Deadly Darlings Düsseldorf
Roller Derby

Langsam aber sicher startet das Düsseldorfer Roller Derby Team, die Deadly Darlings Düsseldorf, durch.

Roller Derby wird kurz als "Vollkontaktsport auf Rollschuhen" beschrieben. Roller Derby wird in zwei Frauenteams auf Rollschuhen gespielt. Jedes Team hat jeweils fünf Spielerinnen auf dem Spielfeld (Track), von denen eine die Aufgabe hat, für ihr Team Punkte zu sammeln, indem sie die gegnerischen Spielerinnen überholt. Sie ist die Jammerin. Die anderen vier Spielerinnen haben die Aufgabe, die gegnerische Jammerin daran zu hindern, Punkte zu sammeln, gleichfalls aber der eigenen Jammerin den Weg zum Punktesammeln zu erleichtern. Man nennt diese Spielerinnen Blocker. Es gibt klare Regeln, laut denen das Blocken der Gegnerinnen nur mit Hüfte oder Schulter erlaubt ist. Treffer oberhalb der Schulter, in den Rücken oder unterhalb der Oberschenkelmitte sind verboten. Um den Überblick und die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, werden jede Menge Schiedsrichter*innen (Referees bzw. Refs) benötigt, ebenso braucht man zur Dokumentation der Spielabläufe etliche Nicht-Skatende Offizielle (NSOs). Refs und NSOs werden gemeinsam als Offizielle (Officials) bezeichnet. Um als Spielerin an den Start gehen zu dürfen, müssen im Vorfeld einige theoretische und praktische Tests bestanden werden, da die Sicherheit der Spielerinnen an erster Stelle steht. Dieser Test wird als Minimum Skills Test (MST) bezeichnet. Ein Spiel heißt Bout und wird in zwei Halbzeiten von je 30 Minuten gespielt. Er ist in einzelne Spielzüge, die sich Jams nennen, unterteilt.

Der Wuppertaler Red Lion Roller Derby e.V. lud am 11.05.2013 zu einem sportlichen Spring Break-NRW-Mixed-Bout in die Solinger Eissporthalle ein. Ganz begeistert waren die Deadly Darlings, als sie von dem Mixed-Bout in Solingen erfuhren, hatte ein Großteil doch gerade erst den MST bestanden und somit die Lizenz zum Skaten erworben. Nun gab es direkt eine Möglichkeit, das im MST bewiesene Können in der Realität umzusetzen und die ersten Bout-Erfahrungen zu sammeln. Also meldeten sich die Deadly Darlings fleißig an. Es kamen weiterhin Spielerinnen aus den Teams von Wuppertal, Köln, Münster und Kassel zusammen, um mit den Deadly Darlings in gemischten Teams gegeneinander anzutreten. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, da man sich persönlich nur vereinzelt kannte und den spielerischen Level der Mitstreiterinnen erst einmal kennen lernen musste. Es wurde in "Team weiß" und "Team schwarz" gespielt.

Die Deadly Darlings stellten nicht nur Spielerinnen auf, sondern unterstützten die Veranstaltung auch mit Refs und NSOs. Und wer von den Deadly Darlings nicht spielte oder als Official unterwegs war, kam, um seine Teammates lautstark anzufeuern.

Nach ein paar Trainingseinheiten und einigen organisatorischen Fragen zur An- & Abreise war es dann auch schon so weit. Der Tag des Spring Break war gekommen. Die Aufregung war bei allen groß.

Schon auf dem Weg nach Solingen beherrschte die Aufregung das Team; und die Deadly Darlings unterhielten, gefühlt, den ganzen Zug. Am Nachmittag an der Solinger Eissporthalle angekommen, wurden die Darlings von den Veranstalter*innen herzlich in Empfang genommen. Eine Einführung zu Ablauf und Planung des Tages war zügig erledigt, so dass die Darlings sich mit den Räumlichkeiten vertraut machen konnten.

Kurz darauf trafen nach und nach die Spielerinnen der anderen Teams ein, und die geplanten Teams trafen sich, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Hierbei fand schon mal eine erste Teambesprechung statt, aber auch die ein oder andere Taktik wurde diskutiert. Die Wahl der Team Captains war ebenfalls Teil der Zusammenkunft. Ab diesem Zeitpunkt blieben die Teams zum Umziehen und Aufwärmen unter sich, um die ersten Einschätzungen zum spielerischen Level der eigenen Teammates zu erkunden.

Nach dem Aufwärmtraining begann dann auch gleich der Bout. Zuerst wurden Refs und NSOs vorgestellt, anschließend fuhren die Teams – nicht wie üblich getrennt, sondern gemeinsam – zur Vorstellungsrunde ein, um zu zeigen, dass es sich eine große Gemeinschaft handelt. Alle Spielerinnen wurden vorgestellt. Anschließend machten die Refs bei allen Spielerinnen einen Gearcheck. Dies ist ein Test, ob die Schutzausrüs­tung vollständig ist und fest sitzt.

Dann ging es an den Start. In beiden Teams waren Spielerinnen von den Deadly Darlings in der Startaufstellung. Alle waren reichlich nervös, doch das legte sich relativ schnell nach dem Startpfiff. Direkt im ersten Jam musste Kamikaze Queen auf die Strafbank. She-Rebounce, als Jammerin eingesetzt, folgte Ihr im nächsten Jam dorthin. Debbie Debacle legte sämtliche im Training geübte Zurückhaltung beim Blocken endlich ab, was ihre Gegnerinnen mächtig zu spüren bekamen, und Agathos Daimon konnte durch den Einsatz ihrer harten Blocks den ein oder anderen Powerjam für ihr Team herausschlagen. Bei einem Powerjam ist nur eine Jammerin auf dem Track, da die andere Jammerin auf der Strafbank sitzt.

Im Laufe der ersten Halbzeit kristallisierte sich heraus, dass das schwarze Team die stärkere Zusammensetzung erwischt hatte, so dass es zur Halbzeitpause deutlich vorne lag.

Doch auf den Lorbeeren des Vorsprungs ausruhen konnten sich die Spielerinnen des schwarzen Teams nicht, der Vorsprung gab den Spielerinnen vielmehr die Möglichkeit, sich in neuen Positionen auszuprobieren. So setzte Benchcoach (Trainer*in, der oder die die Spielerinnen für die Jams einteilt) Martha Pfahl Spielerinnen in der zweiten Halbzeit in unvertrauten Positionen ein. Die Wilde Hilde von den Deadly Darlings wurde so zur Jammerin, was sie glamourös meisterte. Kamikaze Queen wurde hin und wieder als Pivot eingesetzt und aus Blitzkrieg Bombshell wurde so ab und an eine Blockerin.

Am Schluss gewann das schwarze Team mit klarem Vorsprung.
Die Spielerinnen bedankten sich via Kniefall und Applaus bei den Officials. Wie üblich fuhren anschließend alle Spielerinnen um den Track und bedankten sich per Handschlag für das gelungene Spiel gegenseitig und bei den Zuschauer*innen für ihre Unterstützung. Auffällig war, dass im weißen wie auch im schwarzen Team die Deadly Darlings eine sehr gute Figur abgaben und sie allesamt richtig stolz auf ihre Leistung beim Mixed-Bout in Solingen sein können.

Im Anschluss an den Bout fand noch eine After Bout Party in der RED Rockbar in Solingen statt, wo die Erfolge der Tages gemeinsam mit den Spielerinnen, Refs und NSOs bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

Wenn wir Euer Interesse für Roller Derby geweckt haben, schaut doch einfach mal auf Facebook bei den Deadly Darlings vorbei oder kommt sie (samstags zwischen 18:00 und 20:00 Uhr) in der Rollsporthalle des TUS Nord, Eckener Str. 49, im Training besuchen.

WIS