Der Antifaschistische Arbeitskreis an der HSD

präsentiert als Mitveranstalter

INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf
Kulturkampf und Gewissen. Organisierter „Lebensschutz“, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Frauen*referat an der Hochschule Düsseldorf.

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Die expliziten Anti-Abtreibungsorganisationen möchten nicht nur die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren, sondern führen auch einen Kulturkampf zur Retraditionalisierung der Geschlechter- und Familienverhältnisse, um christliche Moral und das ärztliche Gewissen. Medizinethische und menschenrechtsbasierte juristische Argumentationsstrategien sind dabei eine Strategie, die den christlichen Fundamentalismus, der so gut wie alle Akteure grundlegend prägt, lediglich flankieren.

Die „Lebensschützer“ können sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die auch von anderen Gruppen bestimmt werden: Das Spektrum von den rechtskonservativen „Christdemokraten für das Leben“ bis zur extrem rechten Zeitung „Junge Freiheit“ sehen die Demografiepolitik und eine Restauration konservativer Werte und Familienbilder als ihr Agitationsfeld an. Das religiöse Spektrum verteidigt eine vermeintlich natürliche, gottgewollte christliche Ordnung. Der Antifeminismus formiert sich im Kampf gegen Gender Mainstreaming und reproduktive und sexuelle Rechte.

Somit ist die „Lebensschutz“-Bewegung Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen Spektrums. Dieses bietet aktuell mit seinem gesellschaftlich erstarkendem Antifeminismus und vor allem seiner Behauptung, das Christentum sei durch „Islamisierung“ und Säkularisierung inzwischen eine bedrohte Minderheit, den Aufwind, von dem die „Lebensschutz“-Bewegung profitieren möchte.

Nicht zuletzt die aktuellen Debatten um die Abschaffung des §219a (Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche) haben das Bewusstsein erhöht, dass der 20 Jahre alte gesellschaftliche Kompromiss um den §218 ein fauler und immer ein bedrohter ist. Eine kritische Auseinandersetzung mit den „Lebensschützern“ ist notwendig, denn sie ist die Grundlage für den nötigen Widerstand.

Die Veranstaltung möchte einen Überblick über die Akteure der „Lebensschutz“-Bewegung und ihre aktuellen Diskurse bieten. Hintergrund ist dabei auch die Neuerscheinung „Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung (Sanders, Achtelik, Jentsch; erschienen im März 2018 im „Verbrecher Verlag“), in dem die neuen medizinethischen Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung, ihre Stärken, Schwächen und internen Widersprüche behandelt werden. Im Fokus der Veranstaltung sollen auch die katholisch-fundamentalistischen und evangelikalen Netzwerke stehen.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des „Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin“ (apabiz e.V.) und Mitglied des „Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus“. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die „Lebensschutz“-Bewegung, Antifeminismus sowie Rechtsterrorismus. Zum Thema der Veranstaltung veröffentlichte sie gemeinsam mit anderen Autor*innen die Bücher „Kulturkampf und Gewissen“ (2018) und „Deutschland treibt sich ab“ (2014).

Antifa-Café Düsseldorf

Informations- und Mobilisierungsveranstaltung zu den Aktivitäten gegen den Neonazi-Aufmarsch am 14. April 2018 in Dortmund.

Die Neonazi-Partei „Die Rechte“ mobilisiert seit vielen Monaten für den 14. April zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Europa erwache. Für freie Völker und souveräne Nationalstaaten!“ nach Dortmund. Zu dieser Aktion werden um die 1.000 Neonazis erwartet, darunter auch Delegationen extrem rechter Organisationen aus dem europäischen Ausland.

Zahlreiche Organisationen und Bündnisse wollen sich dem entgegenstellen und rufen dazu auf, an diesem Tag auf die Straße zu gehen. Auch von Düsseldorf aus wird es eine gemeinsame Anreise von Antifaschist*innen geben. Beim Antifa-Café-Spezial erfahrt Ihr, was geplant ist und wo Ihr euch anschließen könnt. Bei Bedarf bieten wir auch denjenigen, die bisher nur wenig oder noch gar keine Erfahrungen mit derartigen Aktionen gesammelt haben, ein Demo-Einmaleins.

Dienstag, 10. April 2018 (zusätzlicher Termin = Antifa-Café-Spezial), ab 19 Uhr (Programmbeginn 20 Uhr), Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108

Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Zwölf Wochen Wehrhahn-Prozess – Der Versuch einer Zwischenbilanz“.

Fast die Hälfte der ursprünglich für den Wehrhahn-Prozess angesetzten Hauptverhandlungstermine wird Mitte April verstrichen sein. Höchste Zeit also für eine erste Zwischenbilanz. Aber auch eine Gelegenheit für diejenigen, die sich bisher nur grob informiert haben, Näheres zum bisherigen Prozessverlauf zu erfahren und ihre Fragen und Eindrücke loszuwerden. Wurden die von Antifaschist*innen zu Prozessbeginn öffentlich gestellten Fragen mittlerweile beantwortet? Ist klarer geworden, wieso es seit dem Bombenanschlag auf jüdische „Kontingentflüchtlinge“ und auf „Russlanddeutsche“ über 17 Jahre gedauert hat, bis ein mutmaßlicher Täter angeklagt wurde?

Das Antifa Café findet monatlich – an jedem dritten Dienstag – im Hinterhof - Linken Zentrum statt. Es wird vorbereitet von verschiedenen Gruppen und Einzelnen, die in antifaschistischer Politik und Praxis in Düsseldorf aktiv sind. Das Café ist Ort und Gelegenheit, sich schlau zu machen, sich auszutauschen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Dienstag, 17. April 2018, ab 19 Uhr (Programmbeginn 20 Uhr), Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108