„Wer nicht reich ist, muss raus!“

Im September letzten Jahres wurde in Düsseldorf das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ gegründet. Neben zahlreichen anderen Initiativen und Organisationen ist auch der AstA der Fachhochschule Düsseldorf im Bündnis aktiv.

Das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ engagiert sich unter anderem gegen die zunehmende Privatisierung von Wohnraum und gegen Luxussanierungen von zuvor bezahlbaren Wohnungen. Derzeit entstehen in Düsseldorf zahlreiche neue Wohnanlagen in unerschwinglichen Miethöhen, deren Profite sich für die Investoren des freien Wohnungsmarktes mehr lohnen als sozial geförderter Wohnraum. Dies geht so weit, dass die Stadt Düsseldorf von den Geldern, die das Land NRW den Städten für den sozialen Wohnungsbau gibt, etliche Millionen an das Land zurückfließen ließ, obwohl schon jetzt rund 7.000 Sozialwohnungen in Düsseldorf fehlen. Gregor Bonin, Dezernent für Planen und Bauen der Stadt Düsseldorf, äußerte sich vor kurzem in einem Interview dazu wie folgt: „[…] wir haben auch einen Grundsatz, den ich unter stadtplanerischen Gesichtspunkten für absolut richtig halte, nämlich Qualität vor Quantität.“

Menschen, die sich mit ihrem Einkommen hohe Mieten nicht leisten können oder wollen, werden bewusst an den Rand Düsseldorfs oder in die umliegenden Städte gedrängt. Diesen Trend bekräftigt auch Oberbürgermeister Elbers, der äußerte, Düsseldorf werde auch zukünftig nicht für billiges Wohnen bekannt sein.

Diese Entwicklung trifft auch StudentInnen, vor allem StudienanfängerInnen, die nach Düsseldorf ziehen und bezahlbaren Wohnraum suchen. Die studentische Wohnungsnot wird sich durch den ersten doppelten Abiturjahrgang in diesem Jahr noch weiter verschärfen. Schon in der Vergangenheit hatten viele StudienanfängerInnen enorme Schwierigkeiten bei der Suche nach einer erschwinglichen Unterkunft. Die Wartelisten des Studentenwerks sind lang. Für bis zu 40 Studierende, die bis zum Studienbeginn keine Bleibe gefunden haben, bietet der AstA der FH schon seit vielen Jahren zur Überbrückung der ersten Monate so genannte Notschlafplätze in Räumen eines Studiwohnheims an.

Deutlich wird, dass es dringend nötig ist, aktiv zu werden gegen die katastrophale Wohnungspolitik der schuldenfreien Stadt Düsseldorf. Exakt dies hat sich das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ auf die Fahnen geschrieben. Nach Auffassung des Bündnisses reicht es nicht, dass – wie im Jahr 2010 geschehen – gerade einmal 49 neue Sozialwohnungen von der Stadt gefördert werden, wenn der Mangel an bezahlbarem Wohnraum so eklatant hoch ist. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ hat konkrete Forderungen an OB Elbers formuliert. Wer diese unterstützen möchte, kann sich als Ausdruck des Protestes gegen Mietwahnsinn und Wohnungsnot.an einer Postkartenaktion beteiligen, Adressat ist OB Elbers. Erhältlich sind die Postkarten u. a. im AStA-Büro und im Büro der Fachschaft SozialKult. Außerdem wird es Aktionsstände in der FH geben.

Nähere Infos: http://www.bezahlbarer-wohnraum-duesseldorf.de


Termine

Das AStA-Genderreferat präsentiert:

Dienstag, 15. Januar, 19.30 Uhr, Kulturzentrum zakk, Fichtenstr. 40
Vortrags- & Diskussionsabend zum Thema „PRO CHOICE! UND WIE WEITER?“
Referent: Michael Zander (Psychologe und Autor aus Berlin)
Das vermehrte öffentliche Auftreten von christlich-fundamentalistischen „Lebensschützer_innen“ macht es nötiger denn je, für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch einzutreten. Die Schwangere allein muss entscheiden dürfen, ob sie Mutter werden will oder nicht. Andererseits hat die Behindertenbewegung davor gewarnt, dass Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch dafür eingesetzt werden könnten, um die Geburt behinderter Menschen zu verhindern.
Wie kann mensch potenziell behindertenfeindlichen Argumenten entgegentreten, ohne das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und weibliche Selbstbestimmung zu relativieren? Folgt aus dem Eintreten für Pränataldiagnostik automatisch der Trend zum Designerbaby? Wird in absehbarer Zeit die Entscheidung FÜR ein Leben mit „behindertem“ Kind überhaupt noch möglich sein? Oder führt das Eintreten „pro choice“ langfristig zum Verschwinden jeglichen Anders-Seins? Und was bedeutet das für das gesellschaftliche Zusammenleben?
Michael Zander ist Psychologe und Autor mit den Schwerpunkten kritische Psychologie, soziale Ungleichheit und Altersforschung; letzte Veröffentlichung: zusammen mit Thomas Wagner: „Sarrazin, die SPD und die neue Rechte“, Berlin 2011.
In Kooperation mit der „gruppe f“.

Donnerstag, 31. Januar, ab 19 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
Becoming-Queer-Cafe: Lyrischer Abend (Open Mic), mit Heißgetränken und Kuchen

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 28. Januar, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108
INPUT – antifaschistischer Themenabend:
Deutschland extrem rechts? Wieso extrem rechte Positionen in Deutschland erschreckende Dimensionen erreichen, aber extrem rechte Wahlparteien relativ bedeutungslos bleiben
Neun Prozent aller Deutschen, so lautet das Ergebnis einer aktuellen wissenschaftlichen Studie, haben ein geschlossenes extrem rechtes Weltbild. Mehr als doppelt so viele behaupten ganz in alter antisemitischer Manier, „der Einfluss der Juden“ sei heute „zu groß“. Fast zwei Fünftel äußern – in inhaltlicher Übereinstimmung mit der NPD –, Deutschland sei „in einem gefährlichen Maß überfremdet“. Die Zahl derjenigen, die derlei Meinungen vertreten, nimmt in letzter Zeit stetig zu. Rutscht die Bundesrepublik nach ganz rechtsaußen ab? Oder ist hierzulande alles noch besser als bei europäischen Nachbarn wie Frankreich, wo die Kandidatin des extrem rechten „Front National“ bei den Präsidentschaftswahlen fast 18 Prozent der Stimmen erhält, während die deutsche NPD auf Bundesebene bei 1,5 Prozent dahindümpelt? Die Veranstaltung geht der Frage nach, wieso extrem rechte Positionen in Deutschland ganz unabhängig von der scheinbaren Irrelevanz extrem rechter Wahlparteien erschreckende Dimensionen erreichen und warum sich diese Entwicklung in jüngster Zeit zu verstärken scheint.
Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)