"Wem gehört die Stadt?"

– fragt dich die Wand in der Unterführung Ellerstraße, um die Ecke vom Hauptbahnhof.

Wem offiziell die Wand gehört, auf der diese Frage steht, wurde vor eineinhalb Jahren beantwortet, nachdem sie bei der ersten "Freiräume für Bewegung Aktion" gestaltet wurde und die Deutsche Bahn Strafanzeige stellte.

Die Anzeige wurde wieder zurückgezogen, die Wand weitergestaltet und am Samstag, den 9.7. ab 13h setzt sich die Freiraum-Bewegung abermals mit der Frage "Wem gehört die Stadt?" auseinander. 30 Künstler_innen werden dann ihre Antwort künstlerisch und ganz konkret geben, indem sie die komplette Unterführung beidseitig gestalten. Mit ihnen zusammen werden sich hunderte Freund_innen und Anwohner_innen die Unterführung und ihre Umgebung aneignen und ein Straßenfest der besonderen Art veranstalten.

Die heruntergekommene Unterführung ist dabei als ein Symbol zu sehen, als ein krasser Gegensatz zu dem Bild der Stadt, das immer wieder von Politiker_innen und Investor_innen beschworen, vermarktet und verkauft wird. Die Menschen die hier durchgehen, haben in der Regel nichts zu tun mit der Königsallee - nicht bei Prada, sondern bei Aldi, Kik oder den Gemüsehändler_innen um die Ecke gehen sie "shoppen". Auch können sie sich keine neue Luxus-Eigentumswohnung in Oberkassel, im Medienhafen oder auch in Flingern leisten. Schon eher kennen sie Zwangsumzüge durch die Jobagentur oder hoffen, mit ihrem kleinem Einkommen bei steigenden Mieten zentral wohnen bleiben zu können. Und mit einer Gestaltung der Unterführung an der Ellerstraße lässt sich weder Geld verdienen noch kann Düsseldorf damit werben und sich in der Städtekonkurrenz profilieren. Lächerliche 500 Euro wurden im März dementsprechend bewilligt, um die Unterführung zu gestalten, während z.B. für die Begrünung des Kö-Grabens letztes Jahr über 200.000 Euro ausgegeben wurden.

Gerade deswegen wird am 9. Juli eine 150 Meter lange fantasievolle Bilderwelt entstehen, die aufzeigt, dass ohne Bürokratie und ordnungspolitische Maßnahmen einiges mehr möglich ist als Megaevents und Kommerz und die eine klare Antwort geben wird: Es ist unsere Stadt – und wir nehmen sie uns!