Soziale Kämpfe in Kolumbien

Kein Friede nirgendwo

Ende 2016 wurde in Kolumbien der Friedensvertrag zwischen Präsident Santos und der ältesten und größten Guerillagruppe Lateinamerikas, der Farc, unterschrieben.

Die Kämpfenden haben die Waffen abgegeben, die Farc eine Partei gegründet. International hat der Vertrag viel positive Aufmerksamkeit bekommen und Präsident Santos erhielt Ende 2016 den Friedensnobelpreis für dieses Abkommen. In touristischen Reiseprospekten wird Kolumbien - nachdem dort ja nun der Bürgerkrieg beendet ist - als wunderschönes und sicheres Land angepriesen.

Frieden?

Die Zahl der Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien steigt, Proteste der indigenen Bevölkerung werden militärisch niedergeschlagen. Aktivist*innen der sozialen Bewegungen werden weiterhin durch Morddrohungen eingeschüchtert, die Morde an Menschenrechtsaktivist*innen nehmen zu, auch Armut, Gewalt und Ungleichheit in Kolumbien sind durch das Friedensabkommen nicht geringer geworden.

Die Situation der sozialen Bewegungen wird sich auch in Zukunft weiterhin zuspitzen. Mit Ivan Duque, einem erklärten Gegner des Friedensprozesses, ist bei den Präsidentschaftswahlen erneut ein ultrarechter Kandidat gewählt worden, der verspricht, das Land in den nächsten vier Jahren mit harter Hand zu regieren.

Von Frieden kann keine Rede sein!

Trotz der massiven Bedrohung, mit der Aktivist­*in­nen in Kolumbien zu kämpfen haben, gibt es dort eine breite linke Bewegung. Angehörige von Opfern von Staatsverbrechen kämpfen gemeinsam mit Gefangeneninitiativen für ihre Rechte. Im vergangenen Jahr wurde der wichtigste Handelshafen des Landes 22 Tage lang lahmgelegt. In indigenen Autonomiegebieten wird Land von Großgrundbesitzern zurückerobert und eine solidarische Ökonomie etabliert.

Im März dieses Jahres fand die „Caravana de Solidaridad“ statt, eine Solidaritätsreise von politischen Aktivist*innen aus Deutschland und Kolumbien. Zu der Reise eingeladen hatte der Congreso de los Pueblos, ein Zusammenschluss linker Organisationen in Kolumbien (von Gewerkschaften über indigene Selbstverwaltungen, Bauernorganisationen bis hin zu politischen Gefangenen- und Menschenrechtsorganisationen).


Soziale Kämpfe in Kolumbien.
Ein Politischer Reisebericht:
Dienstag, 10. Juli um 19.30 Uhr im Linken Zentrum, Corneliusstr. 108

Eine Veranstaltung von Alerta! Lateinamerikagruppe Düsseldorf und ifuriosi (Interventionistische Linke, Düsseldorf)