Zwei Papas für Tango

In diesem Gender-Kinderbuch wird die wahre Geschichte von Roy und Silo erzählt.

Die beiden Pinguine Roy und Silo leben im Manhattener Zoo und sind von Ei auf miteinander befreundet. Alles machen die beiden gemeinsam. Mit der Zeit beginnen sich die anderen Pinguine für Pinguinmädchen zu interessieren. Nur Roy und Silo haben weiterhin ausschließlich Augen füreinander. Eines Tages schieben ihre beiden Tierpfleger den beiden Pinguinen ein Ei zu und beobachten, was geschieht...

Einfühlsam und mit Witz erzählt Edith Schreiber-Wicke die Geschichte der zwei Pinguine, die gerade weil sie auf einer wahren Begebenheit beruht, ihre Höhen und Tiefen aufweist. Zu einer leichten Irritation führt leider die Vermenschlichung der Tiere - sowohl im Text wie auch in den Bildern. So werden die Pinguine beispielweise mit Schuhen dargestellt, und es ist die Rede von einer Ähnlichkeit zu gut gekleideten Menschen. Auf der einen Seite werden die Tiere dadurch von ihrer Natürlichkeit enthoben auf der anderen Seite wird es Kindern so einfacher gemacht, die Geschichte auf Menschen zu übertragen.

Das Buch eröffnet die Möglichkeit, mit Kindern in einen Dialog über homosexuelle Familien einzusteigen. Da auch die fehlende Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen zum Ausdruck kommt, wird eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglicht.

2007 wurde das Buch mit dem Österreichischem Staatspreis für Kinder und Jugendliteratur ausgezeichnet. Leider ist es inzwischen im Buchhandel schon nicht mehr erhältlich. Aber die Düsseldorfer Stadtbücherei hat zwei Exemplare zum anschauen und ausleihen. Ein guter Grund, dort mal wieder in Ruhe vorbei zu schauen.

Edith Schreiber-Wicke und Carola Holland: Zwei Papas für Tango
Thienemann 2006.
Auszuleihen in der Zentralbibliothek