AStA und Antifa-AK rufen zur Teilnahme am Antifa-Camp auf

Fast sieben Jahre sind inzwischen verstrichen, seitdem das letzte öffentliche Antifa-Camp im Rheinland stattfand. In den Jahren 2008 bis 2010 kamen mehrmals um die 200 Personen für einige Tage zusammen, um in ungezwungener und angenehmer Atmosphäre Vorträgen zu lauschen, zu diskutieren, ihre Projekte vorzustellen, sich zu vernetzen und natürlich auch eine Menge Spaß zu haben und das Kulturprogramm zu genießen. 2017 wird es nun endlich wieder ein solches Camp geben.

Bereits seit Herbst 2016 basteln Antifaschist*innen aus Gruppen in diversen Klein- und Großstädten in NRW und Rheinland-Pfalz daran, ein solches „Antifa-Camp (nicht nur) für NRW und Rheinland-Pfalz“ im Zeitraum 3. bis 6. August 2017 zu realisieren. Der AStA und der Antifaschistische Arbeitskreis an der Hochschule Düsseldorf unterstützen dieses Vorhaben. Seit dem Frühjahr 2017 ist klar, dass das Camp stattfinden wird. Ein geeigneter und mit dem ÖPNV gut erreichbarer Platz im nordrhein-westfälischen Verkehrsverbund Rhein-Sieg wurde gefunden und alle nötigen Arbeitsgruppen zur Vorbereitung gebildet, beispielsweise zur Programmerstellung, für die logistische Abwicklung und Finanzierung, für ein Awareness-Konzept und natürlich auch für die Verpflegung und die Sicherheit der Teilnehmenden.

Sicherheit, Tickets und Programm

Bei bis zu 200 erwarteten Teilnehmenden sollte eigentlich nicht mit Sicherheitsproblemen zu rechnen sein. Dennoch wird es einen gut vorbereiteten Schutz des Platzes geben. Um nicht bereits im Vorfeld irgendwelche Neonazis auf dumme Ideen zu bringen, wird der Ort vor dem Start des Camps nicht öffentlich gemacht. Diejenigen, die mitmachen möchten und Tickets erworben haben, werden natürlich rechtzeitig informiert. Tickets sind im Gesamtpaket für alle vier Tage bzw. drei Übernachtungen, aber auch für einzelne Tage in diversen Städten und über die Camp-Struktur erhältlich (siehe http://antifa.camp unter Tickets). Ein Ticket für das gesamte Camp kostet inklusive Verpflegung 45 Euro, individuell vereinbarte Ermäßigungen sind möglich.

Das Programm des Camps, das Anfang Juli auf http://antifa.camp veröffentlicht wird, besteht aus fast 40 Veranstaltungen: Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops. Inhaltlich reichen diese von Informationen und Diskussionen über Erscheinungsformen der extremen Rechten (u.a. „Identitäre“, AfD, „Combat 18“, „Graue Wölfe“, NSU) über (nicht nur) Basics zu Antisemitismus, Faschismus, Kapitalismus, Sexismus und Rassismus sowie Veranstaltungen mit feministischen und antisexistischen Themenschwerpunkten bis hin zu historischen Themen mit Bezug zu Nationalsozialismus, Diskussionen über die Geschichte und über Handlungsperspektiven antifaschistischer Politik sowie praktisch orientierten Workshops, beispielsweise Selbstverteidigung, Pressearbeit und Demo- & Aktion-Basics.

Aufruf der Veranstalter*innen und Unterstützer*innen

Auf der Homepage der Camp-Veranstalter*innen heißt es wie folgt: „In Zeiten des stetigen gesellschaftlichen Rechtsrucks ist eine antifaschistische Bewegung nötiger denn je. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem diese zusammenkommen kann und laden euch deshalb zum Antifa-Camp im Rheinland ein. Wir, das sind Antifaschist*innen aus Gruppen in diversen Klein- und Großstädten in NRW und Rheinland-Pfalz. Abseits des Alltags wollen wir uns gemeinsam mit euch Zeit nehmen für Debatten und eine Vernetzung untereinander. Über vier Tage (Donnerstag bis Sonntag) bieten wir euch Vorträge, Workshops, Diskussionen, Vernetzung, Kultur und natürlich viel Zeit zum Austauschen und einander Kennenlernen. Wir richten uns sowohl an unorganisierte Interessierte ohne Vorerfahrung als auch an Menschen, die schon seit Jahren antifaschistisch aktiv und organisiert sind. Die Vermittlung von Grundkenntnissen (Antifa-Basics) werden ebenso Teil des Programms sein wie Angebote zur inhaltlichen Vertiefung, Diskussionen zu aktuellen Themen und Aktionstrainings für den Widerstand auf der Straße. Wir freuen uns auf vier spannende Tage mit euch!“ Unterzeichnet wurde dieser Aufruf von den Veranstalter*innen about:fem [Köln], Adelante – Antifaschistische Linke Bonn, AG CGN [Köln], Anarchistisches Kollektiv Köln (AKK), Anarchosyndikalistische Jugend (ASJ) Bonn, Antifa Bonn-Rhein/Sieg, Antifa Koblenz, Antifaschistische Linke Düsseldorf, Antirassistische Intervention Duisburg, Autonome Antifa 170 [Dortmund], Diskursiv Aachen und Junge Antifa Bonn. Als Unterstützer*innen fungieren alles.anders. Düsseldorf, Antifa-AG Düsseldorf, Antifa-Arbeitskreis an der Hochschule Düsseldorf, Antifa-Café Wuppertal, Antifa Oberhausen, Antifaschistische Aktion Leverkusen, Antifaschistische Linke Münster, Antifa Westerwald, AStA der Hochschule Düsseldorf, AStA Universität Siegen, Diskursiv Aachen, I Furiosi (IL, Düsseldorf), Jugendclub Courage Köln e.V., queer@uni Siegen und see red! (IL, Düsseldorf).

Düsseldorf goes Camp

Unter den Veranstaltenden und Unterstützenden befinden sich also gleich sechs Gruppierungen aus Düsseldorf. In Planung ist eine gemeinsame Anreise von Düsseldorf aus. Wer sich anschließen möchte bzw. eventuell interessiert ist, kann sich an die E-Mail-Adresse duesseldorf.goes.camp[at]gmx[dot]de wenden. Über diese E-Mail-Adresse sind auch Infos erhältlich, wo und wann in Düsseldorf Tickets erworben werden können.