idiotoreal

Wer Heimat sagt, muss auch Heino sagen – und wie weit dahinter in der Kehle das Wort „Hitler“ steckt, darüber streiten die Sachverständigen. Die jüngste Gelegenheit dazu ergab sich, als die nordrhein-westfälische Heimatministerin Ina Scharrenberg Heino zum Heimat-Botschafter ernannte und dieser der Christdemokratin auf einem Heimat-Kongress in Münster sein Album „Die schönsten Deutschen Heimat- und Vaterlandslieder“ überreichte. Einige Stücke auf der CD fielen nämlich gar zu heimatlich aus, wie etwa das 1814 von Max von Schenckendorf verfasste „Wenn alle untreu werden“, das die SS zu ihrem „Treuelied“ erwählte und in ihrem Liederbuch gleich an die dritte Stelle nach dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied setzte. Klarer Fall von Instrumentalisierung, sagt Heino, und auch die Ministerin verwahrt sich dagegen, „in irgendeiner Weise mit der nationalsozialistischen Ideologie in Verbindung gebracht zu werden“. Auch in Sachen „Heimatschutz“ tut sich so einiges im Land. So kann die deutsche Oma bei der Essener Tafel jetzt wieder kraftvoll zubeißen und braucht sich nicht mehr vor migrantischen Bedürftigen zu fürchten, denn diese müssen einstweilen draußen bleiben. Sogar Amtshilfe zum auswärtigen Heimatschutz ist von hier aus möglich, kämpft doch Erdogan mit Panzern von Rheinmetall gegen die Kurd*innen. Und ob der Heimatschutz in seiner bundesdeutschen gewaltsamen Ausprägung, wie ihn im Jahr 2000 die Opfer des Wehrhahn-Anschlags erleiden mussten, eine gerechte Strafe findet, steht auch noch längst nicht fest.