Luxus-Ghetto

Am Freitag, 21. September, wurde im „Luxusghetto“ Düsseldorf mit großem Tamtam Richtfest des Kö-Bogens gefeiert. Mehrere hundert erlesene Gäste kamen. Allerdings kamen auch ein paar ungebetene Gäste, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten und darauf hinwiesen, dass es noch viel zu wenig Luxus in Düsseldorf gibt. Unter dem Motto „Fette Mieten – Fette Gewinne“ wurde den Gästen der Feierlichkeiten zugeprostet. Mit Sekt, Konfetti und elegant gekleidet wurden Parolen für Drittwohnungen, mehr Luxus und neue Prestigeobjekte skandiert.

Düsseldorf – eine Stadt der teuren Mieten – so soll es bleiben. Ganz im Sinne der Aktivist_innen verkündete Oberbürgermeister Elbers in den letzten Wochen „… wer sich Düsseldorf nicht leisten kann, soll nach Duisburg oder in die umliegenden Städte ziehen“. Zugeprostet wurde auch dem Baudezernenten Bonin, der mit „Qualität statt Quantität“ die Richtung des Wohnungsmarktes in Düsseldorf vorgibt.

Seit drei Jahren wird für das neue Aushängeschild der Stadt fleißig gebuddelt und gemauert. Das Gebäude soll einerseits Büros und andererseits Einzelhandel mit „großen Flagship-Stores und hochwertigen Boutiquen“ beherbergen. Nur ein weiteres Beispiel dafür, wo in der Stadtentwicklung Prioritäten gesetzt werden. In den Kö-Bogen ziehen Geschäfte ein, deren Waren sich die meisten Düsseldorfer_innen gar nicht leisten können.

Erst ein paar Tage vor dem Richtfest wurde bekannt, dass die U-Bahnstrecke Wehrhahnlinie weitere 50 Millionen Euro kostet. Und es wird wahrscheinlich nicht die letzte Erhöhung sein. Schon jetzt kostet die das Projekt das Doppelte von dem, was ursprünglich 2004 geplant war. Auch beim Kö-Bogen laufen die Kosten davon. Für den ersten Bauabschnitt liegen sie momentan bei 202 Millionen Euro und für den zweiten Abschnitt mit dem Bau des vierspurigen Autotunnels im Moment schon bei 132 Millionen. Die Kosten für den Abriss des Tausendfüßlers sowie für die Gestaltung der neuen Freiflächen sind noch nicht einmal bekannt. Die CDU/FDP-Mehrheit im Rat kommentiert dies alles mit einem Achselzucken und spart lieber woanders.

Die ungebetenen Gäste fackelten deshalb auch nicht lange und forderten gleich die Abschaffung des Sozialstaates und dass man den Pöbel aus der Stadt treiben soll, damit endlich Düsseldorf auch wirklich nur für die Reichen da ist.

In diesem Sinne: „Spekulation lässt sich nicht verbieten – hoch, hoch, hoch mit den Mieten! Kapitalismus, olé, olé!“

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