Hochschule Düsseldorf verhindert Lehrveranstaltung

Eine für den 15. Oktober 2016 auf dem Campus Derendorf geplante Lehrveranstaltung von Prof. Jono Podmore mit dem Titel „Party On“ wurde von der Hochschule Düsseldorf untersagt. Als Grund wurde insbesondere eine „nicht ordnungsgemäße rechtzeitige Anmeldung der Veranstaltung“ und ein hoher Krankenstand des HSD-Wachdienstes genannt. Die geplante Veranstaltung war Teil eines Blockseminars und sollte in Absprache mit dem AStA in der vom AStA selbstverwalteten Räumlichkeit „Cafe Freiraum“ stattfinden. Sie ist Teil einer studienrelevanten Prüfungsleistung im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, die durch die kurzfristige Absage massiv gefährdet wurde. Der AStA als gewählte Interessenvertretung der HSD-Student_innen brachte sein Unverständnis und seinen Protest darüber zum Ausdruck, dass Veranstaltungen „in unseren Räumlichkeiten durch die Hochschule blockiert werden und dass sich seitens der Hochschule selbst bei Lehrveranstaltungen nicht bemüht wird, Wege zu finden, etwaige organisatorische Probleme zum Wohle der Studierenden zu lösen“. Ganz im Gegenteil hieß es in der Mitteilung der Hochschule Düsseldorf an die Studierenden wörtlich: „Der Wachdienst ist angewiesen, die Veranstaltung – sollte sie trotz der nicht vorliegenden Genehmigung durchgeführt werden sollen, sofort zu beenden.“ Der AStA betonte in einer Stellungnahme, er hätte „die Veranstaltung trotz der hier angedrohten Räumung stattfinden lassen“. Die Seminarteilnehmer_innen hätten es jedoch „verständlicherweise vorgezogen, kurzfristig einen anderen Veranstaltungsort anzumieten, um ein Bestehen ihrer Prüfungsleistung nicht zu gefährden.“ Was schrieb der HSD-AStA noch gleich in der (TERZ September 2016: „Die Vielfalt der Gruppen und ihrer Interessen muss ihren angemessenen Ausdruck auf einem pluralistischen Campus finden. Daran hapert es aber noch, Freiräume sind absolute Mangelware, alles ist streng reglementiert. […] Das ‚alles neu‘ – neuer Ort, neues Haus, neuer Name – scheint die Hochschulleitung auch im Sinne von ‚ab jetzt geht nichts mehr, was uns nicht gefällt‘ genutzt zu haben. Kleinste Freiräume müssen gegen enorme Widerstände neu verhandelt bzw. erkämpft werden.“ Nun denn, dann mal Ring frei...


Termine

„Think. Act. Resist. Studentische Selbstorganisation“ präsentiert:
Montag, 7., 21. und 28. November 2016, 19.00 Uhr, Campus Derendorf, Münsterstraße 156, Gebäude 3, Erdgeschoss, Raum 001:
Drei Veranstaltungen in der Reihe „Stell Dir vor es ist Rechtsruck und niemand schaut hin…“:
07.11.2016: Von Hitler zu Höcke – Ist die AfD faschistisch? Referent: Jan Maas (Freier Journalist)
21.11.2016: Europa ganz rechts – Ein Überblick über die Parteienlandschaft der extremen Rechten in Europa. Referent: Jörg Kronauer (Freier Autor und ABR-Bildungsreferent, London)
28.11.2016: 5 vor 12. Fünf und mehr Perspektiven, Strategien und Ausblicke im Kampf gegen Rechts – eine Podiumsdiskussion. U.a. mit „The Future is Unwritten“ (Leipzig), Turgay Ulu (Refugee-Aktivist, Berlin), „Keupstraße ist überall“ (Köln) und „I Furiosi“ (Düsseldorf).
Eine Selbstdarstellung von T.A.R. findet sich in der Oktober-2016-Ausgabe der TERZ, siehe http://www.terz.org/texte/texte_1610/think-act-resist.html, bzw. auf https://www.facebook.com/thinkactresist/about/.

„festival contre le racisme“ Antirassistische Aktionstage
vom 14. bis 18. November 2016, u.a. an der Hochschule Düsseldorf
Aktionen, Veranstaltungen und Information - für das Recht auf Asyl und Menschenwürde – gegen Ausgrenzung und Diskriminierung
Nähere Infos und Programm: http://festival-fh-duesseldorf.de

Der Antifaschistische Arbeitskreis präsentiert:
Mittwoch, 30. November 2016, 20.00 Uhr, Kulturzentrum zakk, Fichtenstr. 40, Düsseldorf INPUT – antifaschistischer Themenabend
Die AfD vor den nordrhein-westfälischen Landtagswahlen.
Andreas Kemper wird mit Schwerpunkt auf NRW einen Überblick über die Entwicklung, Verfasstheit, Inhalte, Strukturen und Handlungsfähigkeit der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ geben. Nähere Informationen über diese Veranstaltung, die außerplanmäßig im ZAKK und in erweiterter Kooperation mit dem lokalen Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) stattfinden wird, finden sich in Kürze auf http://linkes-zentrum.de. Referent: Andreas Kemper (Publizist und Soziologe aus Münster).

Vorankündigung:
Am letzten Mittwoch im Dezember wird wie gewohnt keine INPUT-Veranstaltung stattfinden.

25. Januar 2017, 19.30 Uhr, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108.
„Combat 18“ – Die Wiederkehr einer neonazistischen Terrororganisation?
Referent: Jan Raabe (argumente und kultur gegen rechts, Bielefeld)

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet in der Regel einmal monatlich statt, zumeist im „Hinterhof - Linkes Zentrum“, hin und wieder aber auch im Kulturzentrum zakk oder an anderen Orten. Unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Ankündigungen unter http://linkes-zentrum.de (Termine).
Aktuelle Veranstalter: Antifaschistischer Arbeitskreis und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR) und SJD – Die Falken Düsseldorf.