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Trinkwasser wird 12,7 Prozent teurer

Jedes Lebewesen braucht es, viele Menschen verschwenden es (immer noch), wir jagen es durch die Klospülung, duschen und baden ausgiebig, ohne uns allzu viele Gedanken darüber zu machen. Ab 2026 wird es in Düsseldorf deutlich teurer: Die Stadtwerke Düsseldorf, Versorger für 700.000 Menschen in Düsseldorf und Mettmann, erhöhen zum 1. Januar 2026 die Preise für Trinkwasser deutlich, um knapp 13 Prozent.

Gründe für die Verteuerung (die letzte war vor 2 Jahren) seien, so die Stadtwerke, deutlich gestiegene Kosten für Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung sowie hohe Investitionen in die Infrastruktur. Der Grundpreis steigt von 128,40 auf 149,80 Euro, der Arbeitspreis auf 2,39 Euro/m³ brutto (bisher: 2,12 Euro in Düsseldorf und 2,18 Euro in Mettmann). Für einen Single-Haushalt bedeute dies Mehrkosten von rund 33 Euro pro Jahr, für einen Vier-Personen-Haushalt etwa 61 Euro, wird vorgerechnet. Hat mensch keinen Wasserzähler in der Wohnung, kann es mit dem Wasser sparen schwierig werden, wenn die Nachbarn eben nicht sparsam sind. So oder so trifft diese Preiserhöhung jede*n.

Die Stadtwerke schreiben auf ihrer Homepage, dass sie alles daransetzen würden, ihre Kund*innen auch künftig zuverlässig mit Trinkwasser in höchster Qualität zu versorgen. Dazu bauen sie auch ihre Infrastruktur aus, errichten beispielsweise für rund 20 Millionen Euro einen neuen Hochbehälter „Auf der Hardt“ in Gerresheim. Die drei Wasserwerke Am Staad, Flehe und Holthausen werden mit Ersatzstromanlagen ausgestattet, damit bei einem möglichen großflächigen Stromausfall noch Wasser zur Verfügung steht. Auch die Folgen des Klimawandels – längere Trockenperioden und damit steigender Wasserbedarf – erhöhen die Anforderungen an eine robuste, leistungsfähige Infrastruktur, heißt es weiter.

Das Trinkwasser für Düsseldorf und Mettmann stammt zu rund einem Viertel aus Grundwasser und zu drei Vierteln aus Rheinuferfiltrat. In ihren Wasserwerken setzen die Stadtwerke auf das eigens entwickelte „Düsseldorfer Verfahren“. Es kombiniert die natürliche Filtration des Rheinwassers durch Sand und Gesteinsschichten mit der Ozon- und Aktivkohle-Behandlung. Das Wasser erfülle höchste hygienische Anforderungen.

Sauberes Trinkwasser ist schon seit langem in vielen Teilen der Welt kostbarstes Gut – oder auch kaum verfügbar.

Quelle: Stadtwerke Düsseldorf

Manchmal reicht schon ein kleiner Funke

Die Castor-Strecke von Jülich nach Ahaus – ein 170-Kilometer-Parcours voller unkalkulierbarer Risiken. Trotzdem könnte schon im Januar auch ohne rechtskräftigen Bescheid der erste Castor rollen.

Am 10.12. legte ein brennender Schwerlasttransporter die Autobahn A3 im Kreuz Kaiserberg lahm – genau dort, wo sich vor zwei Jahren ein Probe-Castor (sogenannte Kalthandhabung) verfuhr und mitten im Autobahnkreuz wieder zurücksetzen musste. Die A3 blieb nach dem LKW-Brand noch bis zum 13.12. gesperrt, eine Brücke musste eine statische Prüfung durchlaufen. Der nächste schwere Unfall legte am 11.12. die A46 bis zum folgenden Morgen zwischen Haan-West und -Ost lahm, unglaublich, das verunfallte Elektro-LKW Modell, beladen mit leicht brennbarer, giftiger Flüssigkeit, war so neu, dass es der Feuerwehr nicht bekannt war. Erst mit Hilfe eines mühsam herbeigeschafften Experten konnte der Trupp den brennenden Gefahrgut-Transporter löschen. Dazu kommen nicht enden wollende Berichte zu maroden Brücken in NRW, weil das Land keine Ahnung hat, welche und wie viele Schwertransporte eigentlich unterwegs sind. Kaum vorstellbar, dass trotz aller unkalkulierbaren Risiken 152 Castor-Transporte mit hoch radioaktiven Müll von Jülich nach Ahaus rollen sollen, mit jeweils 130 Tonnen Gewicht. Für 2025 haben engagierte Menschen die Jülich-Ahaus-Castoren erneut verhindert.

Noch vor Weihnachten sollen jedoch weitere Probe-Castoren über die geplante Strecke rollen. „Mitte Dezember“ will nach letztem Stand das Verwaltungsgericht Berlin über die Eilklage des BUND NRW entscheiden. Bis zu unserem Drucklegungstermin ist nix passiert. Danach gibt es noch das OVG Berlin-Brandenburg als zweite Instanz. Doch die Transportfirma Orano ist willens, im Januar auch ohne rechtskräftigen Bescheid zu starten … und wahrscheinlich auch ohne das von der Gewerkschaft der Polizei geforderte Strahlenschutz-Konzept für das Großaufgebot der begleitenden Polizei.

NRW-Innenminister Reul „warnt“ davor, dass „manchmal schon ein kleiner Funke“ reiche, um die Proteste so richtig anzufachen. Er wolle nicht „die halbe Polizei des Landes“ dafür einsetzen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst will die Transporte nicht wirklich, aber wenn schon, dann ohne Tamtam.

Das Aktionsbündnis Münsterland, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster erklärt dazu: „Lasst uns also dieser kleine Funken sein … Wir sagen ganz klar NEIN und fordern erneut den Abbruch der Castor-Vorbereitungen – wir brauchen eine Weiterlagerung in Jülich!”

Quellen: SOFA-Münster, WDR aktuell 12.12.25

Am 14.12. kamen etwa 300 Menschen zum Sonntagsspaziergang am Zwischenlager nach Ahaus, rekapitulierten, was in den letzten Monaten passiert bzw. nicht passiert ist, und stimmten sich darauf ein, sehr aufmerksam zu sein: Tamtam und Funken sind zu erwarten!

Infos auch auf:
https://sofa-ms.de
https://bi-ahaus.de
https://westcastor.org
https://castor-stoppen.de

Schöne Bescherung im Rekordhaushalt 2026: Die Hochschulkürzungen kommen

Schnipp, Schnapp, die schwarz-grüne Landesregierung hat es wahr gemacht und die Kürzungsschere an der Grundfinanzierung angesetzt. 120 Millionen Euro weniger stehen den Hochschulen zu, und das trotz des massiven Protests der Studierendenschaft. Dieser war jedoch nicht vergebens und scheint in nächster Zeit nicht abzuflauen.

Im Vorfeld des Haushaltsbeschlusses für 2026 am 17.12. gab es diverse Proteste. Über die landesweite Demonstration in Düsseldorf am 5.11. hatte die TERZ (12.2025) bereits berichtet. Am 10.12. hatte sich das Bündnis „Köln gegen Kürzungen“ gegen die Streichung des Studiengangs „Disability Studies“ an der Universität gestellt. Fünf Tage später mobilisierte die studentische Initiative „fundament.tal“ zum Protest gegen die Nichtbesetzung der 2026 freiwerdenden Professur im Lehrstuhl „Entwerfen und Gebäudekunde“ an der Universität Wuppertal. Eine Reaktion der Universitäten auf die Einschnitte kann darin bestehen, sich auf ihre Exzellenzcluster als Kernbereiche der Forschung zu konzentrieren, während andere wichtige Themengebiete wegfallen.

Zwar konnten die Kürzungen nicht verhindert werden, ein Teilerfolg bleibt. Aus den im September diskutierten 150 Millionen (TERZ 09.2025) wurden 120 Millionen, ebenso wurden die Rücklagen der Hochschulen nicht angetastet. In der Sitzung am 17.12. zeigte sich jedoch auch, wie stark die Landesregierung auf den Kürzungen beharrte. Die SPD schlug beispielsweise vor, die finanziellen Mittel komplett auszuschöpfen und Möglichkeiten wie Kredite oder eine strukturelle Neuverschuldung zu nutzen, um die Finanzlücke zu schließen und Kürzungen zu verhindern. Das wurde von der Landesregierung abgelehnt.

Diese Entscheidung wird teuer. So hat die Landesregierung gezeigt, dass sie ihre Versprechen aus dem Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken“ von 2020 nicht hält, der keine Kürzungen in diesem Jahr vorsah. Zudem gefährdet sie damit die Qualität von Studium, Lehre und Arbeitsbedingungen an den Hochschulen. Schließlich sind alle staatlichen Hochschulen im Bundesland betroffen. Der LAT (Landes Asten Treffen) NRW, die hochschulweite Studierendenvertretung in NRW, fordert daher in ihrer Stellungnahme zum Haushaltsbeschluss: keine Kürzungen bei der Grundfinanzierung, Investition statt Mangelverwaltung und die Nutzung aller finanziellen Spielräume.

Hoffnung durch Vernetzung

Die Kürzungen im Hochschulbereich bleiben über NRW hinaus ein Thema. Am 13.12. organisierte der fsv, der Bundesverband der Studierendenvertretungen in Deutschland, ein bundesweites Treffen zur Kampagne „Schlussverkauf Bildung“ in Frankfurt. Angesichts des steigenden Drucks auf Studierende und Universitäten wird eine bundesweite Vernetzung immer wichtiger. Was an einer Universität passiert, kann auch andere betroffen. An der Goethe-Universität sollten beispielsweise Maximalstudienzeiten eingeführt werden, worauf das Rektorat erst nach Protest verzichtete.

Am 28. Januar im neuen Jahr steht zudem der bundesweite Hochschulaktionstag ein. Zentrale Forderungen sind die Ausfinanzierung von Hochschulen und Studium, bessere Arbeitsbedingungen und besonders Tarifverträge für studentische Beschäftigte und mehr Dauerstellen in der Hochschullehre. Der Aktionstag wird von ver.di, der Gewerkschaft Bildung und Erziehung, DGB, DGB-Jugend, Tarifbewegung studentischer Beschäftigter (TVStud) und dem Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft organisiert. Auch der fzs gehört zu diesem Kreis. Bezüglich Veranstaltungen in Düsseldorf und Umkreis ist zum Redaktionsschluss noch nichts genaueres bekannt.

Der Widerstand gegen Kürzungen scheint auch nach dem Beschluss nicht gebrochen. Langweilig wird es an den Hochschulen also nicht.