Termine

Die Projektstelle Erinnerungs- und Lernort „Alter Schlachthof“ des AStA der HSD lädt ein

Donnerstag, 11. Januar 2018, 18.30 Uhr, Hochschule Düsseldorf, Campus Derendorf, Café Freiraum, Gebäude 3, Erdgeschoss
Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „erinnern – handeln – widersetzen“: Der Kern des Holocaust: Aktion Reinhardt. Die Ermordung der polnischen Juden im Holocaust und das Gedenken an den Verlust
Referent: Dr. Stephan Lehnstaedt (Berlin)
Unter der Tarnbezeichnung „Aktion Reinhardt“ deportierten die Deutschen Juden aus den Ghettos im besetzten Polen und vergasten sie in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. Bis November 1943 ermordeten sie dabei annähernd zwei Millionen Menschen, verbrannten die Leichen und vergruben die Asche. Weniger als 150 Menschen überlebten. In Deutschland ist dieser Teil des Holocaust in weiten Teilen vergessen und verdrängt. Dabei steht die „Aktion Reinhardt“ für die Quintessenz des Hasses und des deutschen Antisemitismus. Sie war die reine Vernichtung ohne irgendwelchen sonstigen „Nutzen“ wie etwa Zwangsarbeit oder pseudomedizinische Experimente. Doch ohne Zeitzeugen und materielle Spuren gibt es schlicht keine Aufmerksamkeit für Geschichte und Gegenwart dieses Teils des Genozids. Verliert hier ein präzedenzloses Verbrechen seine Relevanz?
Dr. Stephan Lehnstaedt ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin. Er legte mit seinem Buch „ Der Kern des Holocaust“ die erste Gesamtdarstellung der „Aktion Reinhardt“ in deutscher Sprache vor.

Der Antifaschistische Arbeitskreis an der HSD u.a. laden ein

Dienstag, 16. Januar 2018, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf (Haltestelle Morsestraße), geöffnet ab 19 Uhr, Programmbeginn 20 Uhr
Vortrag, Diskussion und Kneipe im Rahmen des Antifa-Cafés Düsseldorf.
Thema: Deutsche Interessen im Nahen und Mittleren Osten.
Referent: Jörg Kronauer (Journalist und Autor aus London, Referent des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland)
Der maximal 60-minütige Vortrag möchte einen – auch für Nichtfachmenschen verständlichen – komprimierten Einblick in diese Thematik bieten.
Vielfältige Interessen muss die deutsche Außenpolitik im Nahen und Mittleren Osten bedienen. Da wären zum einen die Interessen der deutschen Wirtschaft in einer Region, die nach wie vor zu den rohstoffreichsten Gebieten der Welt gehört; die größten Erdöl- und die zweitgrößten Erdgasvorräte weltweit liegen rings um den Persischen Golf. Dabei geht es keinesfalls nur um Zugriff auf die Rohstoffe. Umfangreiche Einkünfte aus dem Erdöl- und Erdgasgeschäft verschaffen manchen Staaten vor allem am Persischen Golf die Möglichkeit, viel zu konsumieren – das gilt vor allem für ihre Eliten – und zumindest prinzipiell auch viel zu investieren. Das macht die Region zu einem interessanten Absatzmarkt. Zum anderen muss die deutsche Außenpolitik strategische Interessen berücksichtigen. Wer in der Weltpolitik mitmischen will – und das trifft auf das deutsche Establishment zu –, kann die Region nicht ignorieren. Hinzu kommt, dass einige der geostrategisch sensibelsten Handelswege der Welt im Nahen und Mittleren Osten liegen: die Straße von Hormuz etwa sowie die Meerenge Bab al Mandab, die zusammen die Zufahrt aus dem Indischen Ozean in das Mittelmeer gewähren. Wer diese beherrscht, hat die Kontrolle über Europas Asienhandel, unter anderem über den Handel mit China. In der Region, die von vielfältigen äußeren Konflikten und von inneren Machtkämpfen geprägt ist, muss die deutsche Politik deutschen Interessen einen Weg bahnen. Dabei nimmt Israel eine besondere Rolle ein – aus historischen Gründen. Das große Geschäft aber lässt sich weniger in Israel machen als vielmehr in den arabischen Staaten und im Iran. Heute kommt hinzu, dass die deutsche Außenpolitik sich zunehmend von den USA absetzt - aktuell auch im Nahen und Mittleren Osten. Das hat Folgen für die deutsche Politik gegenüber Israel.

Der Antifaschistische Arbeitskreis an der HSD u.a. laden ein

Mittwoch, 31. Januar 2018, 19.30 Uhr, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf
Vortrag und Diskussion in der Reihe INPUT – antifaschistischer Themenabend.
Thema: Die extreme Rechte in den USA.
Seit der Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps sehen extrem rechte Kräfte in den USA die Zeit als reif an, um sich wieder in den politischen Mainstream des Landes zu drängen. Durch ihre Unterstützung des Präsidenten erhalten sie international großes Medieninteresse, das sie nutzen, um für ihre politischen Ziele und Organisationen zu werben. Im Alltag macht sich ihr Höhenflug vor allem in Form von verbalen und physischen Übergriffen, Anschlägen und Morden bemerkbar. Flankiert werden ihre Bemühungen von Trumps Politik, die vor allem durch eine Verschärfung der Abschiebungs-, Flüchtlings- und Einwanderungspolitik, der Förderung reaktionärer christlicher Kräfte, diskriminierenden Maßnahmen gegen Transgender und der politischen Verfolgung von Antifaschist_innen auf sich aufmerksam macht. In seinem Vortrag wird der Referent Carl Kinsky – u.a. Autor der antifaschistischen Magazine „Der Rechte Rand“ und „LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen“ – die politischen Strömungen der extremen Rechten sowie einige derzeit exponierte Organisationen und Persönlichkeiten in den USA vorstellen. In diesem Rahmen wird auch auf aktuelle Entwicklungen im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks eingegangen. Last but not least wird aufgezeigt, warum die Beschäftigung mit der US-amerikanischen extremen Rechten auch für Antifaschist_innen in Deutschland wichtig ist.