Semesterticket gekündigt

Wie der VRR uns unter Druck setzt

Schon 2013 hatte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einen Anlauf genommen, die Preise für das Semesterticket um – damaliger Stand – ca. 43 Prozent zu erhöhen.

Damals konnte die Erhöhung noch durch öffentlichen Druck auf die im Wahlkampf stehenden Politiker*innen abgewendet werden, aber viele Studierende ahnten schon, dass dieses Thema nicht endgültig vom Tisch sein würde. Schließlich blieb es auch weiterhin erklärtes Ziel des VRR, in die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs dessen Nutzer*innen stärker „einzubeziehen“ und die proklamierte „Preisspanne“ zwischen verschiedenen Tickets im Ausbildungsverkehr zu schließen.

Vor wenigen Wochen nun hat die Rheinbahn dem AStA der FH Düsseldorf mit Wirkung zum Wintersemester 2015/2016 den Vertrag gekündigt. Mit der Kündigung versandt wurde ein neuer Ticketvertrag mit saftigen Preissteigerungen und schlechteren Leistungen, zu unterzeichnen noch in diesem Jahr. Und nicht nur die Studierenden der FH Düsseldorf sind betroffen, auch allen anderen ASten im VRR-Gebiet wurde gekündigt und ein neuer Vertrag „angeboten“. Dabei sollte es doch nach dem misslungenen Vorstoß 2013 „ergebnisoffene“ Gespräche auf Augenhöhe zwischen VRR und Studierenden geben, so das Versprechen. Eingehalten wurde es nicht: Nachdem der Verwaltungsrat des VRR die avisierte Preissteigerung bereits vor Monaten in Beisein von protestierenden Studierenden durchgewunken hatte, setzten die Verkehrsunternehmen – also in Düsseldorf die „Rheinbahn“ – den Vorschlag 1:1 um. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb! Eine Diskussion über Alternativen stand nie im Raum, stattdessen sollten die neuen Konditionen den „uneinsichtigen“ Studierendenvertreter*innen verständlich gemacht werden. Durch die Kündigung der Altverträge soll Druck aufgebaut werden, schließlich sind die Betroffenen ja auf das günstige Semesterticket angewiesen.

Wir wollen auch weiterhin ein bezahlbares Ticket für alle Studis, aber nicht zu den vom VRR neu diktierten Konditionen! Denn die sehen vor, dass die Preise stufenweise deutlich steigen sollen, zusätzlich zu den ohnehin jährlich vorgenommenen Preissteigerungen um 3 bis 4 Prozent. Die Erhöhung übertrifft dabei sogar die VRR-Forderung aus 2013 und liegt bis Wintersemester 2020 im Bereich von 50 Prozent. Abgesehen von dieser unzumutbaren Verteuerung möchte der VRR auch gleich die für viele Studierende im Alltag wichtigen Mitnahmeregelungen für Mitfahrer*in und Fahrräder aus den Ticketverträgen in die Beförderungsbedingungen verlagern – denn diese kann der VRR im Gegensatz zum eigentlichen Vertrag später jederzeit einseitig ändern, zum Nachteil der Nutzer*innen. Die Kündigung des Semestertickets ist dabei vor allen Dingen eines: ein Angriff auf das Solidarmodell, auf ein günstiges Ticket für viele. Das können wir uns im Interesse der Studierenden natürlich nicht gefallen lassen. Das Studierendenparlament der FH Düsseldorf hat bereits entschieden, den derzeit vorgelegten Neuvertrag keinesfalls anzunehmen. Die betroffenen ASten im VRR-Bereich vernetzen sich und werden gemeinsam handeln, um die Preiserhöhung und Verschlechterung des Semestertickets zu verhindern: So nicht, VRR!

AStA FH Düsseldorf


TERMINE

Das AStA-Referat „Café International“ präsentiert:

Freitag, 10. Oktober, ab 21 Uhr, Café Freiraum, FH-Gebäude Josef-Gockeln-Str. 9
Opening Party
mit der deutsch-türkischen Band „Kent Coda“ (deutsch-türkischer Indie-Folk) und vielen anderen. Zugang zum Café über die Außentreppe neben dem FH-Haupteingang Josef-Gockeln-Straße. Eintritt frei.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem International Office.

Der Antifa-AK an der FH präsentiert:

Montag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, ZAKK, Fichtenstr. 40
INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf:
Der NSU-Untersuchungsausschuss in NRW – Chancen, Anforderungen und Fallstricke
Referentinnen: Heike Kleffner (Journalistin und bis 2013 Referentin der Linksfraktion im Bundestag für den NSU-Untersuchungsauschuss) und Antonia von der Behrens (Rechtsanwältin und Nebenklagevertreterin der Dortmunder Familie Kubasik im NSU-Prozess).
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem zakk, SJD – Die Falken Düsseldorf und anderen.
Fast 31 Monate nach der Selbstenttarnung des NSU haben sich die NRW-Landtagsfraktionen auf Initiative der „Piratenpartei“ doch noch auf die Einrichtung eines NSU-Untersuchungsausschusses (UA) geeinigt. Dieser soll im Herbst seine Arbeit aufnehmen. Im Fokus werden insbesondere, aber nicht ausschließlich, das Behördenhandeln rund um den Mord an dem Dortmunder Kioskbesitzer Mehmet Kubasik (2006) sowie um die beiden Kölner Sprengstoffanschläge (2001 und 2004) stehen. Auch die Ermittlungen und Erkenntnisse rund um den bis heute unaufgeklärten Sprengstoffanschlag 2000 am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn sollen und werden Thema sein. Doch was kann bzw. muss von einem solchen Ausschuss erwartet werden? Besteht Gefahr, dass sowohl SPD/Grüne als auch CDU//FDP kritische Punkte in Hinblick auf eine Mitverantwortung für behördliches und politisches Versagen nicht ausreichend unter die Lupe nehmen? Zum Zeitpunkt der Kölner Anschläge stellten SPD und Grüne die Landesregierung, zum Zeitpunkt des Dortmunder Mordes CDU und FDP. Die Veranstaltung möchte mit Blick auf die anstehende Arbeit des UA in NRW bzw. die bereits geleistete Arbeit bisheriger NSU-Untersuchungsausschüsse des Bundes und einzelner Bundesländer Chancen, Anforderungen und Fallstricke unter die Lupe nehmen und gleichzeitig zu einer öffentlichen und kritischen Begleitung des NRW-Untersuchungsausschusses aufrufen.
INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet jeden letzten Montag im Monat statt, unregelmäßig werden zusätzliche INPUT-Spezial-Veranstaltungen angeboten. Veranstalter: Antifa-AK an der FH-D und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland sowie wechselnden weiteren KooperationspartnerInnen.