Düsseldorf ist was?

Die Stadt sorgt sich mal wieder um ihre Außenwirkung und leitet PR-Maßnahmen ein.

Sie muss ihr Image aufbessern; spießig und schickimicki, so wird Düsseldorf wahrgenommen. Dagegen will die Stadtführung etwas tun: Mit ihrer neuen Mitmach-Image-Kampagne werden alle Düsseldorfer_innen aufgerufen, Fotos von der Stadt auf der Internetseite der Kampagne hochzuladen.

Stocksteif und emotionslos verkündet OB Elbers im Ankündigungsvideo zur Kampagne, dass etwas gegen Düsseldorfs Klischee-Image (Stadt der Reichen, Kö und Altstadt) getan werden müsse.

Komisch, wie kommt dieses Image bloß zustande? Ein Mega-Event nach dem anderen, Bemühungen, immer die richtigen Bilder für Kameras und Imagebroschüren zu produzieren, übermäßige Förderung der "Hochkultur", größenwahnsinnige Prestige-Bauprojekte ... Düsseldorf ist was nochmal nicht?

Düsseldorf ist Scheiße!

Die schon in der letzten TERZ erwähnte Anti-Kampagne der Gruppe i furiosi stieß bei der Stadtverwaltung anscheinend nicht auf Zustimmung. So war nach Veröffentlichung der Internetseite www.dein.duesseldorf.de.tc in der BILD zu lesen, die Stadt wolle die Homepage abschalten lassen und habe schon einen Anwalt eingeschaltet. Bestätigt wurde dies von weiteren Journalist_innen. Erfolgreich war die Stadt noch nicht, die Homepage gibt es immer noch. Es sind schon einige Fotos eingegangen, die ein Düsseldorf zeigen, welches nicht in das Bild der Image-Kampagne der Stadt passt, denn sonst müsste sie ja nicht dagegen vorgehen.

Die Anti-Kampagne "Düsseldorf ist arschteuer" fordert alle auf, eigene Bilder von Düsseldorf einzusenden, Bilder von einem Düsseldorf, das nicht hip, bunt oder eben "schickimicki" ist.

Mit eben solchen Bildern wirbt auch die Stadt bei ihrer Kampagne. Sie vereinnahmt Orte, Menschen und Räume, die der konservativen Stadtverwaltung bislang völlig egal waren. Kritik oder Bilder, die einen Gegensatz zum Schnösel-Image darstellen, sind erwünscht, um so eine Vielseitigkeit zu zeigen und zu vermarkten, die die Stadt sonst aggressiv bekämpft.

So tauchen z.B. Bilder der Kiefernstraße auf. Es stimmt, hier ist nichts schick oder spießig, die Straße ist ein Ort für Menschen in Düsseldorf die abseits von Gentrifizierung und horrenden Mieten leben wollen, nur war dieser Ort der Stadtverwaltung bislang scheißegal. Wo bleiben dringend benötigte Instandsetzung? Auf der Straße sind sie nicht angekommen – und jetzt wird die Kiefern von der Stadtverwaltung genutzt, um das schnöde Image Düsseldorfs aufzupolieren?

Ohne uns!

Wir lassen uns nicht vereinnahmen und werden deshalb weiterhin die Internetseite betreiben und zur Anti-Kampagne aufrufen! Wir zeigen ein Düsseldorf, in dem die Mieten immer teurer werden und Verdrängungsprozesse in Stadtteilen stattfinden. OB Elbers ist in der letzten Zeit mehrmals mit Aussagen aufgetreten, die uns ganz klar zeigen, wo es hingeht. Auf dem Kreisparteitag der CDU verkündete er: "Düsseldorf wird nie mehr eine preiswerte Wohnstadt sein – das will ich auch gar nicht." Düsseldorf ist nicht nur arschteuer, Düsseldorf ist auch verdammt unsozial.

Denn so ist von Elbers ebenfalls zu vernehmen, dass Familien, die sich die Mieten in Düsseldorf nicht mehr leisten können, einfach ins Umland ausweichen sollen, dort sei noch preiswerter Wohnraum zu finden. Arbeite man in Düsseldorf, sei das dank der guten Verkehrsanbindung kein Problem. In Düsseldorf arbeiten, ja – aber Leben? Das wird den Reichen überlassen. Unsozial und familienfeindlich, so kennen wir unseren OB Elbers!

Elbers-Contest

Der Zusammenschluss "Freiräume für Bewegung" sieht in der neuen Image-Kampagne ebenfalls eine billige Strategie der Stadtvermarktung und Vereinnahmung, die Gentrifizierungsprozesse und Verdrängungsprozesse beschleunigen wird.

Deshalb ruft "Freiräume für Bewegung" dazu auf: mach Deinen Elbers! Masken gibt es auf der Homepage zum Runterladen, schnapp Dir Deine Kamera und los geht's! Im Aufruf zum Elbers-Contest heißt es:

"Zeig uns dazu die schönsten Ecken von Düsseldorf: Die verschimmelten Proberäume, die massenhaft leer stehenden Bürokomplexe und natürlich die vielen Luxuswohnbaustellen. Zeig uns, an welchen Stellen Du als Elbers erfolgreich sparst, investierst oder bei nächster Gelegenheit wieder das Ordnungsamt einschalten wirst, zeig uns Dein Elbers-Düsseldorf, wie es wirklich ist: Teuer, unsozial und provinziell."

... und dein Düsseldorf?

Unsere Stadt ist keine Ware – unsere Stadt wird nicht vermarktet. Wir haben etwas dagegen, wenn die Stadtführung mit einer Wettbewerbslogik und einem Profitinteresse Stadtpolitik oder Imagekampagnen betreibt. Wir brauchen keine Investor_innen die ein neues Prestige-Objekt nach dem anderen bauen, keine Luxuswohnungen, die sich keiner mehr leisten kann, und keine Stadt, die Menschen aus dem Stadtbild vertreibt, die eben nicht zum Schickimicki-Image passen.

Um das dröge Image der Stadt aufzubessern, wird nun das "alternative" Düsseldorf herangezogen.

Ohne uns – auf diese billige Strategie fallen wir nicht rein!
Boykottiert die Image-Kampagne der Stadt, lasst euch nicht verarschen!

Schickt uns Bilder von eurem Düsseldorf: Was stört Euch? Wo wird öffentlicher Raum verkauft? Wo fehlt eine bezahlbare Wohnung? Wie ist Dein Düsseldorf? Bilder mit kurz erklärendem Text an: info [at] dein.düsseldorf.de.tc

I FURIOSI

Und mach den Elbers!
Fotos, kleine Filme an:
info [at] freiraum-bewegung.de

Anti-Kampagne:
Düsseldorf ist arschteuer!
www.rechtaufstadt.org
www.dein.duesseldorf.de.tc
info_ifuriosi [at] riseup.net
www.freiraum-bewegung.de