Unchristlich und unsozial

Outsourcing führt zu Kündigungen bei der „Rheinischen Post“

Verlagsleiter und Herausgeber der Rheinischen Post (RP) bekommen zunehmend Druck von den Beschäftigten. Anlass sind ständige Neuorganisationen sowie Ausgliederungen innerhalb des Medienkonzerns. Nach dem Kauf der „Saarbrücker Zeitung“ drohen neue Kündigungen in Düsseldorf.

Mit einem Informationsstand der Gewerkschaft ver.di am 19. Dezember vor den Schadowarkaden machten Angestellte des Zeitungsriesen auf ihre Situation aufmerksam. „Umstrukturierungen veranlassen uns, an die Öffentlichkeit zu gehen“ so ein ver.di-Sprecher. Die Gewerkschaft fordert ein unbefristetes Outsourcing-Verbot für alle Abteilungen, um die seit Mai anhaltende Verlagerung von Arbeitsplätzen in tarif- und betriebsratsfreie Zonen zu stoppen.

Hintergrund sind Kündigungen in der Anzeigenabteilung, im Lesermarkt sowie der Rheinisch Bergischen Druckerei. Um Maximalprofi te zu erreichen, werden extrem hohe Zielvorgaben bei den neugegründeten Gesellschaften gesetzt. Lohndumping und Mehrarbeit sind die Folge. Stark zugenommen haben auch prekäre Beschäftigungsformen, etwa durch Werkverträge. Geplant ist der Abbau von zehn weiteren Stellen in der Redaktion, wie aus mehreren, gesicherten Quellen zu erfahren war.

Die „Rheinische Post Mediengruppe“, besitzt zahlreiche Medien in Polen, in den Niederlanden, der Tschechischen und Slowakischen Republik. Beschäftigt sind nach eigenen Angaben insgesamt etwa 4.700 Mitarbeiter_innen. Diese erwirtschaften einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro im Jahr. Das Sprachrohr der CDU mit konservativ-wirtschaftsneoliberaler Ausrichtung hat eine Aufl agenhöhe von rund 350.000. Der Anteil von „Fremddrucksachen“ in den Druckereien stieg innerhalb von elf Jahren von sechs Prozent auf fünfzig Prozent im Jahr 2011. Neben dem Printmedienbereich ist die „Mediengruppe“ ganz oder teilweise Eigentümer von Fernseh- und Rundfunksendern, wie Center TV und Antenne Düsseldorf.

HS