wurde also auch die bereits terminierte Demo am 18. Dezember wieder abgesagt. Man wolle stattdessen PEGIDA in Duisburg unterstützen. Ob bzw. wie es 2016 mit DÜGIDA weiterginge, sei noch unklar und würde beizeiten im Internet bekanntgegeben.

Sollte es dabei bleiben, käme DÜGIDA 2015 auf 21 Demonstrationen, die allermeisten konnten trotz kontinuierlicher Gegenproteste aufgrund eines massiven Polizeischutzes wie geplant stattfinden, wenn auch durch lautstarke antifaschistische Aktionen und durch Kollateralschäden im Vor- und Nachfeld behindert. Doch nicht nur DÜGIDA hatte 2015 den Weg auf Düsseldorfs Straßen gefunden, insbesondere um gegen Geflüchtete und eine angebliche „Überfremdungspolitik“ zu hetzen. Hinzu kommen vier demonstrative Aktionen (und zahlreiche Infostände) der extrem rechten „Die Republikaner“ mit 50 bis 130 Teilnehmer*innen, eine Minikundgebung mit zweistelliger Teilnehmer*innenzahl von PEGIDA NRW vor dem Landtag, eine maximal zehnköpfige, nicht angekündigte Minikundgebung der NPD an der Kö sowie am 7. November eine 65-köpfige Demonstration „Düsseldorfer Bürger gegen Flüchtlingsirrsinn“ vor der Kunstsammlung in der Altstadt, die von den (ehemaligen) AfD-Rechtsaußen-Akteur*innen Alexander und Angela Heumann organisiert wurde. Insgesamt also 27 Aktionen aus dem Rechtsaußen-Spektrum in nur elf Monaten. Unberücksichtigt sind hierbei die Wahnmachen-Aktionen der sogenannten „Neuen Friedensbewegung“, bei der sich Anhänger*innen von (nicht selten mit Antisemitismus affinen) Verschwörungstheorien, Verstrahlte jedweder Art und Cyber-Junkies mit Rechtsaußen-Akteur*innen wie den „Reichsbürgern“ zu Protestaktionen zusammenfinden, die allerdings keine politische Wirkmächtigkeit entfalten konnten und sich als Sturm im Wasserglas entpuppten. Ebenso unberücksichtigt sind vereinzelte kleine Open-Air-Auftritte der lokalen bzw. regionalen AfD.

Korrektur:
Leider haben wir in der Aufzählung der Rechtsaußen-Demonstrationen in Düsseldorf seit Januar 2015 die "pro NRW"-Minikundgebung am 8. Mai 2015 in Kaiserswerth vergessen. Und es waren bislang 29 Aktionen in Düsseldorf - und nicht wie geschrieben 27.
Wir bitten dieUngenauigkeiten zu entschuldigen.

ANTIFA-ARBEITSKREIS AN DER FH-D