„Da geht noch was!“ – auch an den Düsseldorfer Hochschulen

Das Schwulenreferat an HHU und FH-D informiert anlässlich des CSD

Der „Christopher Street Day“ (CSD ) ist ein Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Menschen und erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Transsexuellen, Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village. Mittlerweile gibt es den CSD weltweit in jeder größeren Stadt, allerdings wird die Parade fast ausschließlich in Deutschland CSD genannt, in anderen Ländern wird z.B. die Bezeichnung „Gay Pride“ verwendet. In Düsseldorf gibt es den CSD seit 2003, 2016 steht er unter dem Motto „da geht noch was!“.

Rund um diesen CSD organisieren wir an den Düsseldorfer Hochschulen Veranstaltungen, dieses Mal als Kooperationsprojekt der Schwul-, LesBi-, Gleichstellungs- und Genderreferate der Studierendenschaften der vier staatlichen Hochschulen Düsseldorfs.

Das Leben an den Hochschulen besteht nicht nur aus dem reinen Studium. Hier werden Freundschaften geschlossen, Beziehungen oder Lebenspartnerschaften geknüpft und die ersten Grundbausteine für das spätere Berufsleben gelegt. Bereits bei diesen ersten Schritten werden LGBTTIQ-Personen1 mit sexistischer Diskriminierung konfrontiert, die sich auch in ihrem weiteren Leben fortsetzt. Beispielsweise in Form verminderter Aufstiegschancen im Beruf oder Schwierigkeiten bei der Adoption von Kindern. Diskriminierung erstreckt sich ebenso auf die Sprache, in Form von homo-, bi-, trans- und queerphoben Witzen und diffamierender Sprache, und durch die Zuschreibung von stereotypen Rollenbildern, die von einer größtenteils heterosexuellen Gesellschaft nicht hinterfragt werden. Somit werden LGBTTIQ-Personen Identitäten zugeschrieben, in denen sie sich nicht wiedererkennen.

Der Campus-CSD soll auf noch bestehende Benachteiligung auf den Campi aufmerksam machen. Zugleich sollen LGBTTIQ-Personen sehen können, dass sie auf den Campi nicht alleine sind und es zahlreiche Bestrebungen gibt, ihren Campusalltag zu verbessern. Eines haben wir doch alle hier gemeinsam: Wir studieren, leben, arbeiten und/oder wohnen hier zusammen. Mit euch zusammen möchten wir daran erinnern, dass es normal ist, divers zu sein. Aus diesem Grund ist in diesem Monat so einiges los:

11. Mai, 10:00 bis 16:00 Uhr:
Infobasar
Campus HHU

19. Mai, 10:00 bis 14:00 Uhr:
Infobasar
Campus FH-D

19. Mai, 18:00 bis 20:00 Uhr:
Vortag zu Homosexualität und Karriere
Campus FH-D

23. Mai, 19:00 bis 23:30 Uhr:
Filmvorführung (Laurence anyways und tba)
Campus RSH

25. Mai, 19:00 bis 21:00 Uhr:
Debatte zur Heteronormativität
Campus HHU

27. Mai, ab 20:00 Uhr:
Queer-Beer-Beach Party
SP-Saal Campus HHU

28. Mai, ab 10:00 Uhr:
Teilnahme am CSD Düsseldorf
am Apollo Platz/Rheinwiesen bis zu der Rheinpromenade

ASTA-VORSITZ FH DÜSSELDORF


TERMINE

Der Antifa-Arbeitskreis an der FH D präsentiert:

Mittwoch, 25. Mai 2016, 19.30 Uhr, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf
INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf
Netzwerk und Wirken des NSU – Ein Update viereinhalb Jahre nach der Selbstenttarnung
Referent: Felix Hansen (apabiz berlin e.V.) Mehr als viereinhalb Jahre ist es her, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) sich selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahrzehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz der Öffentlichkeit bekannt war. Im Mai 2013 begann der Prozess gegen überlebende mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer*innen. In insgesamt sieben Bundesländern und im Bundestag liefen oder laufen Untersuchungsausschüsse.
Drei Jahre nach Beginn des Prozesses bietet der Vortrag eine aktuelle Bestandsaufnahme und zeigt auf, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Es wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu geben. Dabei geht es unter anderem auch um den Umgang von Politik, Justiz und Behörden mit dem Rechtsterrorismus des NSU sowie die fragwürdige Aufarbeitung des Rassismus auf gesellschaftlicher Ebene.
Der Referent ist Mitarbeiter des „Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V.“ (apabiz), das sich mit anderen Initiativen zum Projekt „NSU-Watch“ zusammengeschlossen hat. „NSU-Watch“ begleitet kontinuierlich die Aufarbeitung des NSU-Komplexes und recherchiert selbst zum Thema. Zudem beobachtet „NSU-Watch“ den Prozess in München und die laufenden Untersuchungsausschüsse und veröffentlicht ausführliche Berichte unter http://nsu-watch.info.

Vorankündigung der INPUT-Juni-Veranstaltung:

Mittwoch, 29. Juni 2016, 20.00 Uhr, ZAKK, Fichtenstr. 40, Düsseldorf
„Man kommt nie mehr wirklich aus dem Krematorium heraus“
Ein Leben mit Shlomo Venezia, ehemals Häftling im jüdischen „Sonderkommando“ von Auschwitz-Birkenau. Eine Veranstaltung mit Marika Venezia aus Rom, die 56 Jahre mit dem 2012 verstorbenen Shlomo Venezia verheiratet war, ihn unterstützte und sein Schicksal und Trauma teilte.
In Kooperation mit dem Arbeitskreis Gedenkstättenfahrt, dem Projekt „Erinnerungs- und Lernort Alter Schlachthof“ des FH-AStA, dem „Erinnerungs- und Lernort Alter Schlachthof“ der Hochschule Düsseldorf, dem zakk, dem Buchladen BiBaBuZe und dem Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V..
Buchtipp zum Hintergrund: Shlomo Venezia: Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz. Das erste umfassende Zeugnis eines Überlebenden, München 2008 (2. Auflage).