DÜSSELDORF SUCHT DAS ARSCHLOCH DES MONATS

Es sind harte, fiese Zeiten. Wenn wir in die Medien, auf Deutschlands Straßen und auf die deutsche Politik schauen, müssen wir unweigerlich denken: ICH KANN GAR NICHT SO VIEL FRESSEN WIE ICH KOTZEN MÖCHTE! 2015 fanden in Düsseldorf 20 „Dügida“-Naziaufmärsche statt. In Deutschland gab es im Jahr 2015 laut Pro Asyl 528 Übergriffe auf Geflüchtetenunterkünfte, davon 126 Brandanschläge. Allein in den ersten Januarwochen 2016 sind bereits 27 dazu gekommen. Die Bundesregierung drückte die massivsten Asylrechtsverschärfungen seit über zehn Jahre in kürzester Zelt durch. (…) In Zeiten wachsender sozialer Ungerechtigkeit spitzen sich Verteilungskämpfe weiter zu und werden rassistisch genutzt. (…) Die Zumutungen ließen sich beliebig fortführen, aber natürlich gab und gibt es auch positiv Herausragendes und Hoffnungsschimmer: Zum Beispiel die massenhafte Selbstermächtigung von Geflüchteten, die kurzzeitig die Grenzen der Festung Europa ins Wanken brachte. Die große spontane Solidarität mit den Ankommenden, die die linke Haltung „Refugees Welcome“ populär und praktisch machte. (…) Trotzdem sind wir wütend auf all die Scheiße, die täglich passiert. Doch wo wollen wir anfangen, worauf sollen wir neben unseren alltäglichen politischen (Abwehr)Kämpfen unseren Fokus legen, wie können wir Geflüchtete supporten, in welche Kämpfe können wir intervenieren? Rassismus, Krieg und Kapitalismus sind weder Naturgesetze noch existieren Sie einfach als Phänomene vor sich hin. Abschiebebefehle werden unterschrieben, Kriegeinsätze werden abgestimmt, Naziaufmärsche werden organisiert. Die Gesamtscheiße wird von vielen und federführend von einigen Arschlöchern vorangetrieben, perfektioniert und umgesetzt. Und es sind diese Arschlöcher, die uns so beständig auf die Nerven gehen - sie wollen wir aus der Komfortzone holen. Deswegen küren wir in Düsseldorf ab sofort das ARSCHLOCH DES MONATS - und laden alle dazu ein, es angemessen zu würdigen. Denn es gibt direkt vor unserer Haustür bereits so viele Kandidat*innen, dass unsere Liste entsprechend lang ist. Die Gewinner*innen freuen sich natürlich, wenn möglichst viele Menschen sie auf ihre ganz individuelle Weise beglückwünschen. In diesem Sinne: So einfach es sich anhört, so schwierig es scheint, so richtig und möglich ist es weiterhin: DEN ARSCHLÖCHERN AUF DIE PELLE RÜCKEN!

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