Das togetherfest Düsseldorf geht in die zweite Runde

Dieses Jahr wird das togetherfest das Publikum vom 2. bis 4. August mit Vorträgen, Workshops, Konzerten, Lesungen und Filmen rund um Antisexismus und Queerfeminismus beglücken.

Worum geht es?

Das togetherfest ist ein gesamtemanzipatorischer Festigress (Festival und Kongress) in Düsseldorf. Wir wollen die Gelegenheit bieten, über Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen jeglicher Form von Diskriminierung zu sprechen. Wir legen den Schwerpunkt auf Queerfeminismus und Antisexismus, sehen es aber auch als notwendig an, jegliche weitere Form der Unterdrückung und Einschränkung zu berücksichtigen und zu bekämpfen.

Rückblick

Mitte 2011 haben sich das erste Mal Menschen zusammengefunden, die ein Interesse daran hatten, gemeinsam ein queerfeministisches Festival in Düsseldorf zu organisieren. Nachdem das letzte Ladyfest 2008 stattfand, war es überfällig, wieder eine große Veranstaltung zu machen, die Antisexismus zum Schwerpunkt hat. Gleichzeitig wollten wir auch andere Formen der Diskriminierung mit berücksichtigen. So entschieden wir uns, keinen festen Eintritt zu nehmen, Essen gegen Spende zur Verfügung zu stellen und für eine Schlafplatzbörse zu sorgen.

Es gelang uns, genügend finanzielle Mittel von Stiftungen und Asten, aber auch durch unermüdliche Soli-Verkäufe zu bekommen. Damit haben wir ein Programm auf die Beine gestellt, das namhafte Referent*innen wie Kübra Gümüsay, Hans-Jürgen Voß oder Mithu Sanyal aufweisen und vielfältige Themen abdecken konnte. Die Besucher*innenzahlen haben uns alle überrascht, die am besten besuchten Vorträge lockten bis zu 100 Personen ins Linke Zentrum. Konzerte und Partys mit bekannten Acts zogen auch Menschen, die sich sonst wenig mit Antisexismus auseinandersetzen, an – eine Entwicklung, die wir so nicht bedacht hatten und zwiespältig sehen. So wichtig wir es finden, gerade auch diejenigen, die sich bisher nicht mit Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht und/oder Sexualität auseinandersetzen, mit diesen Inhalten zu konfrontieren, haben wir nicht ausreichend bedacht, wie sich eine angenehme und sichere Atmosphäre für alle unter diesen Umständen aufrechterhalten lässt.

Obwohl aufgrund unserer mangelnden Erfahrung mit Veranstaltungen dieser Größenordnung und unseren begrenzten Kapazitäten Fehler passiert sind und nicht alle unsere eigenen Ansprüche erfüllt werden konnten, sind wir uns einig, dass es die richtige Entscheidung war, das togetherfest durchzuführen.

Wie weiter?

Seitdem hat sich unsere Gruppe unter dem Namen BecomingQueer gefestigt. Wir haben seither regelmäßig Cafés, Konzerte und Partys veranstaltet, im Linken Zentrum selbst, aber auch an Uni und Fachhochschule. Hier konnten wir beobachten, dass ein großer Bedarf nach Austausch zwischen von Sexismus betroffenen Personen besteht und wir häufig ein Publikum anziehen, das sich bei anderen Veranstaltungen weniger wohl fühlt.

Nach den Erfahrungen im letzten Jahr war es uns ein Anliegen, dieses Mal statt eines vollen Programms mit großen bekannten Namen viel Raum für den gegenseitigen Austausch und gegebenenfalls Rückzugsräume zu bieten.

Sichere Räume

So wird es einen Raum geben, in dem sich Düsseldorfer Initiativen, die sich antisexistisch organisieren, präsentieren und vernetzen können. Im Ablauf sind Pausen eingeplant, so dass niemand interessante Vorträge verpassen muss.

Wenn es unsere personellen Kapazitäten zulassen, planen wir, jeweils einen getrennten Infopoint, Ruheraum für alle und einen nur für FrauenLesbenTransIntersex offenen Raum einzurichten. So wollen wir gewährleisten, dass auch, wenn viele Anfragen auflaufen oder jemand das Bedürfnis nach Rückzug hat, ein ungestörter FLTI*-Schutzraum gewährleistet bleibt. Dafür wird das togetherfest 2013 komplett an der FH in Golzheim stattfinden, die alle benötigten Räumlichkeiten unter einem Dach bietet.

Das Programm

Aber natürlich geht es uns auch darum, Inhalte zu präsentieren, die sich mit Queer/Feminismus, Gendertheorie, Antisexismus, Antihomophobie und Antitransphobie befassen. Die kommenden Tage wird sich das Programm noch weiter füllen, aber einiges an Bestätigungen haben wir bereits bekommen:

Die Düsseldorfer Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Mithu Sanyal ist auch dieses Jahr wieder dabei und wird die bereits in dem gleichnamigen Buch veröffentlichte Kulturgeschichte der Vulva darlegen. Wir konnten außerdem die durch ihren eigenen Blog sowie den der Mädchenmannschaft bekannte Nadia Shehadeh gewinnen, um über ihre Erfahrungen und ihre Entwicklung als feministische Bloggerin, die Intersektionalität mitbedenkt, zu sprechen.

Eine der Autorinnen wird das Buch Revolutionäre Frauen vorstellen und im Anschluss anbieten, mit den darin enthaltenen Stencils Textilien zu bedrucken.

Aber die Praxis kommt auch nicht zu kurz: Wir freuen uns auf den Workshop von bikesexual, in dem altes Fahrradzubehör zu Sextoys umgewandelt wird und auf einen Drag-Workshop, der die inhaltliche Auseinandersetzung und Diskussion mit der praktischen Umsetzung verbindet. Auch der Theaterworkshop, der im letzten Jahr sehr gut ankam, wird dieses Jahr gleich zweimal in leicht veränderter Form angeboten.

Neben dem inhaltlichen Input soll auch das gemeinsame Feiern nicht zu kurz kommen. Dazu wird das DJ-Team Bandenbeats von Riot Grrrl über Achtziger zu Electroswing alles auflegen, was tanzbar ist. Am Samstag ist dann ein Konzert mit den Megaphones, Tiger Magic und Crime angesagt.

Insgesamt haben wir uns entschieden, verstärkt Menschen aus unserem eigenen Umfeld, von denen wir wissen, dass sie sich bereits seit längerem mit der Thematik befassen, einzubinden und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Sichtweise und ihre bisherige Arbeit vorzustellen.

Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher*innen und Mithilfe bei der Durchführung und Gestaltung des togetherfest 2013! Sexismus bekämpfen, Macker zu Katzenfutter!

Aktuelle Informationen finden sich auf togetherfest.de und facebook.com/togetherfest. Menschen können sich mit Fragen, Anregungen und Interesse zur Mithilfe bei info [at] togetherfest.de melden.